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Unfallstatistik der Polizei Olpe
Pedelec-Unfälle nehmen deutlich zu

Als dieser BMW in den Gegenverkehr geriet, starben bei Sondern alle drei Insassen – eine komplette Familie aus Attendorn. Insgesamt kamen neun Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben, einer mehr als 2019.
  • Als dieser BMW in den Gegenverkehr geriet, starben bei Sondern alle drei Insassen – eine komplette Familie aus Attendorn. Insgesamt kamen neun Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben, einer mehr als 2019.
  • Foto: kaio (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Der Landestrend schlägt sich auch im Kreis Olpe nieder, wenn auch weniger deutlich: Vermutlich bedingt durch die Corona-Auflagen und dadurch verringerten Straßenverkehr, sind die Unfallzahlen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Für den Kreis Olpe heißt dies: Die Zahl ging um 6 Prozent von 4442 auf 3733 Unfälle zurück. Im ganzen Land liegt der Rückgang bei über 16 Prozent. Analog dazu auch nahmen auch die Unfällen mit Personenschäden im Kreis ab: Hier sank die Zahl von 430 auf 343. Die Zahl der dabei verunglückten Menschen ging von 595 auf 428 zurück, 91 Menschen wurden schwerverletzt (2019: 133).

win Olpe. Der Landestrend schlägt sich auch im Kreis Olpe nieder, wenn auch weniger deutlich: Vermutlich bedingt durch die Corona-Auflagen und dadurch verringerten Straßenverkehr, sind die Unfallzahlen im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Für den Kreis Olpe heißt dies: Die Zahl ging um 6 Prozent von 4442 auf 3733 Unfälle zurück. Im ganzen Land liegt der Rückgang bei über 16 Prozent. Analog dazu auch nahmen auch die Unfällen mit Personenschäden im Kreis ab: Hier sank die Zahl von 430 auf 343. Die Zahl der dabei verunglückten Menschen ging von 595 auf 428 zurück, 91 Menschen wurden schwerverletzt (2019: 133).

Ein Todesopfer mehr

Entgegen dem Landestrend hingegen stieg die Zahl der bei Unfällen im Kreis Olpe getöteten Menschen: Waren es 2019 noch acht Personen, die bei sechs Unfällen ums Leben kamen, stieg die Anzahl der Verkehrstoten um einen auf neun.

Mehr Tote im Straßenverkehr

Allerdings ist bei derartigen Fallzahlen die Statistik überfordert, bei mathematisch so niedrigen Zahlen kann kein Trend abgelesen werden. Tragische Höhepunkte: ein Unfall in Sondern, bei dem eine ganze Familie mit Vater, Mutter und Sohn an Bord ihres BMW ausgelöscht wurden, und der tragische Tod zweier 17-jähriger junger Frauen, die auf einem Motorrad bei Rönkhausen auf dem Schulweg verunglückten.
Weit überdurchschnittlich oft sind weiterhin Fahrerinnen und Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren (sieben Jahrgänge) die Verursacher von Unfällen mit Personenschäden: So waren im vergangenen Jahr 75 solcher Unfälle auf diese Altersgruppe zurückzuführen – die weit größere Gruppe der Fahrerinnen und Fahrer von 25 bis 64 (40 Jahrgänge) verursachte im Vergleich 170 an der Zahl. Und bei den von jungen Fahrerinnen und Fahrern verursachten 75 Unfällen war bei 28 die Geschwindigkeit Unfallursache, dazu zwölfmal zu geringer Abstand und fünf Fehler beim Abbiegen. Dazu kommen fünf Fälle von Alkohol oder Drogen am Steuer.

Zwei Drittel selbst verursacht

Analog zu den Gesamt-Unfallzahlen sind bei den Motorrädern die Unfälle geringer geworden. Bei großen Motorrädern kam es zu 47 (2019: 54) Unfällen mit Personenschäden, doch während in der allgemeinen Statistik die jungen Fahrer einen relevanten Anteil an den Unfällen aufweisen, sind es hier die Fahrerinnen und Fahrer zwischen 25 und 64 Jahren. Von den 73 Unfällen wurden zwei Drittel von den Fahrerinnen und Fahrern selbst verursacht. Auffallend, dass die 34 Motorradunfälle mit Personenschäden 29-mal Fahrerinnen und Fahrer betreffen, die kein OE-Nummernschild an ihren Zweirädern befestigt hatten, sondern auswärtige Kennzeichen.
Vollkommen gegen den Trend: die Entwicklung bei den Fahrradunfällen, insbesondere den Pedelecs. Bei den herkömmlichen Fahrrädern stieg die Unfallzahl von 41 auf 49, bei den Pedelecs von 17 auf 30. Auffallend das recht hohe Durchschnittsalter der bei Pedelec-Unfällen Verletzten von 53. Nur drei Opfer waren unter 30 Jahre alt. Weiterhin hat die Polizei anhand der Unfallzeiten erhoben, dass sich der Löwenanteil der Pedelec-Unfälle auf Freizeitverkehr erstreckt. Landrat Theo Melcher als Behördenleiter der Polizei: „Dies ist eine Entwicklung, die mir Sorge bereitet, gerade wenn ein Zuwachs an Fahrradfahrern als alternative Mobilitätsform und als Möglichkeit für sportliche Betätigung sehr zu begrüßen ist.“

Vielzahl von Maßnahmen

Für das laufende Jahr hat die Kreispolizeibehörde Olpe sich vorgenommen, die jungen Erwachsenen noch stärker in den Fokus von Kontrollen zu nehmen. Auch die Prävention soll ausgebaut werden, insbesondere auch beispielsweise durch soziale Medien und andere Kanäle, die die jungen Menschen ansprechen. Bei der Gruppe der Motorradfahrerinnen und -fahrer soll die derzeitige Kontroll-Aktivität beibehalten werden, da sie offensichtlich Wirkung zeigt. Die Streckensperrung an der bei auswärtigen Fahrern beliebten Kurvenstrecke am Hohen Lenscheid hat sich nach Ansicht der Polizei hinsichtlich der Unfallzahlen bewährt. Ausgeweitet werden sollen allerdings die Kontrollen, was die Geräuschimmissionen der Motorräder angeht.

Sicherheitstraining für Radler

Massiv einsteigen will die Polizei in die Prävention in Sachen Fahrrad-und Pedelec-Unfälle. Überlegt wird an Fahr- und Sicherheitstrainings, eventuell durch Zusammenarbeit mit den örtlichen Händlern, und an zwei Sicherheitstagen an von Radlern stark frequentierten Örtlichkeiten.

„Verpflichtung und Ansporn“

Landrat Melcher: „Hinter den reinen Zahlen der Unfallstatistik steckt gleichzeitig auch sehr viel Leid für Angehörige, Freunde und Bekannte. Das nehmen wir sehr ernst, denn jeder Verunglückte ist einer zu viel. Gleichzeitig ist es Verpflichtung und Ansporn zugleich, motiviert und engagiert für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einzustehen.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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