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Kinder- und Jugendhospiz
Ralf Schmitz schenkt Zeit und gute Laune

Komiker und Autor Ralf Schmitz im Gespräch mit Oma Anni, die ihren Enkel seit zehn Jahren regelmäßig ins Kinderhospiz nach Olpe begleitet.
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  • Komiker und Autor Ralf Schmitz im Gespräch mit Oma Anni, die ihren Enkel seit zehn Jahren regelmäßig ins Kinderhospiz nach Olpe begleitet.
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yve Olpe. „Ich bin der Ralf.“ Der Mann im jägergrünen Sakko steht im Garten des Kinder- und Jugendhospizes „Balthasar“ in Olpe. Die Sonne scheint, die Blätter der Bäume rascheln im Wind. Familien, Mitarbeiter und Ehrenamtliche bilden einen Halbkreis um Ralf Schmitz, der nicht nur Komiker, Autor und Synchronsprecher, sondern auch Pate der Einrichtung der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) ist.

Die Oma Anni kennengelernt

Hier ist der 46-Jährige seit sechs Jahren regelmäßig zu Gast, sucht den Kontakt zu den lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen. So auch am Donnerstag. Er geht durch die Reihen und fragt nach einigen Namen. „Ich bin die Oma Anni“, stellt sich eine Frau vor, die neben ihrem Enkel sitzt.

yve Olpe. „Ich bin der Ralf.“ Der Mann im jägergrünen Sakko steht im Garten des Kinder- und Jugendhospizes „Balthasar“ in Olpe. Die Sonne scheint, die Blätter der Bäume rascheln im Wind. Familien, Mitarbeiter und Ehrenamtliche bilden einen Halbkreis um Ralf Schmitz, der nicht nur Komiker, Autor und Synchronsprecher, sondern auch Pate der Einrichtung der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) ist.

Die Oma Anni kennengelernt

Hier ist der 46-Jährige seit sechs Jahren regelmäßig zu Gast, sucht den Kontakt zu den lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen. So auch am Donnerstag. Er geht durch die Reihen und fragt nach einigen Namen. „Ich bin die Oma Anni“, stellt sich eine Frau vor, die neben ihrem Enkel sitzt. „Ich bin die einzige Oma hier, alle sagen Oma Anni zu mir.“ „Hier sehen aber einige älter aus als Sie“, scherzt Schmitz. „Und wer schöner ist als ich, muss geschminkt sein“, teilt Oma Anni gleich Schmitz’ Humor. Es ist ein sehr persönlicher Nachmittag, Lachen umgibt den Komiker. Dann steht Ehrenamtlerin Ulrike Hüttmann auf und schenkt dem Gast einen Stein, einen „Sauerlandstone“. Den hat sie persönlich bemalt, zu sehen ist „Schmitz’ Katze“ in Anlehnung an das gleichnamige Buch des Autors.

Herr Schmitz und seine Katze

„Das haben Sie sehr schön gepinselt, davon hätte ich gerne 400 Stück“, gibt Schmitz schmunzelnd in Auftrag. Er sei großer Katzenfan. Stolze 27 Jahre sei sein Haustier geworden, ihren Platz eingenommen habe mittlerweile Hildegard. Auf die Frage, wer sich sonst noch einen Stubentiger hält, bin ich die einzige Person, die die Hand erhebt. „Dann reise ich ab“, meint der 46-Jährige natürlich nicht ernst, greift stattdessen zum neuen Buch „Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer“ aus der „Kuschelflossen“-Serie von Nina Müller. Schmitz liest nicht einfach daraus vor, jeder Figur, jedem noch so winzigen Wesen in Fischhausen verleiht er wie in den zugehörigen Hörbüchern eine einzigartige Stimme – ob „Fellfisch Kuschelflosse“ oder „Herrn Kofferfisch“, der laut Schmitz große Ähnlichkeit mit „Spongebob“ habe.
„Didi, ist dir langweilig?“, stoppt der Comedian seine Lesung. Didi, mit rot gefärbtem Bart und derzeit Gast im Jugendhospiz, schüttelt den Kopf, er möchte mehr über die größte Seeigel-Sahnetorte hören, die in Fischhausen verlost werden soll.

Gespräch auf Augenhöhe

Nach Kapitel eins schlägt Schmitz das Buch zu, großer Applaus kommt auf. „Damit habe ich nicht gerechnet, dann kommt jetzt Kapital zwei bis acht“, lacht er, schlägt dann einen anderen Ton an. „Applaus verdienen die Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen.“ Das werde vermutlich oft vergessen. „Aber die Einrichtung ist unfassbar wichtig.“ Ralf Schmitz setzt sich neben Oma Anni und ihren Enkel. Es entwickelt sich ein Gespräch auf Augenhöhe. Sie sei Mutter von acht Kindern, seit nunmehr zehn Jahren begleite sie ihren Enkel in das Haus am Kimicker Berg, das 1998 als erstes Kinderhospiz in Deutschland eine Vorreiterfunktion einnimmt. Schmitz wechselt seinen Platz, er möchte sich bei Ulrike Hüttmann für den Stein bedanken. Sie erzählt, dass sie schon viele Steine bemalt habe – „irgendwann habe ich damit angefangen“. Die kleinen Kunstwerke seien auch schon für den guten Zweck verkauft worden. Die Ehrenamtlerin erzählt, dass sie seit 13 Jahren bei „Balthasar“ tätig sei. „Hier sieht man, dass es nicht selbstverständlich ist, gesunde Kinder zu haben.“
Ehrenamtler schenkten Zeit, so Ulrike Hüttmann. „Das ist ein wertvolles Gut“, hält der Komiker fest und vergleicht das Kinderhospiz mit den bemalten Steinen – dort werde teils aus etwas Grauem Buntes gemacht. „Wenn ich zeichne, sieht es jedesmal aus wie eine betrunkene Giraffe“, kehrt Schmitz’ zu seiner humorvollen Ader zurück.

Hier sieht man, dass es nicht selbstverständlich ist, gesunde Kinder zu haben.
Ulrike Hüttmann
Ehrenamtlerin

Zum Abschied verteilt der 46-Jährige Autogramme, auch ich hätte gerne eins – für meinen Kater Goyo. Das lässt sich der Autor als Katzenfreund nicht zweimal sagen. Mein Kater kann mit der Signatur natürlich nichts anfangen, daher bekommt sie einen Ehrenplatz neben Fotos, Einladungen und Zeitungsausschnitten unter einem Magneten an meiner Kühlschranktür.

Komiker und Autor Ralf Schmitz im Gespräch mit Oma Anni, die ihren Enkel seit zehn Jahren regelmäßig ins Kinderhospiz nach Olpe begleitet.
Rüdiger Barth (r.), Leiter des Kinder- und Jugendhospizes, überreicht Ralf Schmitz (M.) zum Abschied eine Tasse und das „Balthasar“-Schaf.
Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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