Udo Horn soll es wieder richten

Markus Bröchers Vorgänger als Aufsichtsratschef wird auch sein Nachfolger

win Olpe. Der ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats der Olper Bäderbetriebe soll auch der neue Vorsitzende sein. Udo Horn, stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion und im Hauptberuf Geschäftsführer der Kreiswasserwerke Olpe, soll nach einstimmigem Votum des Olper Rats wieder den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Horn hatte seinen Posten frustriert aufgegeben, nachdem die Olper Bürger sich mehrheitlich für den Erhalt des 50-Meter-Freibads ausgesprochen hatten. Horn hatte damals die Ansicht vertreten, dieser Schritt sei nicht sinnvoll und verhindere eine wirtschaftlich nötige Erweiterung des Saunabereichs. Nun, im Nachgang der so genanten »Bäderreise« und des damit verbundenen Rücktritts von Horns Nachfolger Markus Bröcher, soll und will Horn das Heft wieder in die Hand nehmen. Im Anschluss an die Befragung von Stadtwerke-Geschäftsführer Wilfried Holtkamp durch die Olper Ratsmitglieder (die SZ berichtete aktuell) wurde die Empfehlung an den Aufsichtsrat verabschiedet, Horn zu wählen. Von der Zustimmung des Gremiums kann ausgegangen werden.

Nach der denkwürdigen Ratssitzung ist zu erwarten, dass im Aufsichtsrat zumindest in nächster Zeit die Samthandschuhe im Schrank bleiben. So war aus gut informierten Kreisen zu erfahren, dass überlegt wird, Holtkamp den erfahrenen und von allen Fraktionen ob seiner Fachkunde geschätzten Kämmerer Walter Thöne als gleichberechtigten Mitgeschäftsführer der Stadtwerke an die Seite zu stellen. Die Bäderbetriebe werden bereits von Holtkamp und Thöne geleitet. Zwar, das machte Paul-Werner Willmes (CDU) in der Ratssitzung klar, hat der Rat dem Stadtwerke-Geschäftsführer gegenüber keinerlei Weisungsbefugnis. Aber dass es im Aufsichtsrat »rauchen« wird, daran ließ Willmes keinen Zweifel.

Und auch Udo Horn machte aus seiner Seele keine Mördergrube. »Das ist ja unerhört, was hier läuft«, meinte er, nachdem Holtkamp bestätigt hatte, dass niemand wisse, wer den Auftrag an »kplan«–erteilt hat, einen Ausschreibungstext zu verfassen. Michael Sperling (SPD) nannte das Geschehen »eine Provinzposse, die aber nicht zum Lachen ist«. Holtkamp mache es sich zu einfach, wenn er erkläre, zu einer Ratssitzung nicht zu erscheinen, wenn er nicht eingeladen sei. »Sie sind nicht das Fußvolk. Ihnen musste klar sein, dass hier Klärungsbedarf herrscht. Wie glauben Sie denn, mit dieser Einstellung zukünftig mit dem Aufsichtsrat und der Stadtverordnetenversammlung zusammenzuarbeiten?«–Holtkamp gab empört zurück: »Ich bin hier doch nicht auf der Anklagebank.« Berthold Schleime (UCW) griff Holtkamp ebenfalls an: »Sie sind mir wie eine Marionette vorgekommen, die mehr auf Weisungen reagiert als selbst zu handeln.« Fritz Klocke (Grüne) machte eine gestörte Kommunikation zwischen Geschäftsführer, Stadtwerke-Aufsichtsrat und Stadtverwaltung für das Dilemma verantwortlich.

Heinz Müller (SPD) vermutete vorsätzliche Motive für die »Bäderreise«: Die CDU wolle auf Zeit spielen und die Zweijahresfrist nach Ende des Bürgerbegehrens für das 50-Meter-Becken ablaufen lassen, um schlussendlich doch das große Außenbecken abzureißen.

Die gesamte Opposition gab der Befürchtung Ausdruck, dass die Vergabe der Sanierung bereits innerhalb des CDU-Arbeitskreises beschlossen worden sei, ohne dass der Aufsichtsrat überhaupt davon Kenntnis erhalten habe. Udo Baubkus (UCW) ergänzte, auch die Stadtverwaltung sei in der Pflicht, denn das Krisenmanagement stimme nicht. »Es kann nicht sein, dass wir so etwas wie die ,Bäderreise’ aus der Zeitung erfahren«, so Baubkus.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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