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Hilfe kommt vom Land
Schützenvereine nicht alleine lassen

Der Olper Schützenkönig Willi Rücker wird die St.-Sebastianus-Schützen noch weiter regieren – auch andere Könige bleiben vorerst im Amt.
  • Der Olper Schützenkönig Willi Rücker wird die St.-Sebastianus-Schützen noch weiter regieren – auch andere Könige bleiben vorerst im Amt.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

soph Kreisgebiet. Der Blick in den Himmel zeigt in diesen Tagen meist ein strahlendes Blau, der Blick der Schützenvereine in die nahe Zukunft dürfte metaphorisch gesehen mit grauen Wolken verhangen sein. Auch wenn die endgültige Verordnung seitens der Landesregierung noch aussteht, ist eigentlich allen klar, dass in diesem Sommer kein Schützenfest stattfinden wird.„Wir wissen im Herzen, es wird keines geben“, ist sich Frank Wolfschläger,
1. Vorsitzender des Heimatschutzvereins St. Georg Neger sicher. „Bis zum 3. Mai dürften wir uns ja gar nicht für die Vorbereitungen treffen, und in fünf Tagen plant niemand ein solches Fest.“ Unter normalen Umständen würde vom 8. bis zum 10. Mai im Festzelt am Sportplatz gefeiert.

soph Kreisgebiet. Der Blick in den Himmel zeigt in diesen Tagen meist ein strahlendes Blau, der Blick der Schützenvereine in die nahe Zukunft dürfte metaphorisch gesehen mit grauen Wolken verhangen sein. Auch wenn die endgültige Verordnung seitens der Landesregierung noch aussteht, ist eigentlich allen klar, dass in diesem Sommer kein Schützenfest stattfinden wird.„Wir wissen im Herzen, es wird keines geben“, ist sich Frank Wolfschläger,
1. Vorsitzender des Heimatschutzvereins St. Georg Neger sicher. „Bis zum 3. Mai dürften wir uns ja gar nicht für die Vorbereitungen treffen, und in fünf Tagen plant niemand ein solches Fest.“ Unter normalen Umständen würde vom 8. bis zum 10. Mai im Festzelt am Sportplatz gefeiert. Auch wenn das nur noch zweieinhalb Wochen sind, wartet der Vorstand mit der endgültigen Absage bis zu einem offiziellen Verbot, um sich rechtlich auf sicherem Boden zu bewegen. „Wir haben schließlich auch Verträge mit Dienstleistern und Partnern geschlossen.“

Absage nach Kategorien wäre sinnvoll

Nun kommt für den Heimatschutzverein und alle anderen Schützen eine gute Nachricht von Jochen Ritter. Der CDU-Landtagsabgeordnete berichtete im Gespräch mit der SZ, dass man gestern auf Landesebene beschlossen habe, Vereinen, die durch die Verbote in Schwierigkeiten geraten, unter die Arme zu greifen. „Wir können sicherlich nicht alles auffangen, aber fest steht, dass wir die Schützenvereine mit ihren Verlusten nicht alleine lassen werden.“ Mit diesem eindeutigen Signal wolle man unterstreichen, wie wichtig die Brauchtumsveranstaltungen für die Gesellschaft seien.
Hinsichtlich einer offiziellen Verordnung, anhand derer die Ordnungsämter der Kommunen als Entscheidungsträger vor Ort agieren können, wünscht sich Jochen Ritter eine zügige, bundesweit einheitliche Lösung. „Bei der Beurteilung sollte es nicht nur um die Zahlen, sondern viel mehr um die Art der Veranstaltung gehen“, fügt er hinzu. Ein Saal sei nicht mit einer Open-Air-Veranstaltung zu vergleichen, hier wäre das Verbot nach Veranstaltungskategorien aus seiner Sicht die sinnvollste Lösung. Unter einer dieser Kategorien könnten dann die Schützenfeste zusammengefasst und geschlossen verboten werden. Auch für andere Volksfeste sei dieses Vorgehen sinnvoll.

Verbot nur einheitlich umsetzbar

Das wünscht sich auch Frank Wolfschläger, der überschlägt: „Wir erwarten rund 900 Besucher.“ Bei der derzeit im Raum stehenden „magischen“ Grenze von 1000 Besuchern, ab denen eine Veranstaltung zu einem Großevent und damit verboten wird, befindet sich der Verein im Moment in einer unangenehmen Grauzone und wartet daher ungeduldig auf die Entscheidung auf politischer Ebene – ebenso wie die anderen Vereine und auch die Mitarbeiter der Ordnungsämter im Kreis Olpe, die die Verbote letztlich umsetzen müssten. „Nur eine einheitliche Regelung umsetz- und händelbar“, betont Peter Püttmann in Olpe, in Wenden und Drolshagen sieht man dies genauso. Fest steht daher bereits, dass wenigstens auf Kreisebene eine einheitliche Regelung auf den Weg gebracht werden soll.Ob einheitliche Entscheidung auf Bundes-, Landes- oder Kreisebene – es geht niemand davon aus, dass irgendein Verein auf Teufel komm raus ein Schützenfest durchführen will. Auch Tobias Halbe, 1. Vorsitzender des St.-Antonius-Schützenvereins Heid, ist sich sicher, dass in diesem Jahr nicht vom 28. bis zum 30 August gefeiert wird Er ist im Augenblick aufgrund des zeitlichen Aspekts verständlicherweise noch recht entspannt, wenngleich die mehr als wahrscheinliche Absage der Mallorca-Party der Jungschützen und des anschließenden Festes schmerzt. Für ihn spielt neben den Besucherzahlen noch ein ganz anderer Aspekt eine wichtige Rolle: „Wer hat denn überhaupt Lust, in diesem Jahr zu feiern?“

Entscheidung noch in dieser Woche!?

Es warten also alle auf die Entscheidung der Landesregierung – in Neger, Frenkhausen oder Dahl/Friedrichsthal drängt diese wohl am meisten, alle würden regulär im Mai feiern. „Irgendwann müssen wir absagen“, wissen auch Frank Wolfschläger und seine Vorstandskollegen. An dieser Stelle sei noch einmal vorsichtig optimistisch Jochen Ritter zitiert: „Wir setzen darauf, dass es noch im Laufe dieser Woche eine Entscheidung geben wird.“

Rund 24 Prozent der Einwohner gehören allein dem KSB an:
Der Kreisschützenbund (KSB) Olpe hat 72 Mitgliedsorganisationen, die rund 32 800 zahlende Mitglieder haben. Das heißt, dass von den rund 134 800 Einwohnern im Kreis Olpe ca. 24 Prozent den Schützenorganisationen innerhalb des KSB angehören. Hinzukommen noch weitere aus dem Wendschen und der Schützenclub Scheiderwald. Die beiden kleinsten Vereine im KSB sind mit je 150 Mitgliedern die Schützenbruderschaft St. Sebastianus Weringhausen und der St.-Matthias-Schützenverein Brün. Die Liste führen die Olper St.-Sebastianus-Schützen mit 4554 an.

Der Sauerländer Schützenbund empfiehlt den Vereinen bereits jetzt, alle Schützenfeste in dieser Saison abzusagen:

Absage aller Schützenfeste in diesem Jahr empfohlen
Autor:

Katja Fünfsinn (Redakteurin) aus Siegen

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