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Urteil wegen sexuellen Missbrauchs
Stiefvater muss für zwei Jahre in Haft

Laut Anklageschrift verging sich der Mann aus Altenhundem im vergangenen Jahr dreimal an seiner damals 13-jährigen Stieftochter. Jetzt hat das Olper Schöffengericht sein Urteil gesprochen.
  • Laut Anklageschrift verging sich der Mann aus Altenhundem im vergangenen Jahr dreimal an seiner damals 13-jährigen Stieftochter. Jetzt hat das Olper Schöffengericht sein Urteil gesprochen.
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yve Olpe/Altenhundem. Das Geständnis kam spät. Nach Beendigung der Beweisaufnahme ließ der 43-jährige Angeklagte über seinen Verteidiger, Christian Sasse, verkünden, dass er die ihm zur Last gelegten Taten einräume. Erspart blieb der Geschädigten die Aussage damit nicht. Erst im zweiten Anlauf schaffte es die heute 14-Jährige, durch die Tür in in den Verhandlungssaal zu treten, wo am Freitag ihr Stiefvater auf der Anklagebank saß. Der Altenhundemer musste sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Olper Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Richard Sondermann verantworten.

yve Olpe/Altenhundem. Das Geständnis kam spät. Nach Beendigung der Beweisaufnahme ließ der 43-jährige Angeklagte über seinen Verteidiger, Christian Sasse, verkünden, dass er die ihm zur Last gelegten Taten einräume. Erspart blieb der Geschädigten die Aussage damit nicht. Erst im zweiten Anlauf schaffte es die heute 14-Jährige, durch die Tür in in den Verhandlungssaal zu treten, wo am Freitag ihr Stiefvater auf der Anklagebank saß. Der Altenhundemer musste sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Olper Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Richard Sondermann verantworten. Laut Anklageschrift verging sich der Mann im Februar und im März vergangenen Jahres dreimal an dem seinerzeit 13-jährigen Mädchen, berührte die Brüste seiner Stieftochter, schob seine Hand unter den BH. Beim letzten Vorfall soll er seine Finger in den Intimbereich der Schülerin geführt haben.

Der Angeklagte hat
das Vertrauensverhältnis
in der Familie ausgenutzt.
Richard Sondermann
Richter am Amtsgericht Olpe

Da der Beschuldigte es zunächst vorgezogen hatte, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen, mussten neben dem Opfer auch alle anderen Zeugen angehört werden. Dazu zählte die 34-jährige Mutter der Geschädigten. Sie erklärte, dass sie an ihrer Tochter eine Wesensveränderung bemerkt habe. „Sie hat sich merkwürdig verhalten.“ Ihr Mann habe seiner Stieftochter plötzlich teure Geschenke gemacht, „er wollte sie überall mit hinnehmen“. Dabei sei das Verhältnis zwischen den beiden vorher eher schlecht gewesen. „Es wurde irgendwie immer seltsamer.“ Schließlich habe sie ihren Mann bei der Arbeit angerufen und zur Rede gestellt. „Ich habe ihn gefragt, ob er meine Tochter angefasst hat.“ Der 43-Jährige sei ihren Fragen erst ausgewichen, habe dann gesagt, dass die Stieftochter angeboten habe, er dürfe sie gegen Geld anfassen.

Geschädigte nicht-öffentlich befragt

Die 34-Jährige führte weiter aus, nach dem Telefonat mit Hilfe einer Freundin die Sachen ihres Mannes gepackt zu haben. Wenig später sei er in der Wohnung eingetroffen. „Er hat mich gebeten, ihm noch eine Chance zu geben, es wäre auch nur zweimal etwas passiert.“ Sie habe ihn vor dem Rauswurf stattdessen noch ein Schriftstück unterzeichnen lassen, in dem er die Übergriffe gestehe. Das bestätigte die 35-jährige Freundin der Mutter im Zeugenstand. Sie erinnerte sich, dass der Angeklagte reumütig gewesen sei, angeboten habe, eine Therapie zu machen. Im Laufe des mehrstündigen Prozesses berichtete zudem ein Zeuge, dass der 43-Jährige ihm einmal im aufgelösten und alkoholisierten Zustand erzählt habe, seine Stieftochter angefasst zu haben.
Die Geschädigte selbst wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Bis auf die Mandanten der Nebenklage, die Mutter und der leibliche Vater des Opfers, mussten die Anwesenden den Saal auch während der späteren Plädoyers verlassen. Kurz vorher hatte der Angeklagte über seinen Anwalt verkünden lassen, dass er die Taten gestehe, diese aufs Heftigste bereue. Sein Mandant schaffe es aber nicht, selbst vor der Öffentlichkeit zu sprechen.

Richter: Folgen für die Schülerin erheblich

Nach längerer Beratung verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe. Das Gericht, so Richter Sondermann, sehe keinerlei belastende Tendenzen im Aussageverhalten der 14-Jährigen. Das Urteil basiere allerdings nicht auf dem Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs, sondern auf sexuellen Missbrauch. Denn inwieweit die Handlungen bei der dritten Tat genau gegangen seien, habe laut Sondermann nicht abschließend geklärt werden können.
Fest stehe aber, dass es eine massive Berührung im Intimbereich gegeben haben muss, so der Richter. Eine Strafaussetzung zur Bewährung komme nicht in Betracht, zumal die Folgen für die Schülerin erheblich seien und der 43-Jährige vorbestraft sei, zwar nicht einschlägig, „aber seit 1998 immer mal wieder“. Sondermann: „Der Angeklagte hat das Vertrauensverhältnis in der Familie ausgenutzt.“ Des Weiteren habe er dafür gesorgt, dass das Opfer in den Zeugenstand habe treten müssen.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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