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Kreis-VHS kann auf vorhandene Digital-Strategie zurückgreifen
Virus als Bewährungsprobe

VHS-Leiter Jochen Voß erstattete letztmals den Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses beim Kreis Bericht über die Lage der Volkshochschule. Demnächst geht er in den Ruhestand.
  • VHS-Leiter Jochen Voß erstattete letztmals den Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses beim Kreis Bericht über die Lage der Volkshochschule. Demnächst geht er in den Ruhestand.
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win Olpe. Zum letzten Mal war es Jochen Voß, der den Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses beim Kreis Bericht über die Lage der Volkshochschule erstattete. Der langjährige Leiter der kreiseigenen Fortbildungseinrichtung wird demnächst in den Ruhestand treten.
Voß machte deutlich, dass auch der VHS-Betrieb durch die Corona-Pandemie und die zu deren Bekämpfung erlassenen Auflagen vollkommen umgewälzt worden sei. Allerdings sei die Kreis-VHS nicht ganz so hart getroffen worden wie andere: Da bereits seit 2017 eine Strategie zur Digitalisierung des Lehrens und Lernens entwickelt werde, hätten im Frühjahr zügig die Ideen zu digitalen Formaten quasi aus der Schublade gezogen werden können.

win Olpe. Zum letzten Mal war es Jochen Voß, der den Mitgliedern des zuständigen Fachausschusses beim Kreis Bericht über die Lage der Volkshochschule erstattete. Der langjährige Leiter der kreiseigenen Fortbildungseinrichtung wird demnächst in den Ruhestand treten.
Voß machte deutlich, dass auch der VHS-Betrieb durch die Corona-Pandemie und die zu deren Bekämpfung erlassenen Auflagen vollkommen umgewälzt worden sei. Allerdings sei die Kreis-VHS nicht ganz so hart getroffen worden wie andere: Da bereits seit 2017 eine Strategie zur Digitalisierung des Lehrens und Lernens entwickelt werde, hätten im Frühjahr zügig die Ideen zu digitalen Formaten quasi aus der Schublade gezogen werden können. Die Zeit sei genutzt worden, um wirkungsvolle und krisenangepasste Bildungsangebote für die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln und umzusetzen. Danach sei der VHS-Betrieb unter Einhaltung der Hygieneauflagen von Mai bis Ende Oktober relativ normal gelaufen. Danach habe es wieder gegolten, den Präsenzbetrieb an die neue Lage anzupassen und wo immer möglich digitale Formate anzubieten.
Insbesondere würden solche Kurse weitergeführt, die für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von existenzieller Bedeutung sind, also beispielsweise Integrations- und Berufssprachkurse, Grundbildung, berufliche Bildung und Prüfungstermine.

Enormer Schub für digitales Lernen

Voß geht davon aus, dass die Corona-Krise der Weiterbildung in Sachen digitales Lernen einen enormen Schub gegeben hat. Die Online-Plattform „vhs.cloud“ sei Herzstück der digitalen Strategie. Zunehmend würden klassische Präsenzkurse mit Online-Bausteinen kombiniert oder Seminare im sogenannten „blended learning“ angeboten, der Kombination aus klassischem und übers Internet übertragenem Unterricht. So könnten Kursteilnehmer individuell und zeitlich flexibel auf Materialien und Arbeitsergebnisse der Kurse zurückgreifen. Das schaffe beispielsweise insbesondere im ländlichen Raum neue Kursmöglichkeiten.

Analoge Präsenz bleibt unverzichtbar

So öffne die Krise vielen Menschen neue Zugänge und Chancen auf digitale Teilhabe, zwinge aber gleichzeitig zur Schaffung digitaler Strukturen und technischer Ausstattung. Doch sowohl in aktuellen Krisenzeiten wie auch der Zukunft gelte: „Digitale Medien sind kein Ersatz für analoge Lernprozesse. Menschen lernen in erster Linie von und mit Menschen.“ Voß zitierte Albert Einstein: „Lernen ist Erfahrung, alles andere ist einfach nur Information.“ Dafür bleibe analoge Präsenz unverzichtbar. Daher würden das Lernen in der Gruppe, die direkte Kommunikation und der unmittelbare, zwischenmenschliche Austausch auch künftig zu den Kernkompetenzen der VHS gehören.

171 Kurse komplett eingestampft

Nachdem die VHS im Februar/März „einen richtig guten Start hingelegt“ habe, habe die positive Entwicklung der Vorjahre nicht fortgesetzt werden können. Letztlich sei die Volkshochschule auf das Teilnehmerniveau von 2007 zurückgefallen. 171 Kurse seien wegen der Corona-Pandemie „komplett eingestampft“ worden.
Die im Auftrag des Bundesamts für Migration und Integration angebotenen Integrationskurse stoßen laut Jochen Voß weiterhin auf große Nachfrage. Dabei sei besonders der hohe Beratungsbedarf personell und organisatorisch „massiv fordernd“. Zurzeit laufen sechs solcher Kurse, drei im eigentlichen „Zuhause“ der Volkshochschule, dem Weiterbildungszentrum in Olpe, drei ausgelagert ins Städtische Gymnasium Olpe. Dort werde künftig durch die geplanten Baumaßnahmen Raumbedarf entstehen. In zwei Kursen zur Alphabetisierung säßen 90 Teilnehmer aus 40 Nationen. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt sei kompliziert und aufwendig, „Integration hat hier mitunter ein äußerst bürokratisches Gesicht“, so Voß.

Neue Kursangebote durch Digitalisierung

Durch die Digitalisierung des Angebots seien sogar neue Kursangebote entstanden, so der VHS-Leiter, beispielsweise „Kommunikation und Moderation im virtuellen Raum“, „Auftreten vor der Webcam“ oder „Podcasts selber machen“.
Voß schloss seinen Vortrag mit Worten des Abschieds: „Nach 13 guten Jahren darf ich jetzt die Leitung der Volkshochschule des Kreises Olpe in neue Hände geben. Mit Dr. Lars Kaminski hat der Kreis Olpe für seine VHS einen neuen Leiter gefunden, der nachhaltig Perspektiven für die weitere Entwicklung schaffen wird. Wenn Übergänge so fließend gestaltet werden können, wie wir das zu tun vorhaben, ist das ein Grund, dankbar zu sein.“ Für ihn habe die Abkürzung „VHS“ auch immer „Vielfalt hat System“ geheißen. „Dass die kommunale Weiterbildung diesen Weg mit den Städten und Gemeinden im Kreis Olpe erfolgreich weitergehen wird, wünsche ich allen Beteiligten.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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