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Skigebiete machen dicht
Tagestouristen müssen draußen bleiben

Touristen werden vorerst die Skigebiete nur von draußen sehen.
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juka Siegen/Olpe/Winterberg. Der große Ansturm von Tagestouristen auf die beliebten Wintersportorte der Region zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am vergangenen Wochenende hat die Städte und Gemeinden in Atem gehalten und zu weitreichenden Maßnahmen wie Straßensperrungen oder Betretungsverbote bewogen. Trotz klarer Appelle befürchten die Orte, dass sich auch am anstehenden Wochenende wieder viele Menschen auf den Weg in die Gebiete machen werden. Daher gibt es nun bereits im Vorfeld einige Einschränkungen.

Olpe
Kreis, Stadt und Kreispolizeibehörde haben entschieden, das Gebiet um das Skigebiet am Fahlenscheid weiträumig zu sperren.

juka Siegen/Olpe/Winterberg. Der große Ansturm von Tagestouristen auf die beliebten Wintersportorte der Region zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am vergangenen Wochenende hat die Städte und Gemeinden in Atem gehalten und zu weitreichenden Maßnahmen wie Straßensperrungen oder Betretungsverbote bewogen. Trotz klarer Appelle befürchten die Orte, dass sich auch am anstehenden Wochenende wieder viele Menschen auf den Weg in die Gebiete machen werden. Daher gibt es nun bereits im Vorfeld einige Einschränkungen.

Olpe
Kreis, Stadt und Kreispolizeibehörde haben entschieden, das Gebiet um das Skigebiet am Fahlenscheid weiträumig zu sperren. Am Samstag und Sonntag bleibt zwischen 10 und 17 Uhr die Kreisstraße 18 von Kruberg über Fahlenscheid, der Kreisel B55 sowie die Negerhöhenstraße und die Biggestraße gesperrt.
Zudem sind auf der B55 umfassende Kontrollen geplant, auf dem betreffenden Streckenabschnitt gibt es zudem eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 50km/h. Für die Skipisten am Fahlenscheid wird darüber hinaus ein ordnungsrechtliches Betretungsverbot ausgesprochen, jegliche touristische Infrastruktur bleibt auch weiterhin geschlossen. Um Verstöße zu ahnden und den Verkehr umzuleiten, seien Polizei und Ordnungskräfte am Wochenende im Einsatz, verkehrswidrig abgestellte Fahrzeuge würden zudem gegebenenfalls abgeschleppt, kündigte die Stadt an.

„Diejenigen, die trotz aller Aufrufe nicht die Vernunft und Einsicht haben, den Bereich rund um Fahlenscheid zu meiden, müssen mit Staus und Umwegen rechnen“, kündigte Bürgermeister Peter Weber an. „Statt Wintervergnügen erwartet diese Menschen Stunden im Auto oder schlimmsten Fall verkehrsrechtliche Konsequenzen und Bußgelder“, stellt Weber klar.  Derweil hat die Gemeinde Finnentrop zusammen mit der Stadt Sundern erklärt, am Wochenende die Straßen zwischen Faulebutter und Röhrenspring und zwischen Kuckuck und Röhrenspring zu sperren, um den Tagestourismus zu beschränken und die Durchfahrt für den Rettungsdienst und die Feuerwehr zu gewährleisten.

Lützel
Bereits seit Donnerstag ist der Ski- und Rodelhang am Giller gesperrt. Wie lange diese Sperrung andauert, dazu machte die Stadt Hilchenbach noch keine genauen Angaben. „Wir bitten um Verständnis und um Einhaltung der Regeln“, heißt es von der Stadt.

Winterberg
Nach den fast schon chaotischen Zuständen zwischen den Feiertagen und nach Silvester (siehe Infokasten) wappnet sich die Stadt Winterberg für ein möglicherweise erneut hohes Aufkommen an Tagestouristen. So wird die Polizei erneut mit Bereitschaftskräften und Pferdestaffel zur Unterstützung vor Ort sein. Hoffnung bereitet den Verantwortlichen der Schneefall der vergangenen Tage. „Ich hoffe , dass der Schnee bis in die tiefen Lagen fällt, damit sich der Druck auf die hochgelegenen Schneegebiete deutlich verringert“, erklärte Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann gegenüber der SZ. „Wenn sich das Gesamtangebot an Schnee verbreitert und nicht alle zu einem Punkt fahren, wäre das hilfreich. Dann würde es sich auch am Wochenende entspannen.“

Als Maßnahmen gelten auch weiterhin ein Betretungsverbot für die Pisten und den dazugehörigen Parkplätzen sowie die auf weite Teile des Stadtgebiets ausgeweitete Maskenpflicht. Sollte das Verkehrsaufkommen erneut so stark wie am vergangenen Wochenende sein, drohen auch wieder Straßensperrungen. Beckmann appelliert jedoch: „Winterberg ist eine schöne Stadt. Aber bitte kommt nicht, solange der Lockdown gilt. Danach jederzeit wieder gerne!“

Willingen
Der nordhessische Wintersportort Willingen hat Skipisten, Rodelhänge und Parkplätze von Freitag bis Sonntag gesperrt. Es ist die erste Sperrung dieser Art in Hessen.

Die Chronologie des Chaos in Winterberg:

Rund um die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel hielten die Touristenströme Winterberg in Atem. Die Chronologie der Ereignisse:

26. Dezember: Noch verläuft alles im Rahmen, das Ordnungsamt zieht eine positive Bilanz. „Die Besucher haben sich an die Regeln gehalten, auch die zulässigen Gruppengrößen wurden eingehalten“, erklärt die Stadt am zweiten Weihnachtstag und zeigt sogar auf, welche Ortschaften noch Kapazitäten frei hatten.

27. Dezember: Einen Tag später zeigt sich bereits ein anderes Bild. Kilometerlange Staus um Winterberg herum, alle Parkplätze sind belegt. Die Stadt bittet alle Touristen, wieder umzukehren und bereitet die ersten Maßnahmen vor.

28. Dezember: Das Verkehrschaos reißt nicht ab, Tagestouristen überrollen Winterberg geradezu. Bürgermeister Michael Beckmann erklärt gegenüber der SZ, dass diese Zustände ohne eine Ausgangssperre des Landes NRW kaum zu verhindern seien.

29. Dezember: Die Stadt verkündet erste Maßnahmen: Die Anzahl der Ordnungskräfte wird drastisch erhöht, die Maskenpflicht auf weitere Stadtbereiche ausgedehnt und die Zahl der Parkplätze reduziert.

1. Januar: Auch am Neujahrstag endet der Ansturm nicht. 22 Ordnungskräfte sind im Einsatz und müssen zahlreiche Verstöße gegen die Schutzverordnung und die Maskenpflicht ahnden. Zudem werden die Mitarbeiter teilweise verbal angegriffen.

2. Januar: Die Stadt richtet ein Sorgentelefon für die Bürger ein. Auch die Polizei bittet Touristen, die sich auf dem Weg nach Winterberg befinden, wieder umzukehren. Gegen 14 Uhr wird die B 480 ab der Ruhrquelle gesperrt. Insgesamt gibt es 280 Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung und die angeordnete Maskenpflicht.

3. Januar: Seit heute gilt bis zum 10. Januar ein Betretungsverbot für alle Pisten sowie die dazugehörigen Parkplätze. Dennoch kommen weiter viele Touristen, sodass am Mittag alle Zufahrtsstraßen gesperrt und die Stadt abgeriegelt werden muss. Dennoch gibt es 272 zu ahndende Verstöße sowie zwei Anzeigen wegen Körperverletzung zu vermelden.

4. Januar: Die Maßnahmen zeigen Wirkung, die Verkehrslage beruhigt sich. Dennoch müssen die Ordnungskräfte 64 Verstöße ahnden. Auch in den folgenden Tagen geht es ruhiger zu, vereinzelt müssen aber dennoch Zuwiderhandlungen von den Ordnungskräften aufgenommen werden.

Touristen werden vorerst die Skigebiete nur von draußen sehen.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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