Sorge für die Seele von vielen Menschen

Die Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn wurde aufgelöst: Erzbischof Hans-Josef Becker würdigte die wichtigen Verdienste der Frauen. Foto: pdp
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  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

sz Paderborn/Kreisgebiet. „Sie waren Garanten für das ‚offene Pfarrhaus‘. Sie wussten, was die Menschen in der Pfarrei bewegt und bedrückt, wo die Nöte lagen.“ Mit diesen Worten würdigte Erzbischof Hans-Josef Becker die Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn, die sich jetzt als Berufsgemeinschaft zum letzten Mal trafen: Nach fast 42 Jahren löst sich die Berufsgemeinschaft im Erzbistum auf. Zum gegenseitigen Abschied kamen die Frauen im Haus Maria Immaculata in Paderborn zu einer abschließenden Mitgliederversammlung zusammen. Erzbischof Becker feierte mit den Frauen im Anschluss die heilige Messe.

Bei der Zusammenkunft der Frauen war auch Pfarrer Josef Dieste, Dechant des Dekanates Rietberg-Wiedenbrück und Geistlicher Beirat der Pfarrhaushälterinnen, dabei. Auch sein Vorgänger Monsignore Norbert Busch, 32 Jahre als Geistlicher Begleiter bei den Pfarrhaushälterinnen, war trotz angeschlagener Gesundheit in der Mitte der Pfarrhaushälterinnen – die große Verbundenheit war deutlich zu spüren.

Sowohl Abschiedsschmerz als auch große Dankbarkeit drückte Erzbischof Becker in seiner Predigt aus: „Ihre Gemeinschaft hat über so viele Jahre getragen und Sie verbinden damit viele positive Erfahrungen und schöne Zeiten. Vieles ist nun nicht mehr möglich, weil die Wege zu beschwerlich geworden sind, und von manchen Ihrer Kolleginnen mussten Sie bereits Abschied nehmen“, resümierte der Paderborner Erzbischof.

Beim Dienst als Pfarrhaushälterin sei es um weit mehr gegangen als um die reine Haushaltsführung, führte Erzbischof Becker aus. „Sie waren Katechetinnen und Lektorinnen, gaben Nachhilfe in Mathe und Latein, sie waren Küsterinnen und Beraterinnen in allen Lebenslagen. Sie waren da, wenn jemand eine gute Seele brauchte, die einfach nur zuhören konnte. Für all dies stehen Sie und für noch vieles mehr“, skizzierte der Paderborner Oberhirte die Aufgabenvielfalt des Dienstes, den die Pfarrhaushälterinnen geleistet haben. Deshalb mische sich in die Stunde des Abschieds besonders der Dank.

Nach besonderen kirchlichen Feiern werde oft vielen gedankt, stellte Erzbischof Becker fest: „Aber sehr oft werden Sie, liebe Pfarrhaushälterinnen, die viele Fäden zusammenhalten, dabei vergessen. Umso herzlicher möchte ich heute Danke sagen.“

Man habe die Pfarrhaushälterinnen einmal die ‚Seelsorgerinnen in der zweiten Reihe‘ genannt“, fuhr Erzbischof Becker fort. „Das ist untertrieben“, so Erzbischof Becker. „Sie waren Pfarrhaushälterin aus Liebe und Vertrauen zu Gott und zur Kirche, im Dienst an den Menschen.“ Liebe zeige sich immer nur ganz praktisch in der Zuwendung zum Menschen – das hätten die Pfarrhaushälterinnen vorgelebt, fasste der Paderborner Oberhirte zusammen.

Im September 1977 hatten sich die Pfarrhaushälterinnen im Erzbistum Paderborn zu ihrem ersten Diözesantag getroffen und dort mit rund 400 Teilnehmerinnen die Gründung einer Berufsgemeinschaft beschlossen. Ziel war die gemeinsame Aus- und Weiterbildung, aber auch die Pflege der Gemeinschaft mit der besonderen Sorge um alte und kranke Kolleginnen. Es gab Einkehrtage und Exerzitien, aber auch gemeinsame Wallfahrten, etwa nach Rom. Dadurch wurden Freundschaften gestiftet und wichtige Hilfestellungen untereinander ermöglicht.

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