Viele Spenden: Tierschützer können weitermachen

Unternehmer gab 10000E / Weiteres Geld aus Nachlass

mari Rüblinghausen. Vor gerade vier Wochen sandte der Vorstand des Tierschutzvereins über die lokale Presse einen Hilferuf an die Bevölkerung. Offene Tierarztrechnungen von mehr als 8000e, die zum großen Teil durch die Katzenseuche Pavo zusammen kamen und aus dem Haushalt nicht bezahlt werden konnten, zwangen den Vorstand zum Handeln. »Wenn wir keine Hilfe bekommen, können wir Insolvenz anmelden«, hatte Elke Stellbrink in einer Pressekonferenz verkündet. Am Donnerstag hatte die Vorsitzende des Tierschutzvereins die Pressevertreter erneut eingeladen. Dieses Mal saß sie mit einem glücklichen, strahlenden Gesicht im Tierheimbüro: »Die Resonanz war überwältigend. Es sind rund 26000e an Spenden eingegangen. Vorstand und Tierheimpersonal sind total glücklich, dass es noch so viele Menschen gibt, die etwas für Tiere übrig haben.«

Die ersten Tage nach den Presseveröffentlichungen war die Hölle los im Tierheim. Bei einem Gespräch verschlug es Elke Stellbrink die Sprache. »Wie kann ich helfen«, fragte Frank Patt von der Firma Patt Verkaufsstrategien aus Gerlingen am Telefon. »Wenn Sie ein wenig Geld übrig hätten«, war Elke Stellbrinks ehrliche Antwort. Auf seine Ankündigung »Ich werde Ihnen morgen 10000e überweisen« konnte die TSV-Vorsitzende zunächst nichts sagen. Nach einigen Sekunden hatte sie sich gesammelt und stammelte: »Entschuldigung, jetzt bin ich völlig verstummt.« »Sie sollen sich jetzt freuen«, sagte ihr Gegenüber. Und das tat sie dann auch, als sie das Ganze begriffen hatte.

Es gab aber noch viele weitere Gründe zur Freude: Andreas Weber, Geschäftsführer der Firma Vatro, der bei der Benefizveranstaltung im Vorjahr für die nächsten drei Jahre Spenden in Höhe von je 2500e zusagte, leistete neben seiner Zuwendung für das Jahr 2006 weitere 4000e. Christiane Stuff übergab aus dem Nachlass ihrer Freundin Dorothea Kujawa 2000e. Selbst Richter Jochen Schneider zeigte Herz für Tiere und wandelte eine für einen polnischen Angeklagten hinterlegte Kaution von 5000e in einen Geldstrafe um, die sodann an das Tierheim floss. Das Team vom Salon Christa frisierte auf dem Martinusmarkt zugunsten der herrenlosen Tiere und erwirtschaftete 550e, und die Schüler der Hauptschule Drolshagen gaben aus dem Erlös ihres Sponsorenlaufs 2400e – zweckgebunden für das Kleintierhaus – ab. Daneben machten viele Privatpersonen etwas von ihrem Gehalt oder von der Rente locker und einige Firmen halfen mit Spenden, so dass etwa 26000e zusammen kamen. »Wir konnten unsere Schulden bezahlen und sogar ein kleines Pölsterchen für die Zukunft anlegen«, strahlte Elke Stellbrink über die neue Situation, denn ein Guthaben in dieser Form hatte der Tierschutzverein noch nie vor der Brust.

Pro Monat sind im Haushalt 7000e an laufenden Kosten veranschlagt. Diese finanzieren sich aus den Zuschüssen der Kommunen, die pro Quartal 13000e betragen, aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. »Ein Tierheimhaushalt ist schlecht kalkulierbar«, meinte Elke Stellbrink. »Es muss nur mal eine Krankheit ausbrechen, und schon kippt die ganze Planung.« Wie es kürzlich auch geschah. Erfreulich war jedoch nicht nur die Spendenresonanz. Etwa 25 Personen bekundeten über die Homepage Interesse an einer Mitgliedschaft im Tierschutzverein, so dass die derzeitige Zahl von 414 Mitgliedern wohl ansteigen wird. Und es gab enorme Entlastung im Katzenhaus. Schnurrten vor vier Wochen noch 53 Kätzchen im völlig überfüllten Gehege um die Wette, suchen jetzt nur noch 20 ein neues Zuhause. Daneben warten elf Hunde und einige Kleintiere auf neue Herrchen und Frauchen.

Für Schäferhund Stanley, auf dessen Schicksal einen Tag nach dem Hilferuf des Tierschutzvereins in der WDR-Sendung »Tiere suchen ein Zuhause« aufmerksam gemacht wurde – Stanley braucht zwei neue Hüftgelenke – , gab es ebenfalls Hilfe. Die Kosten für die Operation werden von Spendern übernommen. Stanley soll aber zunächst ein neues Zuhause finden, wo er sich erholen kann. Allen Spendern wollen die Tierschützer bei den Nikolaustagen im Tierheim am 2. und 3. Dezember (11 bis 17 Uhr) persönlich Danke sagen. Alle Namen werden zudem auf der Homepage des Tierschutzvereins »www.tierheim-olpe.de« veröffentlicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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