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Ruhestand nach 20 Jahren in St.-Martinus-Gemeinde
Pfarrer Steiling kündigt Rückzug an

Einer der wichtigsten Momente in den bisher 19 Jahren als Pfarrer: die Umbettung der am Vortag seliggesprochenen Olper Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel, die 2013 in der Olper Pfarrkirche St. Martinus ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Steiling (l.) assistierte Erzbischof Hans-Josef Becker (2. v. r.) bei der Messe.
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  • Einer der wichtigsten Momente in den bisher 19 Jahren als Pfarrer: die Umbettung der am Vortag seliggesprochenen Olper Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel, die 2013 in der Olper Pfarrkirche St. Martinus ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Steiling (l.) assistierte Erzbischof Hans-Josef Becker (2. v. r.) bei der Messe.
  • Foto: win (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. Wenn Clemens Steiling Ende Februar zum Ruheständler wird, hat er zehn Jahre länger gearbeitet als ein Rentner: Der derzeitige Pfarrer der Olper St.-Martinus-Gemeinde und Leiter des Pastoralverbunds Olpe wird im Dezember 75 Jahre alt. Und auch wenn ihm dieses Alter weder anzusehen noch zu -merken ist, hat Steiling nun beschlossen: Es reicht.
Ab März 2021 kein Pfarrer mehrFür kath. Pfarrer gelten normale Renten- oder Pensionsregeln nicht – für sie heißt es: Arbeiten mindestens bis 70, und ab diesem Alter können sie den Bischof um die Versetzung in den Ruhestand bitten. Clemens Steiling hat die Entscheidung für sich schon länger getroffen, mit der Bekanntmachung aber bewusst gewartet: „Ich habe erst die Gremien informiert.

win Olpe. Wenn Clemens Steiling Ende Februar zum Ruheständler wird, hat er zehn Jahre länger gearbeitet als ein Rentner: Der derzeitige Pfarrer der Olper St.-Martinus-Gemeinde und Leiter des Pastoralverbunds Olpe wird im Dezember 75 Jahre alt. Und auch wenn ihm dieses Alter weder anzusehen noch zu -merken ist, hat Steiling nun beschlossen: Es reicht.

Ab März 2021 kein Pfarrer mehr

Für kath. Pfarrer gelten normale Renten- oder Pensionsregeln nicht – für sie heißt es: Arbeiten mindestens bis 70, und ab diesem Alter können sie den Bischof um die Versetzung in den Ruhestand bitten. Clemens Steiling hat die Entscheidung für sich schon länger getroffen, mit der Bekanntmachung aber bewusst gewartet: „Ich habe erst die Gremien informiert. Das war mir wichtig, dass die es nicht aus der Zeitung erfahren.“ Doch nun wissen sowohl der Gesamt-Pfarrgemeinderat als auch die Kirchenvorstände, dass Clemens Steiling ab dem 1. März 2021 nicht mehr Pfarrer der St.-Martinus-Pfarrei ist. „Möglicherweise werde ich danach für einen Übergang noch Aufgaben wahrnehmen, aber im Amt bin ich dann nicht mehr.“

20 Jahre Chef der St.-Martinus-Gemeinde

20 Jahre lang wird Steiling dann Chef der St.-Martinus-Gemeinde gewesen sein – und als er 2001 die Nachfolge von Karl-Wolfgang Müller antrat, war nicht einmal zu ahnen, welche Veränderungen in diesen zwei Jahrzehnten über die Kirche in Olpe hineinbrechen würden.
Steiling geht gelassen in den Ruhestand. „Ich habe mich schrittweise schon aus einigem zurückgezogen. Vieles läuft inzwischen selbstständig.“ Das Rollenverständnis vieler Laien habe sich auch in Olpe gewandelt. Zudem sei die Struktur inzwischen anders mit einem Verwaltungsleiter und einem geschäftsführenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands – beides Posten, die den Pfarrer spürbar von Verwaltungsarbeiten entlasten.

Olpe wurde zur Heimat

Auch in seinem Ruhestand wird Steiling Olpe treu bleiben. „Da hat sich schleichend ein Heimatgefühl entwickelt. Ich bin ja auch 50 Jahre aus meiner Heimat weg.“ Sein künftiger Wohnort hat fast schon so etwas wie Tradition: Er wird eine Wohnung im selben Haus an der Rochusstraße beziehen, in das 2001 auch Pfarrer Müller nach seiner Pensionierung gezogen war. Damit verlässt Steiling die St.-Martinus-Pfarrei – genau um eine Straße.

Endlich Urlaub

Was er im Ruhestand plant? „Da gibt es etwas, das ich im Dienst komplett vernachlässigt habe – Urlaub.“ Auch wolle er sich intensiver um Freundschaften kümmern, die er wegen der Arbeitsbelastung und aus Zeitmangel vernachlässigt habe. „Und natürlich auch Lesen – da ist vieles liegengeblieben.“
Auch wenn er kein Pfarrer mehr sein wird – „Priester bleibt man ja.“ Wenn er künftig um Hilfe gebeten werde, dann wolle er nicht nein sagen, aber verhalten unterstützen – eben als Ruheständler. Bevor er konkrete Pläne über Umfang und Art dieser Hilfe macht, müsse aber erst einmal klar sein, wie es weitergeht.

Noch keine Entscheidung über Nachfolge getroffen

Denn das steht noch nicht fest. Üblicherweise werde eine solche Stelle wie seine vom Erzbistum ausgeschrieben, sodass sich Geistliche auf die Pfarrstelle bewerben können. Denkbar sei aber auch, dass der Erzbischof jemanden bitte, die Stelle zu übernehmen. Das sei aber alles noch nicht entschieden.
Eigentlich hatte Clemens Steiling vor, sein letztes Jahr in Amt und Würden ganz bewusst als Abschiedsjahr wahrzunehmen. „Ich hatte mich zum Beispiel auf die letzte große Osternacht unter meiner Leitung gefreut – und dann ist alles im Eimer wegen Corona.“ Zwar habe er auch in diesen Zeiten der Krise viele positive Erfahrungen gemacht, etwa eine „wunderschöne Osternacht“ in der Kirche des Mutterhauses der Olper Franziskanerinnen im Kreis der Schwestern, und doch hätte er sich seinen Abschied anders vorgestellt. „Aber das ist nun mal wie es ist.“
Was ihm mit Sicherheit nicht fehlen werde, sei der ständige Druck, denn als Leiter eines derart großen Pastoralverbundes könne man nie sagen, alles sei erledigt.

Viele helfende Hände

Was ihm an Olpe äußerst gut gefalle? Dass sich stets viele Menschen gefunden hätten, die bereit seien, selbstständig mitzuarbeiten. „Es ist hier nicht einfach, aber schön.“ Noch sei es zu früh für einen Rückblick, aber mit Sicherheit stehe für ihn fest, dass die Seligsprechung und Umbettung der Olper Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel wohl der Höhepunkt seiner Pfarrerstätigkeit gewesen sei, verbunden mit der dadurch sehr viel enger gewordenen Beziehung zwischen Schwestern und Gemeinde. „Das ist ein echtes Pfund für den Pastoralverbund.“

Abschied nach dem Weihnachtsstress

Den 1. März als Abschiedstermin habe er deshalb gewählt, weil dann die Weihnachtszeit mit ihren Unwägbarkeiten vorbei sei. Das derzeitige Corona-Geschehen lasse ja befürchten, dass unter Umständen große Probleme auf die Gemeinden zukämen, die sich derzeit viele Gedanken über alternative Weihnachts-Gottesdienste machten.

Tradition ist wichtig

Auch die letzte Agatha-Feier seiner offiziellen Dienstzeit erwarte er mit Spannung. Die Festpredigt wird Monsignore Thomas Dornseifer halten, aber ob die traditionelle Prozession stattfinden darf, steht noch in den Sternen. „Die Agatha-Feier ist so ein Beispiel für die Tradition in Olpe. Auf den ersten Blick könnte man meinen, solch eine Tradition braucht man nicht mehr. Aber wenn man sie in unsere heutige Zeit übersetzt, dann wird deutlich, wie wichtig sie sein kann und es ja für viele auch ist.“

Prämierter Umbau zur "offenen Kirche"

Stolz ist Clemens Steiling darauf, dass er den Umbau der Heilig-Geist-Kirche führend mitgestaltet hat. Die Umgestaltung zur „offenen Kirche“ sei nicht nur baulich gelungen und entsprechend prämiert, sondern auch ein Beispiel für die Gemeindearbeit der Zukunft. Doch viel wichtiger als der „steinerne“ Teil der Kirche sei, dass die Pastoralvereinbarung fertiggeworden sei. Denn dies sei die Leitlinie für die Zukunft, und Paderborn habe zugesagt, als seinen Nachfolger nur jemanden zu installieren, der hinter dieser Vereinbarung stehe.

Einer der wichtigsten Momente in den bisher 19 Jahren als Pfarrer: die Umbettung der am Vortag seliggesprochenen Olper Ordensgründerin Maria Theresia Bonzel, die 2013 in der Olper Pfarrkirche St. Martinus ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Steiling (l.) assistierte Erzbischof Hans-Josef Becker (2. v. r.) bei der Messe.
Pfarrer Clemens Steiling an seinem Arbeitsplatz im Pfarrhaus. Zum 1. März wird er mit dann 75 Jahren in den Ruhestand treten.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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