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Pandemie stellt Josefshaus vor besondere Herausforderungen
Weihnachtsbesuch erfordert Opfer

Anstelle des großen Adventsfestes im Mutterhaus fanden in den einzelnen Gruppen des Josefshauses vorweihnachtliche Feiern im kleinen Rahmen statt. Das Foto zeigt die Gruppe „Antonia“.
  • Anstelle des großen Adventsfestes im Mutterhaus fanden in den einzelnen Gruppen des Josefshauses vorweihnachtliche Feiern im kleinen Rahmen statt. Das Foto zeigt die Gruppe „Antonia“.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

mari Olpe. Große Herausforderungen brachte das Corona-Jahr auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josefshauses – das heilpädagogische Heim für Kinder und Jugendliche der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) – mit sich. Als im Frühjahr beim ersten Lockdown Kitas und Schulen geschlossen wurden, mussten die mehr als 180 Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 21 Jahren von jetzt auf gleich ganztags betreut werden. „Da waren logistische Höchstleistungen gefragt“, so Leiterin Eva Maubach-Maiworm.„Viel Aufwand erforderte das Homeschooling. Wir haben im Kreis Olpe 19 Wohngruppen und eine im Rhein-Sieg-Kreis. Die Kinder und Jugendlichen besuchen dementsprechend verschiedene Schulen, mit denen wir den Digitalunterricht umsetzen mussten.

mari Olpe. Große Herausforderungen brachte das Corona-Jahr auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josefshauses – das heilpädagogische Heim für Kinder und Jugendliche der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) – mit sich. Als im Frühjahr beim ersten Lockdown Kitas und Schulen geschlossen wurden, mussten die mehr als 180 Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 21 Jahren von jetzt auf gleich ganztags betreut werden. „Da waren logistische Höchstleistungen gefragt“, so Leiterin Eva Maubach-Maiworm.„Viel Aufwand erforderte das Homeschooling. Wir haben im Kreis Olpe 19 Wohngruppen und eine im Rhein-Sieg-Kreis. Die Kinder und Jugendlichen besuchen dementsprechend verschiedene Schulen, mit denen wir den Digitalunterricht umsetzen mussten. Doch das wurde gut gemeistert. Unsere Schützlinge haben sogar gemerkt, dass gemeinsames Büffeln auch Spaß machen kann.“

Keine Treffen mit Eltern

Gut mitgezogen hätten ebenfalls die Eltern der Kinder und Jugendlichen. „Während des ersten Lockdowns durften unsere Kinder an den Wochenenden nicht nach Hause, und ihre Eltern durften sie auch nicht in den Gruppen besuchen. Wir haben versucht, ihnen die Kontakte über Telefon und Video-Chats zu ermöglichen. Alle haben großes Verständnis gezeigt und Opfer gebracht“, so die Heimleiterin.
In den einzelnen Gruppen mussten die Kinder und ihre Betreuerinnen und Betreuer während des ersten Lockdowns keine Masken tragen. „Sie sind ja immer zusammen, und die Gruppen sind das Zuhause der Kinder“, erklärte Eva Maubach-Maiworm. Damit keine Langeweile aufkam, wurden in den Wohngruppen Aktivitäten wie Sportprogramme und Gesellschaftsspiele umgesetzt. Dadurch sei das Zusammengehörigkeitsgefühl noch mehr gewachsen.

Dünnes Nervenkostüm

Bislang gab es innerhalb der Gruppen und unter den Mitarbeitern sechs Covid-19-Erkrankte, deren Erkrankung aber glimpflich verlief. Es gab keine bekannten weiteren Ansteckungen. In den betroffenen Gruppen wurde Quarantäne angeordnet. Während dieser Zeit trugen alle Masken. Schwierig war es, die positiv getesteten Kinder von der Gruppe fernzuhalten. „Da war Fingerspitzengefühl gefragt. Das Risiko ist das eine, das Kindeswohl das andere. Es gibt Kinder, die können das ganz gut verkraften, andere aber nicht“, so Eva Maubach-Maiworm.Sie kann nicht abstreiten, dass der zweite Lockdown ihre Kolleginnen und Kollegen sowie die Kinder und Jugendlichen noch mehr belastet als der erste. „Das Nervenkostüm ist bei allen dünner geworden.“ Trotzdem würden die AHA-Regeln jetzt noch stärker beachtet, auch im Hinblick auf Weihnachten.

Weihnachtsfeier in abgespeckter Form

Das traditionelle Adventsfest im Mutterhaus musste, wie viele andere im laufenden Jahr geplanten Veranstaltungen, ausfallen, was von allen bedauert wurde. Denn bei der beliebten Veranstaltung kommen die Kinder und Jugendlichen aus allen Gruppen zusammen. Im Rahmen eines vorweihnachtlichen Programms fertigen sie ihre Gruppenkerzen für das neue Jahr und blicken bei Kakao und Kuchen bei einer Diashow auf das endende Jahr zurück. Um die schöne Tradition im kleinen Rahmen aufrecht zu erhalten, fand in jeder Gruppe eine Adventsfeier statt. Den Kindern und Jugendlichen wurden die Materialien zur Verfügung gestellt, sodass sie in ihren Gruppenräumen die Jahreskerzen 2021 basteln konnten. Die Weihnachtsfeiern in den Gruppen fanden in abgespeckter Form mit den Kindern und Jugendlichen und ihren Betreuerinnen und Betreuern statt, die sowieso immer zusammen sind. Eltern und Nachbarn, die ansonsten eingeladen werden, konnten wegen der Pandemie nicht dabei sein.

Quarantäne für den Weihnachtsbesuch

Gut zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen möchten das Weihnachtsfest in ihren Familien verbringen. „Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir den Gruppen dringend ein Zeitfenster für Beurlaubungen und Besuche zwischen dem 22. Dezember und 2. Januar mit einer Quarantäne im Vorfeld empfohlen“, berichtete die Heimleiterin. „Wenn sie dann wieder zurückkommen und wieder zur Schule müssen, was wir ja noch nicht wissen, sollten sie in den Gruppen auch für eine gewisse Zeit die Quarantäne einhalten.“Die Kinder und Jugendlichen, die keine Möglichkeit haben, in ihren Familien zu sein, dürfen sich auf ein Weihnachtsfest in ihren Gruppen freuen. Es ist für die Mitarbeiter der stationären Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung ein wichtiges Anliegen, dass ihre Schützlinge das Gefühl eines Zuhauses erleben. Die Heimleiterin: „Es gibt ein Krippenspiel, ein tolles Essen und es wird gemeinsam gesungen und gespielt. Unter Aufsicht haben wir auch das Elterncafé geöffnet, sodass die Eltern auf jeden Fall die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu besuchen.“

Großes Lob an Mitarbeiter und Bewohner

„Dass wir das schwierige Jahr so gut und diszipliniert meistern konnten, ist unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken. Sie haben sich selbst Zuhause im Privatleben in Quarantäne begeben, damit sie nichts mit in die Gruppen nehmen. Auch die Kinder und Jugendlichen haben sich an die Vorgaben gehalten, und ihre Eltern haben Einsicht gezeigt und die Einschränkungen akzeptiert“, lobt Eva Maubach-Maiworm.Sie wünscht sich für das neue Jahr, dass endlich wieder Licht am Horizont zu sehen ist und dass das Virus in irgendeiner Form kontrollierbar wird. „Ich wünsche mir aber auch, dass wir alle ein bisschen was aus der Sache gelernt haben und gucken, was ist wirklich wichtig und was muss wirklich sein. Dass wir alle mehr nach rechts und links schauen und auch mal innehalten und nachdenken, ob das Leben, wie es vorher war, immer gut war und ob wir nicht auch mal einen anderen Weg einschlagen können.“

Autor:

Marianne Möller

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