Satt werden an Leben

Olpe feiert fünfjähriges Bestehen des Kinderhospizes

mik Olpe. Drei Tage lang feiert das Team des Kinderhospizes Balthasar dessen fünfjähriges Bestehen. Zuviel Feier für die kurze Zeit? Pfarrer Steiling erklärte mit wenigen Worten: »Fünf Jahre ist nicht viel. Doch mit dem Tod als Partner kann es sehr viel sein.«

Am Begriff »Tod« kam gestern beim Festakt im Mutterhaus der Franziskanerinnen keiner der Redner und Rednerinnen vorbei. Bereits im Gottesdienst sprachen Mitarbeiterinnen des Kinderhospizes vom Tod und der Trauer, die sich »wie ein graues Tuch über das Haus legt, wenn ein Kind stirbt«. Bei diesen Worten trug eine Mitarbeiterin einen grau-schwarzen Schleier zum Altar. Es folgten Sonnenblume und Lebensbaum. Denn das Kinderhospiz Balthasar ist mehr, ist viel mehr als das grau-schwarzes Tuch. Es ist Sterben und Trauer aber auch Leben und Lachen.

Und die Balthasar-Mitarbeiter holen »das letzte Stück des Weges aus der Tabu-Zone des Schweigens heraus«, so Schwester Mediatrix Nies, Generaloberin der Franziskanerinnen. Die Nonne erinnerte an den Anfang im Jahre 1998: »Für viele war der Begriff 'Hospiz' bedrohlich.« Weil das Wort jeden an das ganz persönliche Sterben erinnere, so Schwester Mediatrix. Und mehr noch: »Der Begriff 'Kinderhospiz' hat so etwas von Aufgabe.« In unserer Gesellschaft, in der Verlieren nicht erwünscht sei, müsse bis zum Ende um das Leben gekämpft werden, so die Generaloberin. Deshalb hofft sie, »dass es gelingt, denen, die da kommen, ein Stück Freude und Hoffnung zu geben.«

Für Landrat Frank Beckehoff zeigt die Entstehung des Kinderhospizes eindrucksvoll, »was mit privater Initiative von wenigen bewegt werden kann«. Und der Landrat lobte das Balthasar-Team: »Mit Ihrem Dienst entzünden Sie in der Nacht von Tod und Trauer ein Licht der Hoffnung.«

Olpes Bürgermeister Horst Müller war dankbar, dass mit dem Kinderhospiz Balthasar »ein Meilenstein sozialen Engagements« in Olpe gesetzt worden sei.

Bewegende Worte sprach Richard Volk, Gründungsmitglied des Kinderhospizvereins. Er sprach über den Tod seiner Zwillinge, die er im Hospiz Balthasar stets »in den besten Händen« gewusst habe. Die Entscheidung zum Bau Balthasars vor 5 Jahren nennt Volk »historisch«.

Zum Schluss des Festaktes sprach Professor Franco Rest über den Weg zum Tod, der im Leben beginnt. Im Hospiz müsse »satt werden« an Leben das Ziel sein, um Abschied nehmen zu können. Hospizarbeit sei auch, Menschen sterben zu lassen, und auf den Kampf um das Leben zu verzichten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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