BIS AUF WEITERES
Unübertrefflich

SZ-Redakteur Jörg Winkel.
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„Faking Hitler“, also „Hitler fälschend“, ist der Arbeitstitel eines Mehrteilers, den der Onlinedienst eines Privat-Fernsehsenders gerade abdreht. Es geht, man ahnt es, um die „Hitler-Tagebücher“, eine eigentlich plumpe Fälschung des kongenialen Konrad Kujau, auf die der „Stern“ hereinfiel und einen Skandal auslöste, der die Republik erschütterte. Doch warum, bitte, verfilmt jemand diesen Stoff? Es gibt doch „Schtonk“, jenen unfassbar großartigen Film, in dem alles gesagt wird, was zu diesem Thema zu sagen wäre. Mit großartigen Schauspielern, einem großartigen Drehbuch, einer großartigen Regie und überhaupt. Eine Neuverfilmung dieses Themas ist so unnötig wie es war, dass Ronan Keating Cat Stevens’ „Father and Son“ nachsingen zu müssen glaubte oder Karel Gotts deutsche Version des „Stones“-Klassikers „Paint It Black“: „Die rote Tür, ich streiche sie ab heute schwarz“… (Wer das Grauen erleben will: https://kurzelinks.de/cd0g). Ohnehin frage ich mich, warum so häufig Filme oder Lieder neu aufgelegt werden, obwohl die Originale eigentlich unübertrefflich sind. Warum musste Peter Maffay über die sieben Brücken gehen, warum musste der beste Film aller Zeiten, „Das Boot“, in einer desinfizierten, glattgebügelten und weichgekochten Soft-Version eine Fortsetzung erfahren? Eine Ausnahme ist Bob Dylan, dessen gesanglichen Fähigkeiten dazu führen, dass seine Lieder in der Originalversion fast immer nur Rohdiamanten sind, die von anderen Künstlern erst zu Brillanten geschliffen werden müssen – von „Hurricane“ mal abgesehen. Aber das ist eben eine Ausnahme.

j.winkel@siegener-zeitung.de

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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