Renaissance der Religion?

BDKJ befasste sich mit der Shell-Studie

sz Olpe. Die jüngste Shell-Jugendstudie war Hauptthema der BDKJ-Diözesanversammlung, die am Wochenende tagte. Etwa 60 Delegierte aus den zehn katholischen Jugendverbänden des Erzbistums Paderborns waren dazu in den Jugendhof des Pallotti-Hauses in Olpe gekommen. Der BDKJ ist der Dachverband dieser Jugendverbände. Die Shell-Studie gilt als eine der bekanntesten Studien der Jugendforschung. Ganz sicher ist sie eine der aktuellsten, denn aufgrund ihrer finanziellen Ausstattung können die beteiligten Wissenschaftler zügig arbeiten. Zu ihnen gehörte Dr. Gudrun Quenzel, die den Vertreterinnen und Vertreter der Verbände die Ergebnisse in Olpe vorstellte.

Demnach engagieren sich etwa 70 Prozent der jungen Leute zwischen zwölf und 25 Jahren oft oder gelegentlich für andere. Die Jugendlichen von heute haben eher Angst um die eigene (wirtschaftliche) Zukunft als vor großen globalen Krisen. Sie wollen weniger Veränderungen und halten viel von Freundschaften, Partnerschaft und Familie. »Es gibt ein großes Kuschelbedürfnis«, so Quenzel.

Eine Renaissance der Religion, wie sie vielfach angesichts des Weltjugendtags im vergangenen Jahr und des diesjährigen Papstbesuches beschrieben worden sei, konnte die Studie nicht belegen. »Die Begeisterung für den Papst ist keine Glaubensbegeisterung«, erläuterte Quenzel. Der Glaube an Gott rangiert als Wert eher im unteren Bereich. Dies hat sich seit der vorletzten Studie im Jahr 2002 nicht geändert. Diese Aussage konnten die Vertreterinnen und Vertreter der Jugendverbände für ihr Klientel nicht bestätigen. »Wir erleben sehr wohl, dass Jugendliche und junge Erwachsene neu nach Gott fragen und dass sie dies intensiver tun als noch vor ein paar Jahren«, sagte Andreas Neuser, BDKJ-Diözesanseelsorger. »Dabei suchen sie nach einer neuen Sprache und neuen Ausdrucksformen, weil die im kirchlichen Bereich gängigen Formen ihnen zum Teil fremd geworden sind.«

Als Reaktion darauf habe der BDKJ vor einem Jahr das Projekt »Was ER euch tut, das sagt!« gestartet. »Unsere Leute sollen und wollen ermutigt werden, ihr Engagement in einer verbandlichen Gruppe aus dem Glauben heraus zu begründen und auf eine ihnen angemessene Weise von Gott zu sprechen«, so Neuser. Bei der jetzigen Diözesanversammlung ging das Projekt in die zweite Halbzeit. Projektreferent Markus Etscheid und die Mitglieder der Steuerungsgruppe, die das Projekt inhaltlich gestalten, haben dazu einen Methodenkoffer entwickelt, den sie der Versammlung erstmals präsentierten. Er enthält eine Fülle von Material, mit dessen Hilfe der Glaube neu ins Gespräch gebracht werden kann, etwa eine Version von »Dalli Klick« mit Bildern der Bibel. Einige davon konnten die Mitglieder der Versammlung gleich ausprobieren.

Der Koffer steht zunächst den Jugendverbänden zur Verfügung, die ihn in der BDKJ-Diözesanstelle einsehen und ausleihen können. »Darin sind konkrete Hilfestellungen«, erläuterte Markus Etscheid, »und er soll auch dazu anregen, eigene Ideen zu entwickeln. Das ist nämlich gar nicht so schwierig.«

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