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Stadt und Architekt starten Verhandlungen
Neues Rathaus in Olpe

Der siegreiche Entwurf des Büros, das den Zuschlag beim Architektenwettbewerb erhalten hat.
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win Olpe. Letztmalig in alter Besetzung tagte am Mittwochabend die Olper Stadtverordnetenversammlung: Obwohl der neue Rat längst gewählt ist, war eine Sondersitzung anberaumt worden, um das Projekt „Neues Rathaus“ von dem Gremium offiziell anstoßen zu lassen, das es auf den Weg gebracht hat. Die Beschlussfassung über die Zustimmung zum Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs stand an, denn das Fachgremium kann dem Rat lediglich eine Empfehlung aussprechen. Dieser Empfehlung wurde am Ende wie erwartet mit großer Mehrheit gefolgt – allerdings erst nach erneut ausführlicher Debatte.

win Olpe. Letztmalig in alter Besetzung tagte am Mittwochabend die Olper Stadtverordnetenversammlung: Obwohl der neue Rat längst gewählt ist, war eine Sondersitzung anberaumt worden, um das Projekt „Neues Rathaus“ von dem Gremium offiziell anstoßen zu lassen, das es auf den Weg gebracht hat. Die Beschlussfassung über die Zustimmung zum Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs stand an, denn das Fachgremium kann dem Rat lediglich eine Empfehlung aussprechen. Dieser Empfehlung wurde am Ende wie erwartet mit großer Mehrheit gefolgt – allerdings erst nach erneut ausführlicher Debatte.

Erst am Anfang

Zunächst hatte Judith Feldner, Technische Beigeordnete der Stadt, einen Überblick über den Stand des Verfahrens gegeben und dabei betont, dass es lediglich um den Einstieg in die konkrete Planung gebe. „Es sind insgesamt neun Leistungsphasen, wir sind jetzt bei der zweiten davon. Noch haben wir keinen Architekten beauftragt.“ Bürgermeister Peter Weber (CDU) ergänzte: „Es geht erst mal darum, mit dem Architekten in Verhandlungen zu treten. Wir beschließen noch nicht, das Rathaus zu bauen. Er ist derjenige, der die gestellte Aufgabe am besten gelöst hat. Aber es gibt einige Punkte, über die noch zu sprechen sein wird.“

SPD will Beschluss verschieben

Für die SPD beantragte Volker Reichel, den Beschluss auf unbestimmte Zeit zu verschieben: Es wäre ein „schlechtes Signal an unsere Bürger“, daher solle abgewartet werden, bis zu einem späteren Zeitpunkt die Folgen der Corona-Pandemie abzusehen seien, und dann erst entschieden werden. „Es geht nicht darum, einen Neubau zu blockieren oder zu verhindern. Wir respektieren den Bürgerentscheid, Olpe bekommt ein neues Rathaus.“ Aber vor dem Hintergrund der zweiten Welle der Pandemie „können wir nicht einfach munter weiterplanen. Wir sind fest überzeugt, die Menschen in der Stadt können das nicht verstehen“.

Konjunktur unterstützen

Carsten Sieg (CDU) widersprach: „Natürlich ist die Pandemie eine ernste Geschichte, viele Menschen haben Zukunftssorgen. Trotzdem glaube ich, Politik sollte auch in solchen Fällen verlässlich sein und die Konjunktur nicht zusätzlich abwürgen.“ Unter anderem könne eine Verzögerung heißen, dass „uns die Chance auf Fördermittel durch die Lappen geht“. Es sei doch von Judith Feldner und Peter Weber eindeutig erklärt worden, „dass wir noch gar nichts beschließen, nur die Verhandlungen ermöglichen“. Peter Lubig erklärte, die UCW könne die „Gedanken und Sorgen hinter Antrag der SPD nachvollziehen. Aber ein Verschieben schon jetzt wäre ein fatales Signal.“ Christin-Marie Stamm (SPD) verlas eine vorbereitete Erklärung: „Derzeit können wir uns über solche Luxusprobleme keine Gedanken machen.“Vielmehr sei nötig, die Zukunft der jungen Generation zu schützen und „uns nicht die Zukunft zu verbauen durch einen Glaspalast mit Museum“. Die FDP signalisierte, mit der CDU zu gehen, die Offene Liste sprang der SPD zur Seite. Andreas Zimmermann (UCW) führte aus: „Wer am Preisgericht teilgenommen hat, ist mit dem Gefühl nach Hause gegangen, den richtigen Entwurf zum Sieger gekürt zu haben. Die UCW wird dem Beschluss daher zustimmen, dass Verhandlungen mit dem Büro aufgenommen werden.“

Geld für andere Projekte investieren

Empörte Schlussworte sprach Siegbert Rasche (CDU), der auf eigenen Wunsch nicht mehr im neuen Rat sitzen wird: „Ich werde dieser Vorlage nicht zustimmen, wie auch schon dem Auslobungstext. Es geht mir dabei um das Museum. Es gibt viele andere Dinge in der Stadt, für die Geld benötigt wird. Die SPD wollte digitale Endgeräte in der Schule, dafür haben wir kein Geld. Es ist für mich völlig unverständlich.“ Angesichts der Tatsache, dass dies seine letzte Ratssitzung sei, habe er sich ein bekanntes Zitat ausgesucht: „Ich habe fertig, und zwar mit dieser Art von Politik.“

Entwurf erinnere an 70er-Jahre

Ebenfalls seinen letzten Redebeitrag als Ratsherr sprach Udo Baubkus: Er fragte sich, warum die SPD „so einen Schwänzelkurs gefahren ist: mal für, mal gegen das Museum, mal für, mal gegen das Rathaus, jetzt wird es konkret, und Sie fordern uns auf, vor der Pandemie in die Knie zu gehen. Die Landesregierung zeigt es uns doch: Die legen doch nicht ein Programm für nächstes Jahr auf, damit wir es nicht umsetzen!“ Allerdings werde er gegen den Beschluss stimmen – aber nur, weil ihm architektonisch-optische Dinge nicht gefallen. „Ich fühle mich in die 70er-Jahre versetzt, ich hätte lieber mit dem Zweitplatzierten weitergearbeitet, weil ja auch da die nötigen Änderungen möglich gewesen wären.“ Und der ebenfalls ausscheidende Lothar Epe (CDU) erklärte, er habe „eine Menge Verständnis für die Bedenken der SPD. Aber heute geht es noch nicht um Geld. Auch das entscheidet der nächste Rat.“
Der Punkt für Punkt abgestimmte Änderungsantrag der SPD erhielt zwischen sechs und 14 Stimmen, was aber in keinem Fall eine Mehrheit ergab. Der eigentliche Beschlussvorschlag, ergänzt durch einen Antrag der CDU, den Arbeitskreis Rathaus weiterzuführen, wurde bei drei Enthaltungen und vier Gegenstimmen verabschiedet.

Der siegreiche Entwurf des Büros, das den Zuschlag beim Architektenwettbewerb erhalten hat.
So wird das Olper Rathaus in Zukunft wohl nicht mehr aussehen.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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