90 Kilometer in drei Etappen:
Wallfahrer unterwegs nach Werl

Rund 65 Fußpilger machten sich am Donnerstagfrüh von der Marienkirche aus auf den Fußweg nach Werl. Drei Etappen sind zu bewältigen, rund 90 Kilometer gehen sie an drei Tagen. Foto: win
  • Rund 65 Fußpilger machten sich am Donnerstagfrüh von der Marienkirche aus auf den Fußweg nach Werl. Drei Etappen sind zu bewältigen, rund 90 Kilometer gehen sie an drei Tagen. Foto: win
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Olpe.  Wie zuerst vor 259 Jahren, brachen am Donnerstag Pilger aus Olpe auf, um zu Fuß den Marienwallfahrtsort Werl anzusteuern. Um 6 Uhr begann der Aussendungsgottesdienst in der St.-Marien-Kirche, wo die 65 Pilgerinnen und Pilger mit Familienangehörigen und Begleitern sich den Pilgersegen von Vikar Michael Kammradt holten. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf den Stufen vor dem Haupteingang der Kirche starteten die Wallfahrer die erste von drei Etappen auf dem Weg zum Gnadenbild in der Werler Basilika.

Nachdem die erste Wallfahrt 1760 im Siebenjährigen Krieg als Bittprozession unternommen worden war, entstand eine Tradition, die bis heute anhält. Nach dem Anschluss der Stadt Olpe ans Eisenbahnnetz war die Zeit der Fußwallfahrt freilich für viele Jahre lang vorbei: Erst ging es mit Sonderzügen, später dann in Bussen von Olpe nach Werl. Doch vor 34 Jahren, als 225 Jahre Olper Werl-Wallfahrt gefeiert wurden, machte sich eine kleine Gruppe von Fußpilgern auf, die alte Tradition zu beleben und wieder zu Fuß nach Werl zu wallfahren. Zwar fährt eine größere Zahl von Wallfahrern auch weiterhin mit dem Bus, aber seitdem finden sich alljährlich auch Fußwallfahrer, die in drei Tagesetappen von Olpe nach Werl gehen.

Stets um das Fest Mariä Heimsuchung brechen die Pilger donnerstags auf und gehen von der Marienkirche aus am ersten Tag bis Rönkhausen. 34 Kilometer weit ist diese Etappe. Am zweiten Tag sind 36 Kilometer bis Hüsten zu bewältigen, und am letzten Tag sind die verbleibenden 20 Kilometer bis Werl vergleichsweise ein Honiglecken. Hier gehen weitere Olper mit, die sich per Bus bis Hüsten bringen lassen und die letzte Etappe mitpilgern. Zusammen mit den Buswallfahrern wird in Werl gebetet, gesungen und an der Lichterprozession teilgenommen.

Ein Teil der Pilger reist Samstagabend zurück, ein Teil am Sonntag – <hardspace>diesmal nicht zu Fuß, sondern sämtlich mit Bussen. Diese treffen am Sonntag gegen 16 Uhr auf dem Stadthallenparkplatz ein, von dort führt eine kurze Prozession zur Abschlussandacht in der St.-Martinus-Kirche, womit ein Kreis zwischen beiden großen Pfarreien geschlossen wird.</hardspace>

Seit dem ersten Tag der Wiederbelebung der Fußwallfahrten ist Dieter Krebsbach mit der Organisation befasst. Er kümmert sich um Sanitäter, Essen und Übernachtungen – „dadurch habe ich es noch nie geschafft, selbst mitzugehen“, lächelt der pensionierte Lehrer, der sich ein wenig Sorgen über den spürbaren Rückgang der Teilnehmer macht.

Waren es bis vor wenigen Jahren stets um die 100 Fußpilger, gingen im vorigen Jahr noch 80 mit, und in diesem Jahr waren es nur noch 65. Er hofft, dass im nächsten Jahr, zum 260. Jahrestag, die Teilnehmerzahl steigt. Freuen würde er sich insbesondere, wenn mehr junge Menschen mitgehen würden – eine Schulbefreiung ist möglich und wurde früher recht häufig in Anspruch genommen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.