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Ärger um Podiumsdiskussion entbrannt
„Unverschämte Unterstellung“

hobö Olpe. Gleich mehrere E-Mails gingen am Donnerstagmorgen auch im Posteingang der SZ-Lokalredaktion Olpe ein, die alle dasselbe Thema betreffen: die abends zuvor erklärte Absage einer Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in der Kreisstadt Olpe. Der Wortlaut in den besagten Zuschriften ist durchaus schroff, Formulierungen wie „nicht hinnehmbar“, „unverschämte Unterstellung“ und „absurd“ sind darin zu lesen.

Am 4. Juli versandte Heinrich Maiworm als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Olper Senioren (AOS) eine E-Mail, in der er darauf hinweist, dass die AOS am 18. August ab 17 Uhr in der Olper Stadthalle „eine Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten“ veranstalte.

hobö Olpe. Gleich mehrere E-Mails gingen am Donnerstagmorgen auch im Posteingang der SZ-Lokalredaktion Olpe ein, die alle dasselbe Thema betreffen: die abends zuvor erklärte Absage einer Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in der Kreisstadt Olpe. Der Wortlaut in den besagten Zuschriften ist durchaus schroff, Formulierungen wie „nicht hinnehmbar“, „unverschämte Unterstellung“ und „absurd“ sind darin zu lesen.

Am 4. Juli versandte Heinrich Maiworm als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Olper Senioren (AOS) eine E-Mail, in der er darauf hinweist, dass die AOS am 18. August ab 17 Uhr in der Olper Stadthalle „eine Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten“ veranstalte. Unter der Moderation von Leon Minnuto würden außer den Kandidaten Mitglieder des Jugendparlaments teilnehmen. „Voraussichtlich wird die Veranstaltung aufgezeichnet und ins Netz gestellt“, schreibt Maiworm, um dann die E-Mail mit der Forderung zu beenden: „Bitte bestätigen Sie die Teilnahme ihres Kandidaten.“

Da offenkundig bis zum Mittwochabend keine irgendwie geartete Bestätigung der Kandidaten bei Heinrich Maiworm eingegangen ist, versandte er um 19.04 Uhr unter dem Betreff „Absage Podiumsdiskussion Bürgermeisterkandidaten“ eine E-Mail mit folgender Formulierung: „Guten Tag, an Corona kann es nicht gelegen haben, dass keiner der Bürgermeisterkandidaten auf die Einladung der AOS reagiert hat. Die Stadthalle hätte den erforderlichen Abstand zwischen den Teilnehmern ermöglicht, bei zu großem Interesse hätten wir auf den Mitschnitt im Internet verwiesen. Zu junge Fragesteller? Wir hielten das für eine Stärke der Veranstaltung. Auch den 18-jährigen Moderator. Von Bürgernähe zeugt es jedenfalls nicht, wenn die Kandidaten sich tot stellen. Eine Eingangsbestätigung der Einladung sollte jeder, der für dieses Amt kandidiert, innerhalb von 11 Tagen auf die Reihe kriegen. Es sei denn, er will einen neuen Standard für die zukünftige Arbeit seiner Behörde setzen. Gruss Heinrich Maiworm.“

Bürgermeister Peter Weber (CDU) reagierte am folgenden Morgen zuerst. „Die E-Mail des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Olpe Senioren, insbesondere die unverschämte Unterstellung im letzten Satz, kann nicht unkommentiert bleiben und Bedarf einer deutlichen Klarstellung“, beginnt Weber seine E-Mail. Heinrich Maiworm habe ihm keine Einladung zugesandt. Wie er gestern erfahren habe, sei die Einladung am 4. Juli an eine Sammeladresse des CDU-Ortsverbands Olpe übersandt worden.

Der Verteiler für die Einladung liegt nicht vor, aber die der Absage der Diskussion ging in der Tat vorwiegend an die Medienhäuser sowie an einige Verbände und Einzelpersonen. Die drei Bürgermeisterkandidaten von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen finden sich in der Adressliste nicht wieder.

Dies greift auch Bürgermeister Weber auf: „Zu der Podiumsdiskussion sollten drei Personen eingeladen werden. Die E-Mail-Adressen aller drei Personen dürften Herrn Maiworm bekannt sein. Es darf wohl erwartet werden, dass die Einladung zumindest an die bekannten Adressen der Teilnehmer übersandt wird. In diesem Fall hätte Herr Maiworm auch kurzfristig eine Rückmeldung von mir erhalten. Nur drei Parteien, die zur Kommunalwahl antreten, stellen einen Bürgermeisterkandidaten. Dadurch fehlt für UCW, FDP und OLO die Möglichkeit, ihre Themen und Argumente zu präsentieren.“

Der Verwaltungschef und Bürgermeister-Kandidat der CDU betont ferner, dass er es für eine gute Idee halte, dass Mitglieder des Jugendparlaments die Fragen an die Teilnehmer stellen sollen. „Allerdings sind sie vermutlich nicht die einzige Altersgruppe, die Fragen stellen möchten“, gibt Weber zu bedenken.

Der Olper Bürgermeister bringt in seiner E-Mail und im Telefonat mit der SZ zum Ausdruck, dass ihn die Absage des Termins ohne jegliche Rücksprache verwundere und ihn die „Äußerungen und Mutmaßungen umso mehr verärgern“. Peter Weber weiter: „Mir, aber auch meinen Mitbewerbern, in diesem Zusammenhang mangelnde Bürgernähe unterstellen zu wollen, ist absurd. Der Vorsitzende der AOS sollte hier vielleicht zunächst einmal das eigene Handeln kritisch hinterfragen.“

Für Carsten Sieg, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Olper Stadtrat, ist „die Art und Weise, wie die Absage von Herrn Maiworm vorgenommen wird, nicht hinnehmbar. Die Behauptung, es habe von allen Bürgermeisterkandidaten keine Reaktion gegeben, ist offensichtlich frei erfunden.“ Außerdem gibt Sieg zu bedenken, dass „Herr Maiworm und ein weiterer Vertreter des AOS-Vorstands Kandidaten bei der Kommunalwahl sind. Die vorgenommene Inszenierung lässt den Rückschluss zu, die AOS soll als überparteiliche Organisation im Wahlkampf ,eingespannt’ werden. Der Wahlkampf sollte fair und sauber ablaufen. Wer dafür überparteiliche Organisationen für eigene Zwecke einsetzt, stellt damit auch eben diese Organisationen in Frage.“

Zaklina Marjanovic sandte am Donnerstagmorgen eine E-Mail für den Verein „Willkommen in Olpe“. Dieser verstehe sich als ehrenamtliche Vereinigung zur Pflege der Willkommenskultur und Vernetzung der Bürgerinnen und Bürger in Olpe. „Wir sind nicht politisch als Verein aktiv, sehr wohl einige unserer Mitglieder. Dennoch weisen wir darauf hin, dass wir als Verein keine politische Präferenz haben und uns an Wahlkampf-Veranstaltungen nicht beteiligen werden. Das ist nicht Inhalt unserer Arbeit“, so Zaklina Marjanovic. Daher bittet sie in der E-Mail darum den Verein „aus politischen und kommunalwahl-relevanten Info-Mails auszuschließen“.

Die Kandidaten für den Chefsessel im Olper Rathaus sind übrigens Amtsinhaber Peter Weber (CDU), Jan Wichterich für die SPD und Matthias Koch für Bündnis 90/Die Grünen.

Heinrich Maiworm selbst kandidiert für die UCW im Wahlbezirk westlicher Bratzkopf für ein Direktmandat in der Olper Stadtverordnetenversammlung. Auf der Reserveliste der Unabhängigen Christlichen Wählergemeinschaft findet er sich auf Platz 9 wieder.

Autor:

Holger Böhler (Redakteur) aus Wenden

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