Reizgas beim Familienstreit

Mutter am Kopf verletzt / 50 Sozialstunden für den Sohn

mik Olpe. Wenn erwachsene Söhne nach Hause kommen, freuen sich die Mütter. Manche kochen noch einmal das Lieblingsgericht. Andere erzählen ein paar »Weißt-du-noch-damals-Geschichten«. Mutter Christa H.* aus Hünsborn sprühte Reiz-Gas. Dazu Sohn Thomas gestern vor dem Amtsgericht: »Es hat in dieser Familie schon immer geknistert.« Am 5. Juli 2002 hat es geknallt.

Harmlos ging es los: Gegen 19 Uhr kam Thomas nach Hause. Er hatte in Siegen eingekauft. Und präsentierte seiner Mutter die Schnäppchen. »Sie hat mich sofort beschimpft«, so Thomas H. »Idiot, Schwachsinniger, du gehörst in die Klapse«, soll die Mutter ihrem Sohn entgegen geschrien haben. Gestritten wurde nicht zum ersten Mal. Drei Polizeibeamte sagten gestern aus, dass sie regelmäßig zu Einsätzen ins Haus der Familie H. gerufen wurden.

Am 5. Juli passierte aber mehr. Christa H. soll zur Reizgas-Dose gegriffen haben. »Es kann sein, dass ich dann die Arme gehoben habe und sie dabei getroffen habe«, so Thomas H. Das muss der 25-Jährige heftig getan habe. Denn seine Mutter blutete anschließend am Kopf. Thomas flüchtete in sein Zimmer im Keller. Dort wartete er, bis die Polizei kam. Die Beamten erinnerten sich an den Einsatz. Thomas H. sei aggressiv gewesen. Außerdem habe er auf der Fahrt zur Wache die Beamten provoziert: »Warum schlagt ihr mich nicht, das macht ihr doch so gerne?«

Bewährungshelfer Manfred Berlin stellte dem arbeitslosen Thomas H. gute Noten aus. Er habe die Bewährungsauflage (Sozialstunden) einer früheren Verurteilung zügig abgearbeitet. Und er sei zu Hause ausgezogen. So seien weitere Streitigkeiten unwahrscheinlich. Zur Ursache der Probleme zwischen Mutter und Sohn vermutete Berlin: »Sie will, dass er sesshaft wird und seine abgebrochene Ausbildung beendet.« Den ersten Teil habe Thomas H. erfüllt. Nun bearbeite Berlin den 25-Jährigen, dass dieser seine Ausbildung beendet. »Ich sehe es positiv«, so Berlin abschließend.

Richter Jochen Schneider wohl auch. Er stellte das Verfahren gegen Auflage – Thomas H. muss 50 Sozialstunden ableisten – ein. (* Namen von der Red. geändert)

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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