»Stunde der feuchten Hände«

Gestern startete die Generationenschule / Schüler unterrichten nun Senioren

hobö Olpe. »Das ist hier jetzt vermutlich die Stunde der feuchten Hände«, betonte gestern Peter Wurm in der Aula des Städtischen Gymnasiums Olpe. Dort fand die Einführungsfeier der neuen Generationenschule statt. Und der 1. Beigeordnete der Stadt Olpe glaubte, dass die für alle Beteiligten »spannende Sache« für feuchte Hände vor der ersten Unterrichtssstunde sorge. Schließlich stünde für zahlreiche Teilnehmer die erste Schulstunde seit vielen, vielen Jahren bevor, und andere schlüpften erstmals in der Rolle des Lehrers.

Anne Elbracht, Leiterin des Städtischen Gymnasiums, hält das Prinzip der Generationenschule für ebenso einfach wie genial. Schüler werden Lehrer und unterrichten ältere Mitbürger ab 50 Lebensjahren. Sie lehren Englisch und Französisch, bieten Gedächtnistraining an, zeigen den älteren Mitbürgern den Umgang mit Handys und Computern, und letztlich stehen auch Fächer wie Kunst und Gestaltung sowie Gymnastik und Tanz auf dem Stundenplan. Zunächst fiel die schulinterne Resonanz auf die Idee der Stadt Olpe nach Auffassung von Peter Wurm sowie Anne Elbracht »überwältigend« aus. Mehr als 50 Schüler aus den Jahrgangsstufen 9 bis 13 wollten Lehrer in der Generationenschule werden – nunmehr kommen 41 zum Zuge. Mit großer Spannung warteten die Projektverantwortlichen schließlich, wie die Resonanz bei den Senioren ausfiel.

Ebenso überwältigend, wie Anne Elbracht gestern betonte. 55 Senioren haben sich gleich zur Premiere der Generationenschule für das Wintersemester angemeldet. Einige haben sich gleich für mehrere Kurse eingeschrieben. Ein besonders strebsamer Mitbürger wollte sogar acht Kurse belegen, was aus organisatorischer Sicht jedoch nicht zu verwirklichen ist.

An manchen Kursen herrschte derart großes Interesse, dass sie mehrfach angeboten werden. So meldeten sich 29 Seniorenschüler für den Computer-Unterricht an. In vier Kursen werden sie nun in die Thematik eingeführt. Zudem gibt es vier Englisch-, drei Gedächtnis-, zwei Handy-Kurse und jeweils einen Französisch-, Gymnastik/Tanz- und Kunst/&Gestaltungs-Kurs. Die Schülerstärke bewegt sich je nach Kurs zwischen drei und sieben Schülern.

Alle, die Interesse haben, in lockerer Atmosphäre früher Gelerntes aufzufrischen oder etwas Neues auszuprobieren, wurden zu dem neuen Projekt eingeladen (die SZ berichtete). Ohne Zeitdruck lernen, kein Zertifikat anstreben, Lebenserfahrung und das eigene Wissen an Jugendliche weitergeben – das sind weitere interessante Aspekte, die die Bürger ab 50 Jahren zum Mitmachen anregen sollen. Der Gedanke der Begegnung steht eindeutig im Vordergrund. Anne Elbracht: »Wir streben einen lebendigen Dialog der Generationen an. Hauptsächlich wollen wir die Begegnung zwischen Jung und Alt fördern, aber gleichzeitig auch Wissen und Können beider Gruppen vermitteln.«

Das gestern gestartete Wintersemester erstreckt sich bis zum 15. Februar, dann folgt das Sommersemester vom 16. März bis zum 16. Juni, zu dem sich dann wieder alle Interessierte anmelden können. Die Kurse finden in zwei Blöcken stets freitags von 14.30 bis 16.15 Uhr statt. Von 15.15 bis 15.30 Uhr gibt es eine Pause, in der sich alle Beteiligten beispielsweise in der schuleigenen Cafeteria stärken können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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