Kreiswerke planen umfassenden Ausbau der Solarkraft
Sonnenstrom wird groß geschrieben

Der Hochbehälter auf dem Rhonardberg weist einige Flächen auf, die für den Einsatz von Photovoltaik in Frage kämen. Hier und auf dem Imberg wollen die Kreiswerke die ersten Solarkraftwerke installieren.
  • Der Hochbehälter auf dem Rhonardberg weist einige Flächen auf, die für den Einsatz von Photovoltaik in Frage kämen. Hier und auf dem Imberg wollen die Kreiswerke die ersten Solarkraftwerke installieren.
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win Olpe. Als Theo Melcher nach der Kommunalwahl 2020 das Amt des Kreisdirektors aufgab, um neuer Landrat des Kreises Olpe zu werden, kündigte er in seiner Antrittsrede an, den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda seines Handelns zu setzen. Nun rücken erste Schritte einer Umsetzung in greifbare Nähe. Am Mittwoch tagte der Betriebsausschuss der Kreiswerke und nahm eine ausführliche Machbarkeitsstudie entgegen. Ihr Inhalt: ein erster Überblick über die mögliche Ausstattung kreiswerke-eigener Bauwerke mit Solarkraftwerken.

Die Firma G-TEC hat die Liegenschaften untersucht und in drei Gruppen eingeteilt: geeignet, bedingt geeignet und ungeeignet. Dabei geht es nicht nur um die rein technische Machbarkeit, sondern auch um die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit, also den Kosten-Nutzen-Aufwand. Am Ende steht eine beeindruckende Liste von Bauwerken, die in Zukunft außer ihrer eigentlichen Bestimmung auch Solarkraftwerke sein könnten.

"Das sind rentierliche Investitionen,
die auch noch was für den Klimaschutz tun."

Elmar Holterhof
Grüne

Bereits 2011 hatte der Kreis eine solche Untersuchung vorgenommen, seinerzeit mit wenig Erfolg Inzwischen habe sich aber zum einen technisch viel getan, zum anderen seien auch einige Gebäude verändert worden, so Betriebsleiter Andreas Sprenger. Beispielsweise seien die riesigen Filterhallen auf dem Erbscheidberg zur Erhöhung der möglichen Schneelast statisch nachgerüstet worden und daher nun auch für Solarzellen geeignet. Weiterhin spielt eine wichtige Rolle, welche Nutzung die einzelnen Gebäude haben. Denn der Einsatz von Photovoltaik wird erst dann richtig lohnend, wenn der erzeugte Strom möglichst komplett vom Gebäude selbst verbraucht werden kann, spart jede selbst erzeugte Kilowattstunde doch teuren Strom vom Versorger, während überschüssiger selbst erzeugter Strom nur mit einer geringen Vergütung verrechnet wird.

Wassertechnische Anlagen mit stromhungrigen Pumpen ausgerüstet

Im Fall der Kreiswerke sind dies insbesondere deren wassertechnischen Anlagen, die mit leistungsstarken, stromhungrigen Pumpen ausgerüstet sind. Als „gut geeignet“ zählt G-TEC die Berufskollegs in Altenhundem, Olpe und Attendorn, die St.-Laurentius- und Martinusschule in Attendorn, die Wasserwerke Erbscheidberg, Elspe und St. Claas, die Hochbehälter auf dem Imberg und dem Rhonardberg in Olpe und die Rettungswachen Finnentrop und Gerlingen auf.

Andreas Sprenger erklärte, für den nächsten Sitzungsblock werde ein konkreter Beschlussvorschlag vorbereitet. Der Werksausschuss müsse zweigleisig fahren: Gebäude wie die Schulen oder die Rettungswachen müssten vom Kreistag für die Photovoltaik-Nutzung freigegeben weden, hier könne der Betriebsausschuss nur vorbereiten und beraten. Für alle Bauwerke der Sparte Wasser sei der Werksausschuss selbst verantwortlich. Hier werde er vorschlagen, mit dem Wasserwerk Repetal sowie den Hochbehältern Imberg und Rhonardberg zu starten.

Im Elspetal nur der Bau von Photovoltaikzellen

Die „wirklich großen“ Anlagen auf dem Erbscheidberg und dem Waserwerk Elspetal werde er noch nicht für 2022 vorschlagen, „es sind die Hauptenergieverbraucher der Kreiswerke, und wir fahren sie zurzeit mit sehr niedrigen Strompreisen dank der Ausschreibung.“ Doch stehe diese vor einer Neuvergabe, die ab 2024 greife, und das sei dann der Zeitpunkt, um dort mögliche Solarkraftwerke in die Ausschreibungen mit einzubeziehen. Im Elspetal allerdings komme nur der Bau von Photovoltaikzellen auf einer Freifläche in Frage, „und da müssen wir aufpassen: Das ist eine Wasserschutzzone im engeren Sinne, die man nicht einfach mal so bebaut.“

Elmar Holterhof (Grüne) freute sich über die Perspektive. „Von 24 Gebäuden sind elf gut geeignet und nur fünf gar nicht. Wir sind im Kreis spät dran mit dem Thema, aber wir reden nicht mehr nur drüber, wir machen es. Das sind rentierliche Investitionen, die auch noch was für den Klimaschutz tun.“ Zwar könne auch im Kreis Olpe der Hauptteil der erneuerbaren Energie nur durch Windkraft erreicht werden, aber die Photovoltaik sei eine wichtige Ergänzung.

Marion Schwarte (CDU) regte an, die Kreiswerke sollten doch nicht nur Strom produzieren, sondern beispielsweise durch Ladesäulen auf dem Kreishaus-Parkplatz auch für die Elektromobilität zur Verfügung stellen. Dies fand allgemeine Zustimmung; die Betriebsleitung soll nun entsprechende Vorschläge für den Bau von zwei Ladesäulen für vier Autos am Kreishaus erarbeiten.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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