Wenig Wasser in beiden Seen
Ruhrverband arbeitet an Bigge- und Listertalsperre

So wie im vergangenen Jahr wird auch nun wieder ein Teilstück der nach dem Intze-Prinzip errichteten, 1912 fertiggestellten Staumauer der Listertalsperre saniert.
  • So wie im vergangenen Jahr wird auch nun wieder ein Teilstück der nach dem Intze-Prinzip errichteten, 1912 fertiggestellten Staumauer der Listertalsperre saniert.
  • Foto: Ruhrverband (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz/win Olpe/Attendorn-Eichen. Nach dem Ende der nordrhein-westfälischen Sommerferien beginnt der Ruhrverband mit langfristig geplanten Instandsetzungsarbeiten an Bigge- und Listersee. An der Listertalsperre wird der nächste Bauabschnitt zur Sanierung des Bruchsteinmauerwerks auf der zur Listertalsperre ausgerichteten Seite der Staumauer begonnen.

Da diese auf der Listerseite im Regelbetrieb bis kurz unter die Mauerkrone eingestaut ist, wird der Pegelstand für die nun beginnenden Arbeiten um rund 4 Meter abgesenkt. In einer ähnlichen Größenordnung wurde der Stauspiegel bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der ersten Bauphase der Sanierungsarbeiten abgesenkt. Um Badegäste und sonstige Erholungssuchende vor dem Hintergrund des Corona-bedingt verstärkten Besucheraufkommens nicht mehr als unbedingt nötig in ihren Aktivitäten einzuschränken, beginnt der Ruhrverband mit der Baumaßnahme erst nach den Schulferien.

Uferabschnitte an der Listertalsperre nicht tragfähig

Auf einem rund 4 Meter breiten Streifen der südlichen Mauerhälfte werden unterhalb der Mauerkrone zunächst alle Fugen ausgestemmt, lockere Steine verankert und die Fläche gestrahlt. Anschließend wird das Bruchsteinmauerwerk nach dem Vornässen im Trockenspritzverfahren neu verfugt. Damit der markante Charakter des Bruchsteinmauerwerks erhalten bleibt, werden die Köpfe der einzelnen Steine nach dem Zuspritzen direkt wieder freigekratzt und abschließend durch Sandstrahlen gereinigt.
Am Olper Vorbecken des Biggesees wird Anfang September nach rund 60 Betriebsjahren mit dem Austausch der rechten Wehrklappe der Wehranlage Eichhagen begonnen. Hierfür ist eine Absenkung der Biggetalsperre auf ein Stauniveau von etwa 302,5 Meter über Normalhöhennull (NHN) erforderlich. Dies entspricht dem Stauspiegel, der ab Herbstmitte als Hochwasserschutzraum vorgeschrieben ist.
Der Ruhrverband weist darauf hin, dass die durch die Absenkung trockenfallenden Uferabschnitte nicht tragfähig sind und auf keinen Fall betreten werden dürfen. Insbesondere an den Zuläufen bestehe Lebensgefahr.

Listersperrmauer als Ziel von Rollbomben

Anders als der Biggesee, der durch den Bau eines Damms eingestaut wurde, bildet im Fall der Lister eine Staumauer die Listertalsperre. Diese wurde von 1909 bis 1912 erbaut und entspricht dem sogenannten Intze-Prinzip, das der Wasserbauingenieur Otto Intze entwickelte, der Begründer der modernen Wasserwirtschaft in Deutschland. Die von ihm entwickelte Staumauer verjüngt sich von der Basis zur Krone und ist zur Stauseite hin gewölbt.

In der Nacht zum 17. Mai 1943 war auch die Listersperrmauer ein Ziel der sogenannten Operation Chastise (=Züchtigung) der No. 617 Squadron der britischen Royal Air Force: Spezielle Rollbomben, die erst wie Kiesel über die Wasseroberfläche hüpften und dann an der Mauerinnenseite nach unten „kletterten“ und dort detonierten, zerstörten die Staumauern der Eder- und der Möhnetalsperre. Die Flutwellen, die sich durch die Täler wälzten, forderten Hunderte von Menschenleben und richteten immensen Schaden an. Die Listermauer blieb unversehrt: Dichter Nebel sorgte dafür, dass die Mannschaft des Lancaster-Bombers mit dem Rufzeichen „York“ ihr Ziel nicht fand.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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