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Antrag findet keine Mehrheit
SPD Olpe fordert Laptop für jeden Schüler

Die Corona-Krise hat das digitale Lernen mit einem raketenartigen Schub versehen. Die SPD ist nun im Rat der Stadt Olpe mit einem Antrag gescheitert, der ein kurzfristig umsetzbares Handlungskonzept beinhaltete.
  • Die Corona-Krise hat das digitale Lernen mit einem raketenartigen Schub versehen. Die SPD ist nun im Rat der Stadt Olpe mit einem Antrag gescheitert, der ein kurzfristig umsetzbares Handlungskonzept beinhaltete.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Olpe. Die Corona-Krise hat das digitale Lernen mit einem raketenartigen Schub versehen, denn durch die dem Lockdown geschuldete Heimbeschulung war es auch an Schulen, die das Thema Digitalisierung bislang eher unter „ferner liefen“ behandelt haben, plötzlich angesagt. Die SPD im Rat der Stadt Olpe hatte einen Antrag vorgelegt, um „zur Gewährleistung einer optimierten Fortsetzung und Umsetzung des Digitalen Lernens an allen Schulen der Kreisstadt Olpe bis zum ersten Sitzungsblock in der neuen Legislaturperiode ein kurzfristig umsetzbares Handlungskonzept zu erstellen sowie die ersten unaufschiebbaren Maßnahmen vorzustellen“. Der Antrag wurde erst im Schulausschuss, abschließend am Mittwoch im Rat diskutiert.

win Olpe. Die Corona-Krise hat das digitale Lernen mit einem raketenartigen Schub versehen, denn durch die dem Lockdown geschuldete Heimbeschulung war es auch an Schulen, die das Thema Digitalisierung bislang eher unter „ferner liefen“ behandelt haben, plötzlich angesagt. Die SPD im Rat der Stadt Olpe hatte einen Antrag vorgelegt, um „zur Gewährleistung einer optimierten Fortsetzung und Umsetzung des Digitalen Lernens an allen Schulen der Kreisstadt Olpe bis zum ersten Sitzungsblock in der neuen Legislaturperiode ein kurzfristig umsetzbares Handlungskonzept zu erstellen sowie die ersten unaufschiebbaren Maßnahmen vorzustellen“. Der Antrag wurde erst im Schulausschuss, abschließend am Mittwoch im Rat diskutiert.

"Wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit an Schulen"

Auch ohne „Homeschooling“ werde das digitale Lernen einen festen Platz in allen Schulen haben. „Wir wollen mit unserem Antrag die zügige Handlungsfähigkeit des Rates und damit die zügige Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit den erforderlichen Geräten sicherstellen“, so der Antrag der SPD. „Wir sehen dies als einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit an unseren Schulen.“ Damit dürfe nicht bis zu den Haushaltsberatungen gewartet werden. „Wir halten es für unbedingt erforderlich, durch schnelles Handeln den Anschluss für alle Schülerinnen und Schüler zu sichern.“
Zur Wahrung der Chancengleichheit solle jeder Schülerin und jedem Schüler ein ausreichendes digitales Gerät (Tablet, Laptop oder Desktop) zur Verfügung gestellt werden.
Neben der Hardware sei die entsprechende Lern- und Kommunikationsplattform für das digitale Lernen unbedingte Voraussetzung. Hier findet die SPD, dass eine einheitliche Software im Stadtgebiet „zur Gewährleistung der Durchlässigkeit der Systeme“ wünschenswert sei.

Bedenken von der CDU

Die Verwaltung hatte in ihren Ausführungen zum Antrag deutlich gemacht, dass die Stadt in Sachen Digitalpakt bereits seit Jahren vorbildlich unterwegs sei. Weiterhin sei das Land gerade mit einer neuen Richtlinie zur Förderung der digitalen Sofortausstattung unterwegs, der auch beinhalte, im Bedarfsfall Schüler mit Endgeräten auszustatten. Auch habe das Land kürzlich eine entsprechende Lern- und Kommunikationsplattform bereitgestellt.
Von der CDU kamen weitere Bedenken: So sei es nicht sinnvoll, alle Schüler mit demselben Endgerät auszustatten, schließlich hätten viele Schulen sich bereits auf bestimmte Endgeräte festgelegt. Weiterhin sei der Kauf von Endgeräten das eine – der Support jedoch das andere. Weiterhin müsse berücksichtigt werden, dass viele Eltern vermutlich gar nicht wollten, dass ihre Kinder öffentlich geförderte Endgeräte erhielten, weil sie bereits ausgerüstet seien. Der Antrag der SPD sei nicht falsch, schaffe aber eine Doppelstruktur, sodass die Stadt dann eventuell Gelder ausgebe, die vom Land zur Verfügung gestellt würden. Volker Reichel (SPD) erklärte, es gehe doch nicht um sofortige Maßnahmen, sondern um die Aufstellung eines Handlungskonzepts. „Dann müssen wir nicht auf weitere Förderrichtlinien von Bund und Land warten, sondern können schnell selbst aktiv werden.“ Werner Pulte (UCW) widersprach: Er habe es noch nie erlebt, dass über einen Antrag abgestimmt werden solle, ohne die Kosten zu wissen. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Förderung ausgeweitet wird. Wenn wir jetzt Endgeräte kaufen, geben wir eventuell Geld aus, das wir nicht ausgeben müssten.“

"Keiner findet den SPD-Antrag schlecht"

Martin Moseler (FDP) fand, hier solle „wie bei Sozialdemokraten üblich“ die „Gießkanne ausgepackt und Geld gleichmäßig verteilt werden“. Dabei seien es die Leute in den Schulen, die wissen, was gebraucht wird. „Der richtige Weg ist, darauf zu warten, dass der Bedarf aus den Schulen gemeldet wird. Das müssen wir dann sicherstellen. Wir brauchen keinen von der Politik initiierten Aktionismus.“
Christian Bock (Grüne): „Es fällt mir schwer, abzulehnen, aber ebenso, zu diesem Zeitpunkt zuzustimmen. Die Schulen sind gerade auf dem Weg, Bedarfe zu erheben. Sie haben unterschiedliche Konzepte. Wenn es dann da Probleme gibt, habe ich kein Problem, dem Antrag der SPD zuzustimmen. Aber nicht jetzt.“
Bürgermeister Peter Weber (CDU) fasste zusammen: „Schon vor Corona haben wir uns mit digitalem Lernen beschäftigt. Keiner findet den SPD-Antrag schlecht, aber auch keiner richtig gut.“ Im Landesprogramm stehe ja, dass Bedarfe festgestellt werden. „Die Meldungen fließen an uns zurück, und da steigen wir dann ein.“ Bei der Abstimmung votierten die vier SPD-Ratsmitglieder gegen die Ablehnung ihres Antrag, vier Stimmen von Grünen, OLO und aus der UCW enthielten sich, sodass der Antrag mit großer Mehrheit aus CDU, FDP und der Mehrheit der UCW abgelehnt wurde.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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