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In der „Flohkiste“ schmeckt der Lolli wie Eis
Regelmäßige PCR-Tests in Kitas sorgen für Klarheit

30 Sekunden lang lutschen die Jungs und Mädels sowie ihre Erzieherin an einem Wattebausch.
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nja Olpe. „Ich möchte heute einmal Schoki“, sagt Felix im stühlchenfreien „Stühlchenkreis“. „Da hast du aber Glück gehabt. Da habe ich noch eines vorrätig“, antwortet Erzieherin Sarah Schlephorst und reicht dem Steppke sein „Eis“. Auch die anderen Kinder der Mauseloch-Gruppe der DRK-Kita „Flohkiste“ im Wendener Ortsteil Heid haben ihre Wünsche äußern können. Zitrone ist hoch im Kurs an diesem Montag. „Auf die Plätze, fertig – los“, sagt Sarah Schlephorst und mit einem vielstimmigen „Mmmh“ wird die vermeintliche Süßspeise genossen. 30 Sekunden lang lutschen die Jungs und Mädels sowie ihre Erzieherin nun tatsächlich an einem Wattebausch: Es ist 8.30 Uhr – und damit seit einer Woche Zeit für den gemeinsamen PCR-Test im „Lolli“-Format.

nja Olpe. „Ich möchte heute einmal Schoki“, sagt Felix im stühlchenfreien „Stühlchenkreis“. „Da hast du aber Glück gehabt. Da habe ich noch eines vorrätig“, antwortet Erzieherin Sarah Schlephorst und reicht dem Steppke sein „Eis“. Auch die anderen Kinder der Mauseloch-Gruppe der DRK-Kita „Flohkiste“ im Wendener Ortsteil Heid haben ihre Wünsche äußern können. Zitrone ist hoch im Kurs an diesem Montag. „Auf die Plätze, fertig – los“, sagt Sarah Schlephorst und mit einem vielstimmigen „Mmmh“ wird die vermeintliche Süßspeise genossen. 30 Sekunden lang lutschen die Jungs und Mädels sowie ihre Erzieherin nun tatsächlich an einem Wattebausch: Es ist 8.30 Uhr – und damit seit einer Woche Zeit für den gemeinsamen PCR-Test im „Lolli“-Format.

Testen ist für Kinder normal

Wie berichtet, hat der Olper Kreistag sich für diese Form der Corona-Vorsorge entschieden, über die in Siegen noch diskutiert wird. Alle Kita-Träger sind mit im Boot – und auch der überwiegende Teil der Eltern. Das Angebot ist freiwillig, geprüft wird zweimal pro Woche. „Das Testen ist für die Kinder ganz normal. Sie sind damit groß geworden“, sagt Diana Gaede, Leiterin der Kitas „Flohkiste“ und „Rothemühler Knirpse“. Die Kinder nehmen die Sache unter Anleitung selbst in die Hand. Bei den Jüngsten wird aber auch geholfen. Das Team ist überzeugt an Bord.
Diana Gaede begrüßt das Olper Verfahren und erhält auch von den Eltern positive Rückmeldungen: „Der Schutz der Kinder und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, sagt sie. „Wo gibt es das sonst noch, dass Menschen aus 66 Haushalten ohne großen Abstand und oft auch ohne Maske auf so engem Raum den Tag miteinander verbringen?“ Bisher habe man keinerlei Anhaltspunkte gehabt, ob jemand das Virus in sich trug. Das ist nun anders: In der ersten Testwoche gab es bei den „Flöhen“ gleich zwei positive Pools. „Jeweils ein Kind war dabei infiziert.“ Zum Vergleich: In den Jahren zuvor musste nur eine einzige Gruppe in Quarantäne.

Immer mehr Kita-Kinder mit Corona

Am Freitag waren laut Kreis 30 Kindergartenkinder und 21 Erzieherinnen wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne. Gleiches galt für 38 Kita-Kinder, die „Haushaltskontakte“ hatten – wenn es einen positiven Fall innerhalb der Familie gibt. Der Kreis spricht von einem Anstieg der Zahlen im Kita-Alter.
Anders als in den nordrhein-westfälischen Schulen speicheln die Kita-Kinder in Olpe nicht sofort zwei „Lollis“ ein. Ist das Ergebnis des bis zu 25 Personen umfassenden Pools positiv, wird für die Zeit, bis das Einzelergebnis vorliegt, für diese Gruppe ein Betreuungsverbot ausgesprochen. Die Pool-Mitglieder – Kinder wie Erzieher – müssen also ein zweites Teststäbchen in der Kita abgeben. So wird geklärt, wer sich infiziert hat.
Kreisweit gilt aber auch: Eltern, deren Kinder nicht an der Pooltestung teilnehmen, müssen bei positivem Pool der Betreuungsgruppe auf eigene Kosten einen negativen PCR-Test vorweisen, bevor die Betreuung des Kindes wieder aufgenommen werden kann. Zusätzlich müssen sie für die folgenden 14 Tage drei mal wöchentlich einen Antigen-Schnelltest vornehmen und dies dem Kindergarten schriftlich bestätigen. Passiert dies nicht, wird das Kind zwei Wochen vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen.

Pool-Tests geben Sicherheit

Bis Januar konnten Eltern zweimal pro Woche einen kostenlosen Antigentest mitnehmen und ihre Kinder checken. „Das“, so Diana Gaede, „hat nur eine Handvoll regelmäßig gemacht.“
Ein weiterer großer Träger neben dem DRK mit seinen zehn Häusern ist die Kath. Kindertageseinrichtung Siegerland-Südsauerland gGmbH. „Wir finden die Pooltestung super“, sagt Bereichsleiter Peter Schmitz. „Vorher konnte niemand sicher sein, ob jemand infiziert ist.“ Jetzt hat man Klarheit: In den 35 Einrichtungen kreisweit gab es vergangene Woche 20 positive Pools. Ein Schwerpunkt: der Raum Lennestadt. „Das hat alle erst einmal durchgeschüttelt – aber wir sind froh, nun endlich zu wissen, was los ist.“ Es gab auch schon den Fall, dass das Labor den Zweittest nicht binnen 24 Stunden analysieren konnte – Stichwort Überlastung. Auch gab es Pools mit mehreren Infizierten.
Grünes Licht für fünf Siegener Kitas
Und: Ja, es gibt auch vereinzelt besorgte Fragen aus der Elternschaft. Zum Beispiel: „Was passiert, wenn mein Sohn ein Stück des Teststabs abbeißt und runterschluckt?“ Die Kitas, so Schmitz, sorgen individuell für ein sachgemäßes Testen: „Das wird ernst genommen, ist aber für die Einrichtungen keine große Herausforderung.“ Für die fünf Siegener Kitas wurde bereits grünes Licht für Pooltestungen signalisiert: Unterm Krönchen stehen alsbald politische Entscheidungen an.

Schmidt: „Auch Schulen und Kitas priorisiert behandeln“ Andree Schmidt, Schuldezernent bei der Stadt Siegen, spricht sich klar dafür aus, dass auch in Schulen und Kitas weiter mit PCR-Tests gearbeitet werden soll. Zwar werde die Test-Art vom Land festgelegt, das auch gemeinsam mit dem Bund die Priorisierung vornehmen werde, aber „meine Auffassung ist, dass auch die (Grund-) Schulen und Kitas bei PCR-Tests priorisiert behandelt werden sollten“, so Schmidt. „Ich vertrete die Auffassung, dass die regelmäßigen Testungen in den Schulen zu einem sicheren Schulbetrieb beigetragen haben und weiter beitragen, so wie ich insgesamt die Testungen für eine wirksame Maßnahme in der Pandemie halte“, betont der Schuldezernent. Daher unterstütze die Stadt Siegen beispielsweise auch, zusätzlich zu ihren kommunalen Schulträger-Aufgaben, das Land bei der Durchführung der PCR-Pool-Testungen in den Schulen, indem man den Transport der Testungen zu den Laboren organisiere.
30 Sekunden lang lutschen die Jungs und Mädels sowie ihre Erzieherin an einem Wattebausch.
 „Der Schutz der Kinder und Mitarbeiter hat oberste Priorität“,  sagt Diana Gaede.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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