Völkerverständigung auf dem Ümmerich kam an

Weißrussisches Orchester und Musikzug der Feuerwehr Olpe begeisterten / Letzte Runde für Rüdiger und Sylvia Vitt

gast Olpe. Oberleutnant Ralf Lorenz meldete am Samstagnachmittag sieben Musikzüge, angeführt vom Zentralorchester der Republik Belarus (Leitung: Oberst Alexander Fjodorow), 973 Schützen, die Vereinigung der ehemaligen Schützenkönige, ehemalige Schützenoffiziere und den gesamten Schützenvorstand seinem Major Paul Imhäuser beim Antreten auf dem Marktplatz zum großen Festzug durch die Stadt. Auch für die musikalische Begleitung während des Festzugs sorgten die weißrussischen Militärmusiker. Unterstützt wurden sie dabei von den Musikvereinen Saßmicke (Leitung: Ralf Burghaus) und Frenkhausen (Leitung: Norbert Groß), dem Spielmannszug Ottfingen (Leitung: Ansgar Eichert), sowie den Tambourcorps des St.-Sebastianus-Schützenvereins Olpe (Leitung: Heinz Heider) und Fleckenberg (Leitung: Michael Röhrig).

In seinem Grußwort erklärte Major Paul Imhäuser mit Blick auf das heiße Sommerwetter: »Zu kalt wird es nicht, oder sehen Sie dass unsere russischen Freunde ihre Fellmützen aufhaben?« Einen besonderen Willkommensgruß richtete der Major in russischer Sprache an das Zentralorchester aus Minsk und freute sich, dass auch erstmalig Gäste der Partnerstadt Gif aus Frankreich das Olper Schützenfest miterleben. Paul Imhäuser: »Ich hoffe, dass Sie auch am Dienstag noch unsere Partnerstadt sein wollen!«. Den Schützenkönig vor 25 Jahren, Reinhardt Zinke, erinnerte Paul Imhäuser, daran, dass das damalige Vogelschießen über zweieinhalb Stunden dauerte, ehe er als neuer König feststand. Zwei Feuerpausen wurden damals eingelegt, und fast 400 Schuss mussten abgefeuert werden, um den hölzernen Aar zu erlegen. Im Anschluss wurde Reinhardt Zinke mit einem Orden ausgezeichnet.

Mit Blick auf den Attendorner Bürgermeister stellte der Major kritisch fest, er habe der Presse entnommen, dass Alfons Stumpf vier Wochen unbezahlten Sonderurlaub beantragt habe. Paul Imhäuser: »Diesen Sonderurlaub braucht der Olper Bürgermeister Horst Müller ja nicht, denn der hat ja das ganze Jahr über Urlaub!« Den neu geschaffenen bronzenen Flötenspieler am Alten Lyzeum persiflierte Imhäuser mit den Worten: »Wenn der dafür gedacht ist, dem Rat der Stadt Olpe die Flötentöne beizubringen, dann wird sein Pfeifchen schnell heißlaufen!«

In der Agathastaße drängten sich die Massen, als sich Schützenkönig Rüdiger Vitt in den Zug eingliederte und mit allen Zugteilnehmern gemeinsam das Rathaus ansteuerte. Nach dem musikalischen Ständchen stellte Bürgermeister Horst Müller im Beisein seiner Stellvertreter Paul-Werner Wilmes, Markus Bröcher und Peter Wurm in seinem Grußwort fest: »Unser großer Schützenkönig, der laute Vitt, ist jemand, der seine Freude immer laut verkündet und das Vogelschießen zur Nachahmung empfohlen hat, zuletzt beim Marsch durch die Korporalschaftsversammlungen.« Weitere musikalische Ständchen gab es beim Schützenvikar in der Frankfurter Straße sowie beim evangelischen Pastor und beim Landrat.

Nach dem Aufmarsch aller Festzugteilnehmer auf dem Tanzboden des Ümmerichs, sorgte Jubelkönig Reinhardt Zinke, der bereits die gesamten Backwaren für den Seniorennachmittag gestiftet hatte, für eine weitere Überraschung: Erst spielte er beim gemeinsamen Auftritt der russischen Kapelle und dem Olper Feuerwehrmusikzug als Saxophonist mit, dann schenkte er sein Instrument dem russischen Musiker Ivan Rudakowskiy. Und dann folgten Marschhits wie »Preußens Gloria« und »Alte Kameraden«, im Wechsel dirigiert von Hauptmusikzugführer Gerhard Reuber und den russischen Obersten Alexander Fjodorow und Michael Bersan. Diese spontane Völkerverständigung auf dem Ümmerich wurde von den zahlreichen Gästen mit orkanartigem Beifall belohnt.

Bei sommerlich heißen Temperaturen herrschte am Schützenplatz eine tolle Stimmung, wofür hauptsächlich die Combo des Lufwaffenmusikorps 3 aus Münster verantwortlich war, das die begeisterten Gäste mit flotten Rhythmen auf dem Tanzboden festhielt.

Nach der Ehrung der Schützenkönigin vor 25 Jahren, Marlies Zinke, im Hotel »Zum Schwanen« gestaltete sich das Frühschoppenkonzert auf dem Marktplatz mit dem Zentralorchester der Republik Belarus zu einem besonderen Höhepunkt. Was diese Truppe unter Oberst Alexander Fjodorow mit ihrem reichhaltigen Repertoire bot, war sinfonische Blasmusik vom Feinsten. Potpourris von Bach bis Tschaikowsky, russische Volkslieder, bei denen die Gesangssolistin Victoria Krasovskaya eine große Vorstellung gab, und Stücke wie der Zigeunertanz, Russisches Mosaik, Donauwellen, Abschied der Slawin, der Säbeltanz, die Musik zu Puschkins Drama »Schneesturm« und der Olper Schützenmarsch belebten die Szene rund um den Marktplatz. Begeisterter Applaus war die Belohnung für diese meisterhafte musikalische Leistung.

Auf dem Ümmerich setzte sich abends die gute Stimmung nach der Kinder- und der festlichen Königspolonaise fort. Die große Olper Schützenfamilie feierte mit dem Königspaar Sylvia und Rüdiger Vitt, deren Regentschaft heute endet, fröhlich bis in die Morgenstunden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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