SZ

Gallenberg-Grundschule Olpe
Raumluftampeln warnen vor zuviel CO2 im Klassenzimmer

Um 10.40 Uhr liegt der CO2-Wert bei 1320 ppm. Alarm lösen die neuen CO2-Raumluftampeln an der Gallenberg-Grundschule erst ab einem Wert von 1500 ppm aus – dann sollten die Fenster geöffnet und für eine Frischluftzufuhr gesorgt werden. Doch solange wartet die stellv. Schulleiterin Kerstin Quast nicht. Generell sei regelmäßiges Lüften wichtig für die Denkleistung.
  • Um 10.40 Uhr liegt der CO2-Wert bei 1320 ppm. Alarm lösen die neuen CO2-Raumluftampeln an der Gallenberg-Grundschule erst ab einem Wert von 1500 ppm aus – dann sollten die Fenster geöffnet und für eine Frischluftzufuhr gesorgt werden. Doch solange wartet die stellv. Schulleiterin Kerstin Quast nicht. Generell sei regelmäßiges Lüften wichtig für die Denkleistung.
  • Foto: yve
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

yve Olpe. „Wer bist du denn?“ Mit großen Augen blickt ein Zweitklässler der Olper Gallenbergschule auf die „Frau von der Zeitung“, die plötzlich im Klassenzimmer steht. Stellv. Schulleiterin Kerstin Quast erinnert ihren Schützling an die Begrüßungregeln – und im Chor rufen die Kinder der Gallenberg-Grundschule „Guten Morgen Siegener Zeitung“. Denn die möchte sich an diesem Morgen in den Klassen 4 b und 2 b von den Mädchen und Jungen die neuen CO2-Raumluftampeln vorstellen lassen.
„Die zeigen uns an, wenn wir lüften sollen“, sagt Mia. „Ab 1000 ppm“, ruft Joah aus der hintersten Reihe. „Bei 1500 ppm leuchtet die rote Lampe, und das Messgerät macht ,piep’“, klärt Martha auf. Dann nämlich ist die frische Luft für frisches Denken aufgebraucht.

yve Olpe. „Wer bist du denn?“ Mit großen Augen blickt ein Zweitklässler der Olper Gallenbergschule auf die „Frau von der Zeitung“, die plötzlich im Klassenzimmer steht. Stellv. Schulleiterin Kerstin Quast erinnert ihren Schützling an die Begrüßungregeln – und im Chor rufen die Kinder der Gallenberg-Grundschule „Guten Morgen Siegener Zeitung“. Denn die möchte sich an diesem Morgen in den Klassen 4 b und 2 b von den Mädchen und Jungen die neuen CO2-Raumluftampeln vorstellen lassen.
„Die zeigen uns an, wenn wir lüften sollen“, sagt Mia. „Ab 1000 ppm“, ruft Joah aus der hintersten Reihe. „Bei 1500 ppm leuchtet die rote Lampe, und das Messgerät macht ,piep’“, klärt Martha auf. Dann nämlich ist die frische Luft für frisches Denken aufgebraucht.

Messgeräte in allen Räumen der Gallenberg-Grundschule Olpe

In allen neun Klassenräumen der Gallenberg-Grundschule stehen jetzt Kohlenstoffdioxid (CO2)-Messgeräte. Eine Digitalanzeige informiert über den aktuellen CO2-Wert, die Temperatur und die Luftfeuchte. Wenn viel ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid in der Luft ist, sind auch viele Flüssigkeitströpfchen (Aerosole) in selbiger. Kleinste Teilchen, an die sich bei einer infizierten Person auch Sars-CoV-2-Viren aus den Atemwegen anheften. Die schweben dann in der Raumluft und können sich verbreiten. Eine hohe Konzentration von Aerosolen bedeutet ein höheres Ansteckungsrisiko mit Covid-19. Die CO2-Ampeln tragen also nicht nur zur einer Verbesserung der Luftqualität bei, sie dienen auch als Hilfsmittel zur Corona-Vorsorge. „Vorher hatten wir kontinuierlich die Fenster und auch die Türen der Klassenräume geöffnet, um eine mögliche Viruskonzentration zu senken“, so Anke Olberts. „Jeder hier“, so die Schulleiterin, atmet pro Minute etwa 8 Liter Luft aus“. Die Konzentration von Kohlenstoffdioxid wird in parts per million (Anteile pro Million) – kurz ppm – gemessen. Und diese kann an der Gallenbergschule nun permanent beobachtet werden. Anzeigen in gelb und rot warnen vor viel CO2, und damit auch vor vielen Aerosolen. „Beim Überschreiten des Grenzwertes löst der Alarm aus“, so Anke Olberts. Die Ampeln ersparten die regelmäßige Frischluftzufuhr aber keinesfalls. „Doch die kältere Jahreszeit ist im Anmarsch, da können bei normalen Werten die Fenster auch mal geschlossen bleiben.“

Schüler kennen den Grenzwert ganz genau

Das CO2-Messgerät werde an der Grundschule als ein Indikator für die Qualität des Innenklimas und sowie als eine Orientierungshilfe verstanden, wann die Luft im Raum ausgetauscht werden müsse. Je weniger Sauerstoff und je mehr CO2, desto langsamer seien schließlich die Reaktionen.
Doch wo liegt der Grenzwert? Die Gallenberg-Schüler können das ad hoc beantworten – ab 1000 ppm, das weiß jeder hier – von der ersten bis zur vierten Klasse. Darüber sollte der Wert laut Studien und Empfehlungen des Umweltbundesamtes nicht liegen. Der Wert – auch je nach Raumgröße – könne auch auf über 2000 ppm steigen, das sei aber bei weitem kein Extremwert, so die Schulleiterin.
Reduzierte Frischluftzufuhr bedeutet auch reduzierte Denkleistung und Zunahme von Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. „Dann gähnt man“, antwortet Emma auf die Frage, was denn bei einem erhöhten Kohlendioxid- bzw. verringerten Sauerstoffgehalt im Blut eigentlich passiere.
Der Gallenbergschule selbst war die Anschaffung der CO2-Ampeln nicht möglich. „Derzeit sind keine öffentlichen Mittel dafür vorgesehen“, sagt Michael Bieker vom Förderverein der Bildungseinrichtung. „Daher haben wir diese Lücke geschlossen. In der Hoffnung, „dass diese Investition mittel- und langfristig zur Verbesserung der Lernbedingungen beiträgt und kurzfristig sogar das Infektionsrisiko verringern kann.“ 1400 Euro investierte der Förderverein, der sich laut Anke Olberts immer sehr engagiere.
„Mit den CO2-Ampeln ist eine nachhaltige Präventionsmaßnahme realisiert worden.“ Mit eindeutigen Vorteilen für die allgemeine Lernentwicklung. Das gleich in doppelter Hinsicht. „Die Ampeln sind total spannend“, sagt Alen. Und für ihn und seine Mitschüler zudem ein kleiner Exkurs in die Wunderwelten der Chemie, Physik und Biologie.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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