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Urteil vor dem Amtsgericht Olpe
Pistolen im Tresor nicht sicher verwahrt

Vor dem Amtsgericht Olpe wurde ein Angeklagter wegen des nicht sicheren Aufbewahrens von Waffen verurteilt.
  • Vor dem Amtsgericht Olpe wurde ein Angeklagter wegen des nicht sicheren Aufbewahrens von Waffen verurteilt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe/Drolshagen. Mit einer Geldstrafe gegen den Angeklagten wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ging am Mittwoch im Olper Amtsgericht ein Verfahren zu Ende, das vor zwei Wochen begonnen hatte, aber unterbrochen worden war, weil Gericht wie Staatsanwaltschaft und Verteidigung übereinstimmend der Meinung waren, mehr Zeugen hören zu müssen.

Hintergrund der Anklage war ein tragischer Fall: Ein im Haus eines selbstständigen Handwerksmeisters im Drolshagener Land lebender Mitarbeiter hatte sich in seinem Zimmer erschossen. Bei dem...

win Olpe/Drolshagen. Mit einer Geldstrafe gegen den Angeklagten wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ging am Mittwoch im Olper Amtsgericht ein Verfahren zu Ende, das vor zwei Wochen begonnen hatte, aber unterbrochen worden war, weil Gericht wie Staatsanwaltschaft und Verteidigung übereinstimmend der Meinung waren, mehr Zeugen hören zu müssen.

Hintergrund der Anklage war ein tragischer Fall: Ein im Haus eines selbstständigen Handwerksmeisters im Drolshagener Land lebender Mitarbeiter hatte sich in seinem Zimmer erschossen. Bei dem Verfahren ging es aber nicht darum, wie der Suizident an den Revolver gelangt war, sondern um ein Randgeschehen: Der für Waffenangelegenheiten zuständige Polizeibeamte hatte im Nachgang der Ermittlungen auf Fotos gesehen, dass zwei Pistolen, eine Walther PPK und ein Derringer, nicht in einem im selben Zimmer vorhandenen Waffenschrank gelegen hatten, sondern in einem normalen, nicht für Waffen zugelassenen Tresor. Die für das Waffenwesen zuständige Mitarbeiterin der Kreispolizeibehörde, die nach den die Fotos aufnehmenden Beamten vor Ort gewesen war, hatte beide Pistolen jedoch im Waffenschrank gefunden.

Ehefrau hätte Zugriff a
uf die Waffen gehabt

Zwar war auch diese Lagerung nicht in Ordnung: In dem sogenannten „A-Schrank“, der nur noch Bestandsschutz hat, aber nicht mehr neu zur Waffenaufbewahrung zugelassen würde, dürfen Waffen und zugehörige Munition nicht gemeinsam aufbewahrt werden. Die Munition für die doppelläufige Derringer-Taschenpistole hatte jedoch in einem Fach des Schranks gelegen, und die Walther war „unterladen“ gewesen, das heißt, es befand sich zwar keine Patrone im Lauf, das Magazin aber war gefüllt und eingeschoben. Dies aber wäre „nur“ eine Ordnungswidrigkeit – die Lagerung im Tresor hingegen, die das Foto nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beweist, wäre eine Straftat. Denn zu besagtem Tresor, das hatte eine Zeugin bestätigt, hätte auch die Ehefrau des Handwerksmeisters Zugang gehabt, und diese hat keine waffenrechtlichen Erlaubnisse.

Schwester über die Pistole im Büro verwundert

Die Sachbearbeiterin der Kreispolizeibehörde brachte im Zeugenstand einen entscheidenden Hinweis: Sie habe durch Aktenstudium festgestellt, dass ihr Kommen der Familie des Angeklagten von der Polizei angekündigt worden sei, diese also Zeit und Gelegenheit hätten nutzen können, um die Pistolen vom Tresor in den Waffenschrank umzulagern. Ihre eigentliche Aufgabe sei es gewesen, die korrekte Aufbewahrung der zahlreichen Waffen in dem Jäger-Haushalt zu prüfen, was im Großen und Ganzen auch eingehalten worden sei.

Auf der Waffenbesitzkarte des Handwerksmeisters und seiner Schwester, denen je eine der Pistolen gehörten, sei beispielsweise ein Waffenschrank im Obergeschoss eingetragen gewesen. Die Schwester habe sich verwundert gezeigt, dass die Pistole im Büro gelegen habe.

Am Ende der Beweisaufnahme sah die Vertreterin der Staatsanwaltschaft die Anklagevorwürfe bestätigt. Die beiden Schusswaffen seien im dafür nicht zugelassenen Tresor aufbewahrt worden, und damit hätte eine nicht berechtigte Person, die Ehefrau, Zugriff darauf gehabt. Weil der Angeklagte komplett unbelastet sei, reiche eine Geldstrafe aus, diese solle bei 60 Tagessätzen zu je 30 Euro liegen.
Verteidiger Detlef Demtröder forderte Freispruch: „Hier geht es nicht um Aufbewahrungsvorschriften“, wandte er sich durchaus energisch an die Amtsanwältin. Keineswegs sei bewiesen, dass die Ehefrau seines Mandanten Zugriff gehabt hätte.

Angeklagter vor dem Amtsgericht Olpe verurteilt

Außer dem Foto gebe es keinerlei Hinweise, und anhand des Fotos lasse sich nicht beweisen, dass es sich um die von der Sachbearbeiterin im Waffenschrank gefundenen Pistolen gehandelt habe. „Vielleicht gibt es die gleichen Waffen ja nochmal als Gaspistolen, äußerlich nicht zu unterscheiden und im Tresor legal aufzubewahren“, so der Rechtsanwalt.
Doch Vorsitzender Richter Peter Krumm folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft, blieb nur mit 40 Tagessätzen zu je 30 Euro etwas darunter. Für ihn sei klar, dass sich der Anklagevorwurf bewiesen habe. Und warum das Waffengesetz so streng sei, zeige ja der Kontext der Anzeige: die Tatsache, dass Unbefugte sich und anderen mit Waffen etwas antun könnten. Der Angeklagte will Berufung einlegen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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