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Architektenwettbewerb für das Olper Rathaus
Sieger kommen aus Lübbecke

Die Sieger vom Büro BKS Architekten mit Bürgermeister Peter Weber (r.) am Donnerstag in der Olper Stadthalle.
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  • Die Sieger vom Büro BKS Architekten mit Bürgermeister Peter Weber (r.) am Donnerstag in der Olper Stadthalle.
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win Olpe. Am Ende war es die Nummer 2014, die den Erfolg brachte. Hinter dieser doppelt codierten Zahl verbirgt sich der Entwurf für das geplante Olper Rathaus, das am Donnerstag als Gewinner des Architektenwettbewerbs präsentiert wurde.
Architekten aus Lübbecke holen SiegDer Sieg, verbunden mit einer Prämie von 60.000 Euro, ging an das Büro BKS Architekten Stanczus Schurbohm Gössling aus Lübbecke. Es hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Entwurf von Lankes Koengeter Architekten aus Berlin geliefert, die mit 50.000 Euro bedacht werden. Auf Rang 3 landete der Entwurf von Bez und Kock Architekten Generalplaner aus Stuttgart. Sie werden mit 43.000 Euro prämiert. Anerkennungen für ihre Entwürfe, verbunden mit der Zahlung von je 16.

win Olpe. Am Ende war es die Nummer 2014, die den Erfolg brachte. Hinter dieser doppelt codierten Zahl verbirgt sich der Entwurf für das geplante Olper Rathaus, das am Donnerstag als Gewinner des Architektenwettbewerbs präsentiert wurde.

Architekten aus Lübbecke holen Sieg

Der Sieg, verbunden mit einer Prämie von 60.000 Euro, ging an das Büro BKS Architekten Stanczus Schurbohm Gössling aus Lübbecke. Es hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Entwurf von Lankes Koengeter Architekten aus Berlin geliefert, die mit 50.000 Euro bedacht werden. Auf Rang 3 landete der Entwurf von Bez und Kock Architekten Generalplaner aus Stuttgart. Sie werden mit 43.000 Euro prämiert. Anerkennungen für ihre Entwürfe, verbunden mit der Zahlung von je 16.000 Euro, erhalten „blocherpartners“ aus Stuttgart und Adam Natkaniec aus Hamburg.

Ideenwettbewerb geht an "blocherpartners"

Mit dem Realisierungswettbewerb, also dem Ringen um den Entwurf des eigentlichen Rathauses, verbunden war ein zweiter, der sogenannte Ideenwettbewerb. Hier ging es um die landschaftliche Ein- und die verkehrliche und optische Anbindung des Geländes an die bisherige Innenstadt. Sieger wurde hier einer der beiden Anerkennungspreisträger des Realisierungswettbewerbs: „blocherpartners“. Dafür waren 3750 Euro ausgelobt. Die Plätze 2 und 3 erhielten Bez und Kock (2750 Euro) und BKS Architekten (2000 Euro). Eine Anerkennung und damit 1500 Euro gehen auch hier an Adam Natkaniec.
Der Sieger des Wettbewerbs gehörte zu den Teilnehmern, die zur Teilnahme eingeladen worden waren. Und wie die allermeisten Teilnehmer wollen auch BKS Architekten das Gebäude des alten Bahnhofs erhalten. Trotz eines entsprechenden Ratsbeschlusses hatten die Stadtverordneten bei der Auslobung des Architektenwettbewerbs entschieden, dass die Frage nach Erhalt oder Abriss komplett in die Hände der Architekten gegeben werden solle.

Umgang mit dem Olper Bahnhof

Über die große Einmütigkeit zeigte sich die Technische Beigeordnete der Stadt Olpe, Judith Feldner, verblüfft: „Besonders spannend“ sei für das Preisgericht der Umgang mit dem Bahnhof gewesen, wobei sie betonte, die Frage von Erhalt oder Abriss sei ja „nicht unumstritten gewesen“. Dass die allermeisten Architekten aber das einstige Empfangsgebäude als „Alleinstellungsmerkmal“ angesehen hätten, das unbedingt zu erhalten sei, habe „uns als Auslober schon überrascht“. Sie sei gespannt, wie das dann tatsächlich umgesetzt werde.

Große Mehrheit für den Entwurf

Die Sieger standen seit vergangener Woche fest, aus vergaberechtlichen Gründen hatte die Stadt die Bekanntgabe aber bis Donnerstag herausgezögert. Im kleinen Rahmen wurde eine ganze Ausstellung in der Stadthalle eröffnet, in der die 21 teilnehmenden Arbeiten zu sehen sind. Bürgermeister Peter Weber (CDU) betonte, aus Infektionsschutzgründen sei bewusst ein kleiner Rahmen für den großen Schritt für die Stadt gewählt worden. Die Entscheidung für Entwurf 2014 sei am Ende eines langen Tages letztlich mit großer Mehrheit gefasst worden. Nun habe Olpe eine „großartige Chance“, den Plan umzusetzen und sich damit in die Zukunft zu entwickeln.

Keine festen Büros 

Insbesondere die Ausrichtung des Entwurfs auf neue Formen der Arbeit („New work“) mit frei zuteilbaren Arbeitsplätzen statt fester Büros habe am Ende den Ausschlag für den Sieger gegeben, dies sei bei Platz 2 nicht so konsequent umgesetzt worden. Weber betonte, dass die Preisgerichtssitzung komplett anonym gelaufen sei, die Namen der teilnehmenden Büros seien erst nach Ende der Urteilsfindung durch die Öffnung der verschlüsselten Zuordnungszahlen bekannt geworden.
Für das Siegerbüro sprach Mario Schurbohm. Der Erhalt des Bahnhofs sei für sie selbstverständlich gewesen, weil dies ein „geschichtsträchtiger Ort mit hohem Identifikationsgrad“ sei. Der Neubau, der über eine Art Gang mit dem Bahnhof verbunden wird, werde einen „interessanten Dialog“ zwischen Alt- und Neubau bilden. Auch das Bahnhofsgebäude werde umgebaut, doch sei dies für ein solches Bauwerk typisch, jeder Bahnhof entwickle sich im Laufe seines Daseins auch baulich. Geplant sei, Museum und Gastronomie im Bahnhof unterzubringen.

Tourist-Information im kleine Stellwerk

Erhalten werden soll auch das kleine Stellwerk, hier könnte nach Vorstellung der Gewinner beispielsweise eine Tourist-Information untergebracht werden.
Auch ging der Architekt auf die Schrägen in der Fassade und die „seichte Wölbung“ des Dachs ein, die im Büro als „leichte Woge der Bigge“ bezeichnet worden sei. „Wir haben richtig Lust, das umzusetzen und würden uns freuen, wenn es bald weitergeht.“

Rat muss Entscheidung bestätigen

Doch davor ist noch mindestens ein Schritt zu tun: Am 30. Oktober findet eine Sondersitzung des Stadtrats in seiner alten Besetzung statt. Einziger Tagesordnungspunkt ist besagter Architektenwettbewerb; das Preisgericht hat mit seiner Vergabe lediglich erklärt, welchen Entwurf die Fachleute für den besten halten. Bestätigen muss dies aber noch der Rat.
Die interessierte Öffentlichkeit kann sich die Entwürfe in der Stadthalle von Samstag, 10. Oktober, bis Freitag, 23. Oktober, ansehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Lob für städtebauliche Leistung – Kritik an Wirtschaftlichkeit So beurteilt das Preisgericht den siegreichen Entwurf: „In einem erstaunlich kompakten Baukörper werden nahezu alle Räume des neuen Bürgerhauses verortet, lediglich das Museum besetzt das ehemalige Bahnhofsgebäude. Durch diese Setzung gelingt eine durchweg plausible und überzeugende städtebauliche Neuordnung des heterogenen Raumes zwischen Busbahnhof, Weg in bzw. aus der historischen Innenstadt, historischem Bahnhof und zukünftiger Bebauung mit dem Digitalen Zentrum im Süden. Es entstehen ausschließlich gut proportionierte Räume zwischen den Gebäuden und auch in Richtung Westen zu den bestehenden Gewerbegebäuden.“ Die Anordnung des Gebäudes in direkter Nähe zum Kreisverkehr vor dem Busbahnhof und der Verlängerung der Mühlenstraße „fördert die selbstverständliche Auffindbarkeit“. Mittels Fassadenrücksprüngen oder Schrägstellungen – „die durchaus kontrovers diskutiert werden“ – sollen harmonische Fußgängerüberführungen entstehen. Alle Haupt- und Nebenräume seien richtig situiert, ebenso „die Lage der Hauptfunktionszusammenhänge“. Der zentrale Treppenraum biete über die Führung der Treppenläufe Blickmöglichkeiten vom Erdgeschoss bis unters Dach. „Sämtliche Arbeitsplätze versprechen eine gute Atmosphäre“, so die Einschätzung des Preisgerichts. Der Umgang mit dem Bahnhofsgebäude werde kontrovers diskutiert: Vorgesehen sind die Aufstockung des Mittelteils, die Entfernung der Decken über dem Erdgeschoss in den Eckbereichen sowie eine bauliche Erweiterung dort, wo die ehemalige Bahnsteigüberdachung abgerissen werden soll. „Zudem wird eine direkte Anbindung an das Bürgerhaus aus ökonomischen Gründen (Personalbedarf) vermisst.“ Bei allem Lob kommen weitere deutliche Worte der Kritik zum Einsatz. So heißt es: „Der architektonische Ausdruck überzeugt in hohem Maße: zeitgenössische Prägung nahezu ohne aufdringliche Vordergründigkeiten. Ob das Gebäude daher wirklich die kleinen dreieckigen Austritte benötigt, ist mehr als fraglich, zumal diese konstruktiv ungelöst sind.“ Aufmerksamen Betrachtern wird folgender Satz besonders in den Ohren klingen: „Der Entwurf ist hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit verbesserungsfähig. Insbesondere die zu erwartenden Nutzungskosten werden kritisch gesehen.“ Zwar sei die kompakte Bauform hinsichtlich der Heizenergiekosten als gut zu bewerten, die Wirtschaftlichkeit der Fassade allerdings sei schwer einschätzbar „und sollte geprüft werden“. Der hohe Glasflächenanteil führe zu erhöhten Kosten, „das vorgestellte Energiekonzept bietet allerdings eine gute Basis. Die Wirtschaftlichkeit der Unterkellerung wird deutlich hinterfragt.“ Das sieht bei Platz 2 ganz anders aus. Hier heißt es: „Die Arbeit zeichnet sich durch eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit aus. Der Entwurf wird sehr geringe Nutzungskosten verursachen.“
Die Sieger vom Büro BKS Architekten mit Bürgermeister Peter Weber (r.) am Donnerstag in der Olper Stadthalle.
Das Modell des Siegerentwurfs: BKS Architekten haben mit Schrägen und einer leichten Dachwölbung gearbeitet. Der Neubau soll auf dem nördlichen Rand der Freifläche hinter dem Bahnhofsgebäude entstehen. Im Hintergrund sind das alte Rathaus und die Realschule noch erhalten.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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