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Erster Unverpacktladen im Kreis Olpe (Update)
Startschuss für die "Krämerei am Markt"

Willkommen in der "Krämerei am Markt": Inhaberin Melanie Krawitz darf sich über viele Gratulationen zur Geschäftseröffnung freuen.
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yve Olpe. Nicht nur die Olper fieberten der Eröffnung des neuen Unverpackt-Ladens entgegen. Das Geschäft im Herzen der Stadt ist das einzige dieser Art im gesamten Kreis Olpe. Am Freitag um Punkt 10 Uhr schließt Inhaberin Melanie Krawitz dann die Türen zur „Krämerei am Markt“ auf und empfängt ihre ersten Kunden mit einem Strahlen. „Das ist ja richtig gut hier, ich bin jetzt schon Fan“, sagt eine junge Frau, die die Räumlichkeiten betritt. „Herzlichen Glückwunsch, das ist ja schön geworden“ ist immer wieder zu hören.
Die Nachbarn gratulieren ebenfalls, bringen Blumen und Geschenke. Ursula Kost überreicht ein historisches Foto im Rahmen: „So sah es früher aus.“ „Germania-Consum“ steht auf dem Gebäude, in dem die „Krämerei“ jetzt beheimatet ist.

yve Olpe. Nicht nur die Olper fieberten der Eröffnung des neuen Unverpackt-Ladens entgegen. Das Geschäft im Herzen der Stadt ist das einzige dieser Art im gesamten Kreis Olpe. Am Freitag um Punkt 10 Uhr schließt Inhaberin Melanie Krawitz dann die Türen zur „Krämerei am Markt“ auf und empfängt ihre ersten Kunden mit einem Strahlen. „Das ist ja richtig gut hier, ich bin jetzt schon Fan“, sagt eine junge Frau, die die Räumlichkeiten betritt. „Herzlichen Glückwunsch, das ist ja schön geworden“ ist immer wieder zu hören.
Die Nachbarn gratulieren ebenfalls, bringen Blumen und Geschenke. Ursula Kost überreicht ein historisches Foto im Rahmen: „So sah es früher aus.“ „Germania-Consum“ steht auf dem Gebäude, in dem die „Krämerei“ jetzt beheimatet ist. Zuletzt war hier Ursula Kost ansässig, die vor dem Umbau zum Unverpackt-Laden einen Benetton-Store betrieb, der nun ein Haus weiter zu finden ist. „Melanie hat alles richtig gemacht, das ist wirklich eine Bereicherung für die Stadt“, freut sich Ursula Kost im Gespräch mit der SZ.

In Szene gesetzte Vintagemöbel

Auf eine Eröffnungsfeier muss die Inhaberin der „Krämerei“ aufgrund der aktuellen Corona-Lage in der Region verzichten. Das bedeutet Schlangestehen auf Abstand vor dem Ladenlokal. Wer dann eingelassen wird, fühlt sich gleich in eine andere Zeit versetzt, kaum zu glauben, dass hier einmal Mode über den Verkaufstresen ging. Der Blick fällt auf in Szene gesetzte Vintagemöbel, Backstein kombiniert mit Holz, historische Bilder an den Wänden – ein Hauch von französischem Café. „Endlich geht es los“, freuen sich die fünf Mitarbeiterinnen und die Aushilfen von Melanie Krawitz, die sich auf den Ansturm gut vorbereitet haben. „In den letzten Tagen kamen immer wieder Menschen vorbei und fragten, wann endlich Eröffnung sei, das Interesse ist groß.“
Einige Kunden wissen bereits um das Konzept und bringen Behältnissen für die unverpackten Produkte mit. Einkaufsnetze, Stoffbeutel, Gläser, Dosen oder Papierbeutel können es sein. Andere informieren sich über den hier herrschende „Fahrplan“. Das Warenangebot – von Grundnahrungs- bis zu Reinigungsmitteln über Kosmetikprodukte, Tee und Feinkost – lagern in Abfüllspendern, und zwar in so genannten „Bulk Bins“, in Fässern, Gläsern, Stoff- oder Metallbehältern. Obst und Gemüse liegt lose in Kisten, Fleisch und Käse in der Kühltheke, der Wein standesgemäß in umgebauten Weinfässern. Auch Verpackungen sind im Unverpackt-Laden erhältlich, doch die sind allesamt umweltfreundlich hergestellt und dienen ausschließlich der Wiederverwendung. „In der ,Krämerei’ kann ab heute mit gutem Gewissen eingekauft werden – jeder nur die Mengen, die er auch wirklich braucht“, freut sich die 44-jährige Inhaberin, die mit ihrer Familie in Dumicke lebt.

Erster Unverpackt-Laden im Kreis Olpe ist auch ein Café

Doch der erste Unverpackt-Laden im Kreis Olpe ist auch Café und Speiselokal – jedoch bewusst mit kleiner Tageskarte. Melanie Krawitz setzt auf leichte und überwiegend vegetarische Gerichte, die zügig an die Tische kommen und variieren. Am Eröffnungstag gibt es Grünkernchilli, Spinat-Gorgonzola-Quiche und klassischen Zwiebelkuchen. Im Inneren der „Krämerei“ ist Platz für 15 bis 20 Gäste – inklusive behaglicher „Klönecke“ mit Ausblick auf das Treiben am Marktplatz. Dort sitzen Tessa-Lotta, Laila und Kira aus Olpe, um zu frühstücken. „Das ist total schnuckelig hier, richtig familiär und vertraut“, schwärmt Laila. „Der Laden wirkt von außen so klein, doch eigentlich ist er riesig“, ergänzt Tessa-Lotta. „Es ist einfach sehr, sehr gemütlich“, bringt es Kira auf den Punkt. Sogar eine Außenbestuhlung für etwa zehn Personen ist geplant.
Bei der Auswahl der Waren setzen Melanie Krawitz und ihr Team überwiegend auf Regionalität. „Meine Kunden sollen wissen, wo die Lebensmittel herkommen, das ist mir sehr wichtig“, so die 44-Jährige. Eier, Käse und Bauernmettwurst kommen beispielsweise vom nahen Hof Siele und die Bienenwachstücher aus Oberveischede. Der Kaffee wird in Siegen und Medebach frisch geröstet. Bei den Non-Food-Artikeln achtet Melanie Krawitz auf umweltschonende Herkunft und Nachhaltigkeit. Auf einer alten Werkbank stehen Haushaltsutensilien aus Naturmaterialien, aber auch Menstruationsschwämmchen und waschbare Monatsbinden. Etwas weiter präsentieren sich selbstgemachte Seifen, Lotionen, Deos und mehr. Auf eine Besonderheit weist Mitarbeiterin Lydia Reuber hin. Es ist eine Nussmühle, aus der reines Mus abgezapft werden kann. Fertig in Gläser abgefüllt, gibt es dieses auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen – verfeinert zum Beispiel mit Ahorn und Bourbon-Vanille. „Das kommt bei uns auf den Frühstückstisch“ – beherzt greift eine Kundin zu einem Glas und lässt ihren Blick erstaunt durch die „Krämerei“ schweifen – „hier fühle ich mich richtig wohl.“

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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