Ausschuss vergab erste "Sterne":
Regionale-Projekte auf den Weg gebracht

Auch ein Projekt aus Freudenberg erhielt den erstern "Stern".
  • Auch ein Projekt aus Freudenberg erhielt den erstern "Stern".
  • Foto: Südwestfalen-Agentur
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

sz Olpe/Siegen/Freudenberg. Umweltbildung, Ausbildung, Berufsorientierung sowie ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte: Digitale Bildungsprojekte standen im Fokus der jüngsten Sitzung des Regionale-Ausschusses. Vier der zehn vom Ausschuss ausgezeichneten Projekte für die Zukunft Südwestfalens kamen aus diesem Bereich.
Die erste Sitzung des Regionale-Ausschusses im Jahr 2020 verlief ungewohnt. Statt sich am Tisch gegenüberzusitzen, diskutierten die Verantwortlichen in einer Telefonkonferenz über Projekte, die der Region weiterhelfen. Mit der Entscheidung, zehn innovative Vorhaben auszuzeichnen, folgte der Ausschuss den Empfehlungen des Beirats – dieser hatte sich übrigens in einer Videokonferenz zusammengefunden und ausgetauscht.
"Der persönliche Umgang ist uns allen natürlich lieber. Aber wir sind froh, die Regionale 2025 auch während der Corona-Pandemie fortführen zu können. Das ist auch wichtig für die Projektverantwortlichen. Sie wollen ja wissen, wie es um ihre Idee steht und kontinuierlich daran arbeiten", sagte Dr. Karl Schneider, Landrat des Hochsauerlandkreises und Vorsitzender des Regionale- Ausschusses.
Das Ziel eines jeden Projekts ist es, mit drei "Sternen" ausgezeichnet zu werden. Denn dann stehen Fördergelder bereit und das Vorhaben kann umgesetzt werden. Den ersten "Stern" gibt es für eine sehr gute Idee, den zweiten für ein tragfähiges Konzept hinter der Idee. Acht Vorhaben sind neu dabei im Regionale-Prozess, eines hat den zweiten "Stern" erhalten, und zwar das Projekt "Blockchain für die Supply Chain". Die "Blockchain"-Technologie wird bei vielen Firmen als eines der wichtigsten technologischen Themen der Zukunft angesehen und könnte künftig in vielen Arbeitsbereichen zum Einsatz kommen. Die Fachhochschule Südwestfalen will Unternehmen aus der Region mit dem Projekt zeigen, wie sie diese Technologie anwenden und beispielsweise ihre Lieferketten verbessern können. 

Die nachfolgenden Projekte aus dem SZ-Verbreitungsgebiet haben alle jeweils den ersten "Stern" erhalten:

  • "Bigge Valley 2.0"

Die Stadt Olpe plant, die Innenstadt umzugestalten. Sie soll mit drei Bausteinen aus dem Stadtentwicklungskonzept im Rahmen der Regionale 2025 nachhaltig weiterentwickelt und die Zusammenarbeit mit der Digitalwirtschaft gestärkt werden. Die Stadt möchte die Bereiche zwischen Altstadt, Rathausquartier, Biggesee und dem "Bigge Valley" an der Olper Hütte mit den dort ansässigen Digitalunternehmen besser miteinander verbinden. Geplant sind ein neues Rathaus mit multifunktionalem Saal, den alle Einwohner nutzen können, sowie New-Work-Möglichkeiten für die Verwaltungsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem soll ein "House of learning" am Städtischen Gymnasium mit seinem geplanten Zweig "Internationale Schule" entstehen. Hier soll sich in Zusammenarbeit mit der Uni Siegen und der heimischen Wirtschaft ein Ort für digitales Lernen und Lehren entwickeln.

  • Projekt "Nachhaltiges Qualitätsmanagement für die öffentliche Infrastruktur – am Beispiel des Tourismus"

Die beiden Tourismusregionen Sauerland und Siegen-Wittgenstein verfügen über sehr gut markierte und ausgezeichnete Wanderwege. Sie zählen zur Freizeitinfrastruktur Südwestfalens, ebenso wie Schutzhütten und Rastplätze. Die Qualität der Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern, ist das Ziel des Projekts. Geplant ist, ein mobiles und institutionsübergreifendes Managementsystem zu entwickeln und etablieren. Mit diesem einheitlichen System sollen die Arbeitsprozesse aller beteiligten Partner im Tourismussektor koordiniert und optimiert werden können. Dabei geht es neben der Entwicklung von technischen Lösungen auch darum, die komplexen Aufgaben und Arbeitsabläufe unter den Partnern aufzuteilen.

  • Projekt "Digitale Stadtgeschichte(n) – Unsere Heimatgeschichte live erleben 

    Auch ein Projekt aus Freudenberg erhielt den erstern "Stern".
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In Freudenberg arbeiten ehrenamtlich tätige Amateur-Theatergruppen und Schulen gemeinsam an einer virtuellen Stadtführung. Durch den Einsatz einer App mit "Augmented Reality"-Anwendung möchte die Stadt ihre eigene Geschichte und Historie für Einheimische, Gäste und Kinder auf neue Art und spielerische Art erlebbar machen. Im Fokus steht die historische Altstadt mit ihren berühmten Fachwerkhäusern.

  • Projekt "RegioQuest"

"RegioQuest" ist eine mobile Datenplattform. Sie soll Jugendlichen in der Berufsfindungsphase helfen und Unternehmen mehr Sichtbarkeit für ihre Ausbildungsplätze verschaffen. Die Daten dazu stellen Unternehmen auf einer Webplattform bereit. Die Jugendlichen wiederum können die mobile "RegioQuest"-App nutzen, die auf diese Daten zugreift. Sie lösen verschiedene Aufgaben mit regionalem Bezug (sogenannte Quests) an speziellen Standorten in ihrer Umgebung und lernen darüber Ausbildungsplätze in ihrer Nähe kennen. Für das Projekt arbeiten die Uni Siegen und der Kreis Olpe auch mit der Zielgruppe, den Jugendlichen, zusammen.

  • Projekt "Digitales Berufsbildungsnetzwerk Sauerland"

Das Projekt will die Ausbildung künftiger Fachkräfte für den Bereich der digitalen, industriellen Produktion qualitativ verbessern. Junge Menschen sollen bereits während der Ausbildung auf die vernetzte Arbeitswelt vorbereitet werden. Auch Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder sollen profitieren. Neben der räumlichen und technischen Ausstattung der Berufskollegs geht es vor allen Dingen darum, didaktische und methodische Konzepte zu entwickeln, die den Anforderungen und erforderlichen Kompetenzen der "Industrie 4.0" gerecht werden. Das Projekt soll zudem wissenschaftlich begleitet werden, um die Erkenntnisse auf andere Bildungsgänge, Schulen und Kreise übertragen zu können.

  • Projekt "Natur digital begreifen"

In Siegen sollen vor allen Dingen Kinder und Jugendliche die biologische Vielfalt im Erlebniswald Historischer Tiergarten künftig digital erkunden können. Die Erfahrung des Waldes mit allen Sinnen bleibt, wird aber ergänzt im digitalen Raum – etwa mit datenbasierten Fakten oder spielerischen Elementen. Dafür sollen neue digitale Stationen entlang des bestehenden Wegenetzes entwickelt, erprobt und evaluiert werden – um beispielsweise Schulklassen teils unsichtbare Vorgänge in der Natur auf moderne Art zu vermitteln.

Die aktuelle Situation verdeutliche noch einmal, dass die Schwerpunktsetzung in der Regionale 2025 genau richtig sei, erklärten Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen-Agentur in Olpe, die den Prozess der Regionale 2025 steuert. "Wir merken, wie sehr wir den physischen Austausch brauchen und schätzen. Andererseits ist es notwendig, uns digitaler Hilfsmittel zu bedienen, um uns beispielsweise im Arbeitsleben oder im Bildungsbereich neu zu organisieren und neue Möglichkeiten auszunutzen. Und das spiegelt sich auch schon in den jetzt ausgezeichneten Projekten wider."
Im Rahmen der Regionale 2025 werden noch bis mindestens Ende 2021 Ideen gesucht.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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