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Förderverein hat eigentliches Ziel erreicht
Stadtmuseum im alten Bahnhof

Ein Blick auf die Pläne des siegreichen Architekturbüros zeigt einen Querschnitt durch den umgebauten Bahnhof mit musealer Nutzung (linkes Bauteil und Mitteltrakt) und der Gastronomie (rechts).
  • Ein Blick auf die Pläne des siegreichen Architekturbüros zeigt einen Querschnitt durch den umgebauten Bahnhof mit musealer Nutzung (linkes Bauteil und Mitteltrakt) und der Gastronomie (rechts).
  • Foto: Verein
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

win Olpe. Vor 23 Jahren trat der Förderverein Stadtmuseum an mit einem einzigen Ziel: Die Kreisstadt sollte ein Museum erhalten. Der jüngst verstorbene Unternehmer Herbert Kemper war es, der als Nestor dieser Idee einen Verein initiierte, der rasch wuchs und große Bedeutung erlangte, an seiner Seite: Altbürgermeisterin Wilma Ohly, die zur Gründungsvorsitzenden des Vereins wurde und es bis heute ist. Noch steht eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung an, die am 28. Oktober das zementieren soll, was der am Donnerstag öffentlich gemachte Architektenwettbewerb quasi eingeschalt hat. Da hier eine Zustimmung mehr als wahrscheinlich ist, hat der Verein seinen Zweck nun erreicht: Olpe erhält ein Stadtmuseum.

win Olpe. Vor 23 Jahren trat der Förderverein Stadtmuseum an mit einem einzigen Ziel: Die Kreisstadt sollte ein Museum erhalten. Der jüngst verstorbene Unternehmer Herbert Kemper war es, der als Nestor dieser Idee einen Verein initiierte, der rasch wuchs und große Bedeutung erlangte, an seiner Seite: Altbürgermeisterin Wilma Ohly, die zur Gründungsvorsitzenden des Vereins wurde und es bis heute ist. Noch steht eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung an, die am 28. Oktober das zementieren soll, was der am Donnerstag öffentlich gemachte Architektenwettbewerb quasi eingeschalt hat. Da hier eine Zustimmung mehr als wahrscheinlich ist, hat der Verein seinen Zweck nun erreicht: Olpe erhält ein Stadtmuseum.Doch für den Vorstand ist dies keineswegs ein Grund, nun die Arbeit einzustellen, ganz im Gegenteil. Jüngst bezogen Wilma Ohly, ihr Co-Vorsitzender Dr. Ludger Ohm und Pressebeauftragte Gaby Stahl Stellung zum siegreichen Entwurf, seinem Museums-Anteil und den Plänen des Vereins für die Zukunft.

Mitmachmuseum ist geplant

„Wir sind froh über den Entwurf und glücklich, dass die Aspekte und die Anforderungen des neuen Museums berücksichtigt wurden“, so Wilma Ohly. Sie bezog Stellung zu der Tatsache, dass der Verein eigentlich erklärt hatte, der Bahnhof sei als Standort des Museums nicht geeignet: Durch die Tatsache, dass das Architekturbüro umfangreiche Umbauten geplant habe, werde das ehemalige Empfangsgebäude nun doch museal nutzbar.
Das vom Büro Schwerdtfeger & Vogt erstellte Konzept sehe ein Museum vor, das für viele ungewohnt sei: „Es wird ein Mitmachmuseum, das interaktiv bespielt wird.“ Statt von Vitrinen, werde das Stadtmuseum von Themen leben. Und diese Themen sollen von den Bürgerinnen und Bürgern selbst eingebracht werden. Dr. Ludger Ohm: „Statt mit staubigen Exponaten, die schnell langweilig werden, soll unser Museum mindestens alle zwei Jahre, besser jährlich eine neue Ausstellung zeigen.“ Denkbar sei hier, die vielfältige Vereinswelt der Stadt einzubinden, aber auch die Industrie oder das vielfältige Thema Wasser.
Den im Konzept von Schwerdtfeger & Vogt angesprochene Mangel an geeigneten Sammlungsbeständen griff Dr. Ohm auf: Kaum eine Stadt der Größenordnung von Olpe verfüge über Sammlungsbestände, die ein eigenes Museum ansprechend füllen könnten. Aber die 10 000 Stücke umfassende Museumssammlung sei bestens geeignet, um von Fall zu Fall die themenbasierten Ausstellungen zu ergänzen. „Das Fachbüro hat uns die Augen geöffnet, was ein modernes Museum können und wie es gestaltet werden muss, um es attraktiv zu halten.“

Andere Perspektiven durch Blick von außen

Statt bisher mit den Mitgliedern, will der Verein daher ab sofort mit allen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt treten, um Themen für die Museumsausstellungen zusammenzustellen. Dazu soll die neu gestaltete Homepage des Vereins (www.museum-olpe.de) dienen, die ab sofort eine interaktive Schnittstelle werden soll. Der Verein hat einen Beirat gebildet, der kurzfristig auf die dort einlaufenden Vorschläge reagieren soll.Von ursprünglich vom Verein avisierten 1000 Quadratmetern sei die nötige Ausstellungsfläche schon länger auf 400 Quadratmeter korrigiert worden. Im aktuellen Entwurf seien es knapp 420, davon 220 für die Dauer- und 200 für die Wechselausstellung. Dies werde durch die Vergrößerung des mittleren Bauteils möglich: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl dabei“, so Dr. Ludger Ohm. Auch die Tatsache, dass im rechten Bauteil die Gastronomie direkt ans Museum angegliedert werde, sieht der Verein als positiv an.
Ohm machte kein Geheimnis daraus, dass er wie die übrigen Vorstandsmitglieder regelrecht verblüfft darüber sei, dass gut drei Viertel der teilnehmenden Architekten den vom Verein schon abgeschriebenen Bahnhof erhalten und die allermeisten von ihnen diesen auch als Museumsstandort nutzen wollten. Der Architektenwettbewerb zeige hier seine Sinnhaftigkeit, dass ein Blick von außen ganz andere Perspektiven bringen könne.

Detailplanung folgt

In Kürze wird das Büro Schwerdfeger und Vogt eine Detailplanung erstellen, um genauer abzustimmen, was für das Museum im Einzelnen benötigt wird. Schon im Entwurf vorgesehen ist ein Werk- und ein Arbeitsraum, denn das neue Museum, so Ludger Ohm, werde vom Mitmachen leben.Ursprünglich war eine Summe von 2,5 Millionen Euro vorgesehen, die der Bau des Museums kosten soll. Ohm glaubt nicht, dass die im Siegerentwurf vorgestellten Umbauten für diese Summe zu haben sein werden. Allerdings sei dies schwierig aufzuschlüsseln, weil viele Bereiche ja nicht allein für das Museum seien und dieses andererseits auch Investitionen mitnutze, die eigentlich für die Gastronomie im Plan stünden. Außerdem „war ja ein Großteil der Teilnehmer und der Preisrichter der Meinung, das historische Gebäude sei es wert, das Museum hineinzuplatzieren“, und dann müsse dies eben auch bezahlt werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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