Synergie könnte auf der Strecke bleiben
Uneinigkeit über Olper Museum

Wie die meisten Teilnehmer, hat auch der Sieger des Architektenwettbewerbs den alten Bahnhof als Standort eines Stadtmuseums vorgeschlagen. Sein Entwurf im Querschnitt zeigt eine mögliche Nutzung des historischen Gebäudes, das allerdings in wesentlichen Teilen abgerissen und neugebaut werden soll.
  • Wie die meisten Teilnehmer, hat auch der Sieger des Architektenwettbewerbs den alten Bahnhof als Standort eines Stadtmuseums vorgeschlagen. Sein Entwurf im Querschnitt zeigt eine mögliche Nutzung des historischen Gebäudes, das allerdings in wesentlichen Teilen abgerissen und neugebaut werden soll.
  • Foto: Förderverein Stadtmuseum
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win Olpe. Das geplante Stadtmuseum sorgte nach der Debatte im Ausschuss Bildung, Soziales und Sport auch am Donnerstag im Bauausschuss für eine teils energisch geführte Diskussion.
Wie berichtet, geht es derzeit um die Beauftragung eines Fachbüros für die Ausarbeitung einer Museumskonzeption. Carsten Sieg (CDU) fand: „Die Stadtgeschichte in Büchern ist im Wesentlichen erzählt, das Museum macht nun den nächsten Schritt und will Stadtgeschichte auch greifbar machen.“

Skepsis bei Johannes Truttmann (SPD): „Wenn das als Wirklichkeit eintreten würde, wäre das schön. Aber ich bin der Meinung, wir brauchen kein Museum. Da werden keine Besucherströme, sondern Rinnsale kommen und davon viele Schüler, die sich dem Besuch nicht entziehen können. Vor konkreten Zahlen wird sich ja gedrückt.“

Zuerst müsse die Personalstelle besetzt werden

Zaklina Marjanovic (Grüne) zeigte sich von der Reihenfolge der Beschlüsse nicht begeistert: „Wir haben einen Beschluss pro Museum und es ist in unserer Hand, was wir daraus machen.“ Das vorliegende Konzeptpapier überzeuge sie zwar, „aber das steht und fällt mit der Leitung. Das muss eine Fachkraft mit Ideen sein, die junge Menschen begeistern kann“. Ihrer Meinung werde das Verfahren in der falschen Reihenfolge umgesetzt: „Es ist jetzt doch viel zu früh für Raumbedarf und ähnliches. Ich werde das Museum niemals ablehnen, aber das, was hier steht, ist mir zu leer und gibt doch zu viel vor.“ Erst müsse die Personalstelle besetzt werden, „damit wir wissen, wohin die Reise gehen soll“.

„Das sprengt einfach den Rahmen“

Die SPD stimmte uneinheitlich ab. Fraktionschef Volker Reichel: „Wir brauchen kein Museum, da bin ich ganz bei Johannes Truttmann, aber wir haben beschlossen, dass die Stadt eines bekommen soll. Und das heißt für mich, dass ich das konstruktiv begleite. Wenn wer nicht wir guckt der CDU auf die Finger?“ Für die FDP erklärte Martin Moseler, die Liberalen blieben bei ihrer grundsätzlichen Ablehnung: „Wir waren eigentlich angetreten, um ein Museum in Synergie mit dem neuen Rathaus zu bauen, und was haben wir? Einen Bahnhofsbereich, den wir exklusiv für das Museum vorsehen. Das sprengt einfach den Rahmen für das, was wir erreichen wollen.“

Museumsstandort noch offen

Die Werbetrommel pro Museum rührte Andrea Arens, vom Heimatverein nominierte sachkundige Bürgerin im Ausschuss: Gerade in der Corona-Krise sei deutlich geworden, wie wichtig außerschulische Lernorte seien. „Es ist eine ganz wichtige Aufgabe, dass wir auch in Olpe so ein Museum haben, das das leisten kann.“ Die UCW bleibe bei ihrer Unterstützung eines multifunktionalen Museums, betonte Andreas Zimmermann. Aber: „Die Stellenbesetzung soll jetzt nach hinten geschoben werden, das wundert uns schon.“ Technische Beigeordnete Judith Feldner erklärte: „Was wir zuerst machen, haben wir ausführlich diskutiert, wir Bauleute waren immer der Meinung, erst muss klar sein, was gebaut wird. Das kann man auch andersherum sehen, wir entscheiden jetzt so. Die künftige Leitung hat genügend Möglichkeiten.“

Die Architekten haben die Lösung vorgeschlagen

Carsten Sieg hielt dies für „einen stringenten Weg, dem wir zustimmen können“. Zur angesprochenen fehlenden Synergie sei wichtig, die Grundsatzfrage des Konzepts nicht mit dem Rathaus-Grundriss zu vermengen. „Jetzt ist das Museum beim Siegerentwurf im Bahnhof integriert, aber wir sind ja mit dem Grundriss nicht am Ende, und ob man am Ende die einzelnen Zuordnungen so lässt, das wird noch diskutiert.“

Matthias Koch (Grüne) hofft, „dass das Salär hoch genug ist, um eine wirkliche Fachkraft nach Olpe zu locken. Die muss das Museum als ihr Baby sehen.“ Markus Arens (CDU) will den Erfolg eines Museums nicht an Eintrittsgeldern festmachen, „ich glaube, dass es einen hohen Mehrwert für die Bürger haben wird“. Die erhofften Synergieeffekte „stellen sich in der Tat nicht so dar wie von uns ursprünglich gedacht, aber wir haben es den Architekten in die Hand gegeben und die haben diese Lösung vorgeschlagen“.

Bei den angekündigten Gegenstimmen von Truttmann und Moseler bei drei Enthaltungen der Grünen brachte der Bauausschuss die Beschlussempfehlung auf den weiteren Weg, abschließend ist in der nächsten Woche die Stadtverordnetenversammlung gefragt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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