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Risikogebiet: Maßnahmen treffen v. a. Gastro-Branche hart
Sperrstunde im Kreis Olpe

Was soll das? Ursula Scherer (l.), Inhaberin des Landgasthofs Scherer in Wenden-Schönau, und ihre Mitarbeiterin demonstrieren für das Foto der SZ großes Unverständnis über die angeordneten Maßnahmen.
  • Was soll das? Ursula Scherer (l.), Inhaberin des Landgasthofs Scherer in Wenden-Schönau, und ihre Mitarbeiterin demonstrieren für das Foto der SZ großes Unverständnis über die angeordneten Maßnahmen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

ako Olpe. Ein Prozess, der sich bereits angebahnt hat: Seit der Nacht zu Mittwoch gilt der Kreis Olpe offiziell als Corona-Risikogebiet. Weil die 50er-Marke der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz passiert wurde, veröffentlichte die Kreisverwaltung umgehend neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Allgemeinverfügung vom Dienstag ist somit einen Tag später schon obsolet.
Grenzwert von 50 überschrittenDie ausschlaggebende Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche aufzeigt, lag laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 53,7. Der kritische Grenzwert von 50 wurde somit überschritten – ab dann gelten Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland als Corona-Risikogebiet.

ako Olpe. Ein Prozess, der sich bereits angebahnt hat: Seit der Nacht zu Mittwoch gilt der Kreis Olpe offiziell als Corona-Risikogebiet. Weil die 50er-Marke der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz passiert wurde, veröffentlichte die Kreisverwaltung umgehend neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Allgemeinverfügung vom Dienstag ist somit einen Tag später schon obsolet.

Grenzwert von 50 überschritten

Die ausschlaggebende Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche aufzeigt, lag laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 53,7. Der kritische Grenzwert von 50 wurde somit überschritten – ab dann gelten Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland als Corona-Risikogebiet. Bereits am Dienstag hatte der Kreis Olpe den ersten kritischen Schwellenwert von 35 – quasi eine Vorwarnstufe – überschritten.

Fußballfans müssen durchgehend Maske tragen

Für die Menschen in den sieben Städten und Gemeinden des Kreises Olpe heißt das konkret: Ab sofort dürfen sich nur noch fünf Personen statt bisher zehn im öffentlichen Raum treffen. Zuschauer von Sportveranstaltungen wie beispielsweise bei Fußballspielen in den Amateurligen müssen – wie schon in der ersten Allgemeinverfügung festgelegt – auch am Sitz- oder Stehplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Das gilt auch in geschlossenen Räumen, bei Konzerten und Aufführungen sowie sonstigen Versammlungen.

Maskenpflicht bei Gottesdiensten

Die Kreisverwaltung wies darauf hin: „Das Land Nordrhein-Westfalen hat zudem mit einem weiteren Erlass klargestellt, dass die Maskenpflicht am Sitz- oder Stehplatz für alle Arten von Veranstaltungen gelten, unabhängig davon, welchem Paragrafen der Coronaschutzverordnung sie unterfallen.“ Somit gilt auch bei Gottesdiensten eine Maskenpflicht.

40 statt 200 Menschen

Doch es gibt noch mehr Einschnitte für Veranstaltungen: Events und Versammlungen mit mehr als 500 Personen in der Öffentlichkeit sowie mehr als 250 Personen in geschlossenen Räumen werden untersagt. Die zulässige Zahl der Teilnehmer wird auf 20 Prozent der möglichen Auslastung des Veranstaltungsortes reduziert. Beispiel: In einem Raum, in dem 200 Menschen Platz hätten, dürfen sich nur noch maximal 40 Personen aufhalten.

Sperrstunde für Gastronomiebetriebe

Eine weitere Maßnahme trifft vor allem die Besitzer von Bars, Kneipen und Restaurants. Denn für die Gastronomiebetriebe tritt ab sofort eine Sperrstunde ein, die von 23 Uhr bis 6 Uhr morgens gilt. Der Ausschank, die Abgabe und der Verkauf von alkoholischen Getränken sind in dieser Zeit verboten. „Das ist für das Wochenende natürlich ein schwerer Schlag ins Gesicht“, sagte Anton Urban, Betriebsleiter der Cosmo Lounge in Olpe. Er betonte, dass gerade am Freitag und Samstag der meiste Alkohol verkauft werde.

"Schwarzer Peter" zugeschoben

Großes Unverständnis über die neuen Maßnahmen auch beim Landgasthof Scherer in Wenden-Schönau. Christoph Butzkamm, Sohn der Inhaber des Familienbetriebs, kritisierte, dass die Politik in der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche eine große Infektionsgefahr sieht und ihr deshalb den „schwarzen Peter“ zuschiebt: „Anstecken kann man sich überall“, merkte Christoph Butzkamm an.
Bereits am Mittwochmorgen gab die Kreisverwaltung auf ihrer Homepage bekannt, dass Reisende nun unter Umständen für anstehende Urlaube ein negatives Testergebnis benötigen. Sie sollen sich an ihre Hausarztpraxis wenden.

Keine Kosten für den Einzelnen

Die Kosten für die Testungen können die Arztpraxen über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen, sodass für den Einzelnen keine Kosten entstehen. Diese Regelung gilt allerdings nur für Reisen in den Herbstferien, solange der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten ist.
„Der Inzidenzwert liefert uns keine Aussage über die Schwere der Erkrankungen im Kreisgebiet“, erläutert Landrat Frank Beckehoff. „Wir sind froh, dass wir derzeit nur sehr wenige ernste Krankheitsverläufe verzeichnen. Der Wert zeigt uns aber deutlich, dass sich das Virus aktuell mit hoher Geschwindigkeit verbreitet. Deshalb versuchen wir, mit den aktuellen Schutzmaßnahmen das Ausbreitungsgeschehen möglichst zu verlangsamen“, so der Landrat. Die neuen Regelungen gelten vorerst bis zum 31. Oktober.

Autor:

Alexander Kollek

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