BIS AUF WEITERES
Schwere Wahl

SZ-Redakteur Jörg Winkel.
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Ich habe mich damals wirklich geärgert. Die Bundestagswahl 1987: Ich war vier Wochen zu jung, um zum ersten Mal im Leben an die Wahlurne zu dürfen. Und so musste ich noch zwei Jahre warten, bis ich bei der Kommunalwahl 1989 erstmals mitentscheiden durfte. Und seitdem habe ich mein Wahlrecht stets wahrgenommen – in Sachen Bundestag inzwischen 1990, 1994, 1998, 2002, 2005, 2009, 2013 und zuletzt 2017. Und ich begreife niemanden, der ohne Not auf sein Wahlrecht verzichtet. Nicht jedesmal ist mir die Wahl leichtgefallen – aber immerhin: Bisher, finde ich, war es relativ einfach, weil man wusste, wofür man stimmt. Wer 1994 FDP wählte, der wollte mit ziemlicher Sicherheit die schwarz-gelbe Koalition mit etwas weniger Kohl und etwas mehr Kinkel. Wer 1998 der SPD seine Stimme gab, der wollte mit großer Wahrscheinlichkeit das Duo Schröder/Fischer. Und das ist nun vollkommen anders. Diesmal werden die Karten tatsächlich erst nach der Wahl gemischt. Klar, die CDU wird nicht mit der Linken koalieren, und auch klar: die AfD ist für alle anderen tabu. Aber sonst? CDU mit SPD und Grünen? Geht. Oder CDU, SPD und FDP? Ginge auch. SPD, Grüne und FDP – ebenfalls eine Option, und zumindest rechnerisch könnte auch die berüchtigte rot-grün-rote Koalition an die Macht kommen. Immerhin eins ist sicher: So spannend wie diese Wahl war noch keine. Nur besteht am Ende die Gefahr, dass auf diese Weise etwas entsteht, das die allerwenigsten gewollt haben. Dennoch ist eines klar: Wählen gehe ich in jedem Fall. Wenn ich auch noch nicht weiß, wen. Denn ich weiß immerhin, wen nicht.

j.winkel@siegener-zeitung.de

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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