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OLO besetzt alle Wahlkreise

Gruppenbild mit Abstand: Die einzeln gewählten OLO-Bewerber auf den vorderen Listenplätzen (v. l.): Wolfgang Wigger, Christian Hohn, Frank Weinbrenner, Andreas Molter, Manfred Wigger, Falk Hengstebeck und Annette Wedig. Jan Schneider wurde in Abwesenheit gewählt. Foto: win
  • Gruppenbild mit Abstand: Die einzeln gewählten OLO-Bewerber auf den vorderen Listenplätzen (v. l.): Wolfgang Wigger, Christian Hohn, Frank Weinbrenner, Andreas Molter, Manfred Wigger, Falk Hengstebeck und Annette Wedig. Jan Schneider wurde in Abwesenheit gewählt. Foto: win
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win ■ Es ist schon für die etablierten politischen Kräfte nicht leicht, bei der Kommunalwahl alle Wahlkreise mit Kandidatinnen und Kandidaten zu besetzen. Umso beachtlicher die Leistung der erst Anfang des Jahres aus der Taufe gehobenen Offenen Liste Olpe (OLO), die am Donnerstagabend ihre Wahlversammlung im Olper Kolpinghaus abhielt: Alle Wahlkreise wurden besetzt, und das sogar mit Bewerberinnen und Bewerbern, die im oder direkt am jeweiligen Wahlkreis wohnen.

Die FDP hatte bei der Versammlung ein Alleinstellungsmerkmal, denn sie war die einzige politische Richtung, der keiner der Bewerber bisher angehört hat.

win  Es ist schon für die etablierten politischen Kräfte nicht leicht, bei der Kommunalwahl alle Wahlkreise mit Kandidatinnen und Kandidaten zu besetzen. Umso beachtlicher die Leistung der erst Anfang des Jahres aus der Taufe gehobenen Offenen Liste Olpe (OLO), die am Donnerstagabend ihre Wahlversammlung im Olper Kolpinghaus abhielt: Alle Wahlkreise wurden besetzt, und das sogar mit Bewerberinnen und Bewerbern, die im oder direkt am jeweiligen Wahlkreis wohnen.

Die FDP hatte bei der Versammlung ein Alleinstellungsmerkmal, denn sie war die einzige politische Richtung, der keiner der Bewerber bisher angehört hat. Ansonsten war alles dabei: Viele ehemalige Sozialdemokraten, dazu Grüne und Christdemokraten, „Piraten“ und ehemalige Mitglieder der Unabhängigen Christlichen Wählergemeinschaft haben ihre neue kommunalpolitische Heimat bei OLO gefunden, dazu Mitglieder der Linken, die, weil diese Partei im Olper Kommunalwahlkampf nicht antritt, Doppelmitglieder sein können.

Eröffnet wurde die Versammlung von Wolfgang Wigger, derzeit Vorsitzender der vierköpfigen OLO-Fraktion im Rat der Stadt Olpe. Er fasste die Geschichte des jungen Zusammenschlusses zusammen: Mitglieder von SPD und Grünen seien mit der jeweiligen Politik der Partei im Stadtrat „nicht so ganz zufrieden“ gewesen, „bei mir kam noch große Unzufriedenheit mit dem SPD-Führungsduo Walter-Borjans/Esken dazu“, und als kurz nach der Gründung auch noch Andreas Molter aus der UCW aus- und zu OLO übertrat, „waren wir fast aus dem Stand eine stattliche Fraktion von vier Leuten“. Die Suche nach möglichen Kandidatinnen und Kandidaten sei erfolgreich verlaufen. Als Prognose für die politische Arbeit erklärte er: „Wir werden kein Steigbügelhalter für die CDU sein, das haben alle anderen Parteien ja schon durch, eine zurzeit besonders.“ Hier sprach er das Verhalten der UCW an, die die umstrittene Denkmalbereichssatzung sprichwörtlich in letzter Minute durch einen spontanen Kompromiss mit der CDU zunächst gerettet hat. „Mit uns wird es kein 40-Millionen-Rathaus geben und auch nicht so ein Museum.“ OLO stehe für kostenlosen ÖPNV, ein CO2-freies Olpe, insbesondere Geothermie und Photovoltaik müsse dringend ausgebaut werden.

Er selbst stand für den Listenplatz 1 zur Wahl, Gegenkandidaten gab es keine. Wigger wurde mit 20 Ja-Stimmen bei einem ungültigen Votum gewählt. Um Platz 2 bewarb sich Andreas Molter, auch er ohne Gegenkandidat, mit demselben Ergebnis.

Die Wahl um Platz 3 wurde sodann zur Bewährungsprobe für die junge OLO. Die Fraktion hatte auf der Vorschlagsliste hier Christian Hohn gesetzt, bis zum Wechsel zu OLO fraktionsloses Ratsmitglied mit Grünen-Parteibuch, von den beiden anderen Grünen im Rat aus deren Fraktion ausgeschlossen. Bei der Frage Wiggers nach möglichen Gegenbewerbern kam aus dem Plenum der Vorschlag, Manfred Wigger, eigentlich für Platz 4 vorgesehen, statt Hohn auf Rang 3 zu setzen. Die geheime Abstimmung fiel mit zwölf Stimmen für Wigger gegen neun Stimmen für Hohn aus. Daraufhin wollte Christian Hohn die berühmten „Brocken hinwerfen“: „Ich mache jetzt Schluss. Sowas hier habe ich in einer anderen Partei schon erlebt, ich steige hier aus.“ Er warf den Wigger-Brüdern ein abgekartetes Spiel gegen ihn vor. Doch das ließ Manfred Wigger nicht auf sich sitzen. Die Fraktion habe die Vorschlagsliste erarbeitet, jedermann könne in der Versammlung andere Vorschläge unterbreiten. Was gerade geschehen sei, sei ein ganz normaler demokratischer Vorgang. Er kündigte seinerseits an, bei einem Aufrechterhalten der Vorwürfe die Wahl nicht anzunehmen.

Wolfgang Wigger gelang es, die Situation zu entschärfen: Nach einer für fünf Minuten angesetzten Unterbrechung, die aber deutlich länger dauerte, erklärte Hohn sich bereit, das Votum anzunehmen und seinerseits für Listenplatz 4 anzutreten. Hier erhielt er 16 Ja- und drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Bis Platz 8 wurde einzeln abgestimmt, hier folgen Annette Wedig, Frank Weinbrenner, Jan Schneider und Falk Hengstebeck. En bloc wurden die Plätze 9 bis 15 vergeben: Hier folgen Edith Rasche, Burkhard Wigger, Moritz Reismann, Willi Hempelmann, Beatrice Pagel, Sieglinde Czenkusch und Regina Schrottke.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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