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Hohe Kosten drohen
Olpe will keine hauptamtliche Feuerwache

Die Olper Feuerwehr ist gut aufgestellt – allerdings sorgt eine Vielzahl von Fehlalarmen etwa durch automatische Brandmeldeanlagen für schlechte statistische Zahlen, die eines Tages Ursache dafür sein könnten, dass eine hauptamtliche Wache eingerichtet werden muss. Dies will die Stadt schon aus Kostengründen verhindern und unternimmt dafür viel.
  • Die Olper Feuerwehr ist gut aufgestellt – allerdings sorgt eine Vielzahl von Fehlalarmen etwa durch automatische Brandmeldeanlagen für schlechte statistische Zahlen, die eines Tages Ursache dafür sein könnten, dass eine hauptamtliche Wache eingerichtet werden muss. Dies will die Stadt schon aus Kostengründen verhindern und unternimmt dafür viel.
  • Foto: win (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Das Thema Feuerwehr nahm am Montag, dem 710. „Geburtstag“ der Stadt Olpe, breiten Raum in der Haupt- und Finanzausschusssitzung ein. Nachdem einige Ausschussmitglieder unmittelbar vor der Sitzung direkten Kontakt mit der Vielseitigkeit ihrer Wehr gemacht hatten – Brandmeister Martin Lauer nahm im Foyer der Stadthalle vor der Sitzung Corona-Schnelltests vor –, hatte zunächst Stadtbrandinspektor Christian Hengstebeck Gelegenheit, den Jahresbericht der Feuerwehr zu präsentieren. Hengstebeck fasste sich angesichts der Pandemiesituation kurz – gleichwohl besagte Pandemie auch den größten Teil seines Berichts umfasste. Denn der Alltag der Feuerwehr war durch Corona stark beeinträchtigt.

win Olpe. Das Thema Feuerwehr nahm am Montag, dem 710. „Geburtstag“ der Stadt Olpe, breiten Raum in der Haupt- und Finanzausschusssitzung ein. Nachdem einige Ausschussmitglieder unmittelbar vor der Sitzung direkten Kontakt mit der Vielseitigkeit ihrer Wehr gemacht hatten – Brandmeister Martin Lauer nahm im Foyer der Stadthalle vor der Sitzung Corona-Schnelltests vor –, hatte zunächst Stadtbrandinspektor Christian Hengstebeck Gelegenheit, den Jahresbericht der Feuerwehr zu präsentieren. Hengstebeck fasste sich angesichts der Pandemiesituation kurz – gleichwohl besagte Pandemie auch den größten Teil seines Berichts umfasste. Denn der Alltag der Feuerwehr war durch Corona stark beeinträchtigt.

Feuerwehr Olpe durch viele Einsätze stark beansprucht

Herausragendes Einsatzereignis, so Hengstebeck, sei der Großbrand des Sägewerks Schrage in Neuenkleusheim gewesen.

Sägewerks-Ruine weicht Holzfabrik

Gleichwohl hätten mehrere andere Einsätze die Feuerwehr ebenfalls stark beansprucht – so die Hilfe in der Nachbarschaft beim Waldbrand in Rothemühle, aber auch die psychische Belastung bei mehreren Verkehrsunfällen mit Todesopfern.
Mitte März habe die Wehr die Aussetzung des Übungsbetriebs beschlossen, um die Einsatzbereitschaft nicht durch Infektionsverbreitung zu gefährden. Einsätze habe es genug gegeben – unter anderem ausgelöst durch Sturmtiefs und die extreme Trockenheit.

Feuerwehr Olpe trotz Corona immer einsatzbereit

Aber auch Erfreuliches gab es bei der Olper Wehr, so die Indienststellung zweier neuer Fahrzeuge.
Bei anderen Feuerwehren, so Hengstebeck, seien kleinere Löschgruppen komplett außer Dienst gestellt worden, weil ein Infizierter mit auf einem Einsatzfahrzeug gewesen sei. „Daher haben wir uns frühzeitig auf den reinen Einsatzbetrieb eingestellt, es wurde verdammt ruhig in den beiden Feuerwehrhäusern. Keine Musikproben, keine Kinder- und Jugendfeuerwehr, nur noch Einsätze.“

Die Verbände und Unfallkassen seien sehr spät mit Weisungen und Empfehlungen auf die Feuerwehr zugekommen, „bis dahin mussten wir alles allein stemmen“. Dies sei jedoch gut gelungen. Nicht ein einziger Positiv-Fall habe die Feuerwehr geschwächt, „wir waren durchgängig einsatzbereit“. Beim Schrage-Großbrand habe die Pandemie sogar ein Gutes gehabt: „Die Löschfahrzeuge kamen wie an einer Perlenkette – kaum jemand war im Urlaub, kaum jemand im Außendienst oder auf einer Fortbildung, praktisch alle Kräfte waren verfügbar, wir hatten ganz viel Personal.“

Olpe will keine hauptamtliche Feuerwache

Hengstebeck führte weiter aus, dass weitere organisatorische Veränderungen nötig würden, resultierend aus dem jüngsten Brandschutzbedarfsplan. Grund hierfür sei der in schönstem Behördendeutsch genannte „Antrag auf Ausnahmegenehmigung zur Errichtung einer ständig besetzten Feuerwache“.
Seit 1998 muss die Stadt diesen Antrag alle fünf Jahre erneuern und darauf hoffen, dass die Schlagkraft ihrer Wehr genügt, damit die Bezirksregierung ihm stattgibt. Ansonsten müsste die Vorstufe einer Berufsfeuerwehr her: eine von hauptamtlichen Kräften rund um die Uhr besetzte Feuerwache, ein Weg, den die Kommune aus finanziellen Gründen so lange wie möglich hinauszögern möchte.
2019 sei dem Antrag erneut entsprochen worden, diesmal aber unter weiteren Auflagen. „Da war schon einiges anders, als wir es gewohnt waren“, so Hengstebeck. „Wir haben seit 2009 schon viel umgesetzt“, so der Stadtbrandinspektor, beispielsweise die Bereitstellung eines Transporters am Rathaus, um die bei der Stadt tätigen Feuerwehrleute im Einsatzfall rasch per Sondersignal zum Feuerwehrhaus fahren zu können.

Feuerwehr Olpe nach zehn Minuten am Einsatzort

Wichtigstes Detail aber ist der Erreichungsgrad: Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, dass in 80 Prozent der Fälle sechs Einsatzkräfte nach zehn Minuten vor Ort sind. Bei echten, großen Einsätzen gelinge dies auch, „die Vielzahl von Fehlalarmen macht uns die Statistik kaputt“. Und damit ging es übergangslos zum dritten Tagesordnungspunkt: dem probeweisen Bau eines Feuerwehr-Nebenstandorts. Der entsprechende Beschluss, ergänzt um den Prüfauftrag der CDU zum möglichen Bau eines Parkhauses neben dem neuen „Lidl“, wurde vom Hauptausschuss einstimmig als Projektbeschluss verabschiedet.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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