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Impfzentrum in Attendorn ab Februar am Start
Schützen wollen Fahrdienst anbieten

Am 1. Februar soll das Impfzentrum in Attendorn an den Start gehen. Offizielle Fahrdienste sind für die Senioren nicht geplant.
  • Am 1. Februar soll das Impfzentrum in Attendorn an den Start gehen. Offizielle Fahrdienste sind für die Senioren nicht geplant.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. Zum ersten Mal im neuen Jahr tagte am Donnerstag der Arbeitskreis Corona/Gesundheit, Teil des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung. Im großen Saal des Kreishauses ging es bei offenen Fenstern und mit Maskenpflicht hauptsächlich um die Entwicklung der Pandemie bzw. um die Schritte zu deren Bekämpfung. Andreas Sprenger, Leiter des Krisenstabs, betonte, der Krisenstab sei derzeit offiziell nicht eingesetzt, weil – anders als im Fall des Orkans „Kyrill“ – keine akute Notsituation vorliege, sei aber beauftragt, das Thema Corona zu bearbeiten, weil es ein über Jahre eingespieltes Team sei, das sich als Krisen-Instrument bewährt habe.
Start im Impfzentrum am 1. FebruarSprenger berichtete, das Impfzentrum des Kreises in Attendorn werde nach derzeitiger Planung am 1.

win Olpe. Zum ersten Mal im neuen Jahr tagte am Donnerstag der Arbeitskreis Corona/Gesundheit, Teil des Ausschusses für Umwelt und Kreisentwicklung. Im großen Saal des Kreishauses ging es bei offenen Fenstern und mit Maskenpflicht hauptsächlich um die Entwicklung der Pandemie bzw. um die Schritte zu deren Bekämpfung. Andreas Sprenger, Leiter des Krisenstabs, betonte, der Krisenstab sei derzeit offiziell nicht eingesetzt, weil – anders als im Fall des Orkans „Kyrill“ – keine akute Notsituation vorliege, sei aber beauftragt, das Thema Corona zu bearbeiten, weil es ein über Jahre eingespieltes Team sei, das sich als Krisen-Instrument bewährt habe.

Start im Impfzentrum am 1. Februar

Sprenger berichtete, das Impfzentrum des Kreises in Attendorn werde nach derzeitiger Planung am 1. Februar seinen Betrieb aufnehmen. Material und Personal würden über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe gestellt, die Rekonstitution (Aufbereitung) des Impfstoffs werde von der Apothekerkammer sichergestellt. Alle übrigen Aufgaben übernehme die Kreisverwaltung, die dazu einen Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz geschlossen habe. Stefan Spieren, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, berichtete, der am 27. Dezember erfolgte Impfstart durch mobile Teams in den Seniorenheimen im Kreis sei erfolgreich angelaufen. Er sei zuversichtlich, dass die zur Immunisierung nötige zweite Impfung bei allen impfwilligen Heimbewohnerinnen und -bewohnern noch im Januar abgeschlossen werde. 1067 Bewohnerinnen und Bewohner seien mit der Erst-Impfung versehen, dazu 1367 Mitglieder des Personals und 375 weitere Personen, die übrige Impfdosen erhalten hätten, damit diese nicht verkämen. Am Montag, 18. Januar, starte die Impfung in den Krankenhäusern, wobei hier die Rekonstitution des Impfstoffs und die eigentliche Impfung von den Hospitälern selbst vorgenommen würden.

560 Impfdosen pro Woche

Ab dem 1. Februar seien dem Impfzentrum des Kreises Olpe 560 Impfdosen pro Woche zugesagt, dazu kämen die zusätzlichen Mengen, die für die drei Wochen spätere Nachimpfung nötig seien, so Spieren. Das Impfzentrum werde nach Weisung des Landes zunächst an fünf Tagen in der Woche von 14 bis 19 Uhr öffnen, wobei ein Tag am Wochenende liegen müsse, die genauen Zeiten werden noch festgelegt und veröffentlicht.

Bisher keine schweren Nebenwirkungen

Auf Nachfrage von Klaus Heger (AfD) berichtete Spieren, ihm sei kein einziger Fall schwerer Nebenwirkungen bei den Impfungen bekannt. Bis auf Weiteres werde dem Kreis Olpe ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer zugeteilt, und darüber sei er auch froh, denn sonst würde die Handhabung mit zwei verschiedenen Impfstoffen kompliziert. Landrat Theo Melcher berichtete über die weiteren Planungen: „Wir fahren auf Sicht und planen erst mal nur bis Ende März. Dann müssen wir weitersehen. Wirklich durch sein werden wir erst, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht, der wie bei der Grippeschutzimpfung beim Hausarzt verimpft werden kann.“ Hiltrud Ochel (Grüne) erkundigte sich nach Möglichkeiten, die als erste im Impfzentrum willkommenen Impflinge, Menschen über 80, überhaupt dorthin zu bekommen, schließlich seien die meisten von ihnen nicht sehr mobil. Melcher erklärte, hier seien keine organisierten Fahrdienste oder ähnliches geplant.

Kreisschützenbund bietet Fahrdienst an

Allerdings habe sich der Kreisschützenbund angeboten, über seine Mitgliedsvereine und -bruderschaften ehrenamtliche Fahrdienste für Menschen zu organisieren, die sonst nicht zur Impfung nach Attendorn kommen können. „Ich bekomme jeden Tag Mails von Menschen, die der Meinung sind, dass sie aus den unterschiedlichsten Gründen vorrangig geimpft werden müssen.“ Hier könne er nur versichern, dass die Reihenfolge unter Berücksichtigung vieler Aspekte von höchster Stelle festgelegt sei und es keine Ausnahmen gebe.

Situation in Pflegeheimen entspannt

Frank Japes vom Fachdienst Gesundheit berichtete, täglich meldeten sich zwischen 30 und 50 Menschen als Reiserückkehrer. Die Corona-Situation in den Pflegeheimen im Kreis sei derzeit „sehr entspannt“ nach zwischenzeitlich hohen Zahlen; derzeit seien noch acht Einrichtungen betroffen, allerdings insgesamt nur mit drei Bewohnerinnen und Bewohnern und acht Beschäftigten.

Schnelltests geben trügerische Sicherheit

Einige Fälle seien dem Kreis bekanntgeworden, in denen sich vor Weihnachten Angehörige durch Schnelltests in trügerische Sicherheit gewogen hätten, es durch den Verwandtenbesuch aber zu Infektionen gekommen sei. Der Schnelltest gebe eben nur eine Momentaufnahme und könne einen Tag später schon überholt sein. Auf eine Nachfrage aus dem Ausschuss berichtete Stefan Spieren über die Testungs-Intensität in den Kindergärten. Hier sei die Lage sehr unterschiedlich, so der Hünsborner Arzt: Es gebe Einrichtungen, in denen sich die komplette Belegschaft regelmäßig durchtesten lasse, in anderen werde quasi gar nicht getestet. „Es sind aber immer die gleichen“, so Spieren. Hiltrud Ochel erkundigte sich nach der Auslastung der Kindergärten. Fachbereichsleiter Michael Färber antwortete, derzeit gebe es noch keine genaue Übersicht. Es gelte aber zu beachten, dass die Kindergärten ja in keinem Notbetrieb liefen und, anders als in den Schulen, auch keine Notbetreuung laufe, vielmehr handle es sich um einen eingeschränkten Regelbetrieb, auch wenn die Eltern dringend angehalten seien, ihre Kinder nicht in die Einrichtungen zu schicken.

Noch ein langer Weg

Eins blieb unwidersprochen: dass es bis zum Ende der Krise noch ein langer Weg sei. „Die meisten glauben, mit den ersten Impfungen seien keine Maske und kein Abstand mehr nötig. Das wird schwer zu vermitteln sein, aber wir müssen bis Ende des Jahres durchhalten“, so die Prognose von Stefan Spieren.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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