»Wiesentroll« überbrachte Botschaft

Heidelberger Marionettentheater gastierte in der Olper Stadtbücherei

rudi Olpe. Den Geschmack von Kindern zu treffen, ist nicht immer leicht. Das sollte am Donnerstagnachmittag auch Hanne Heinstein wieder spüren. Diese war zusammen mit dem Heidelberger »TrollToll«-Marionettentheater nach Olpe gereist, um in der Stadtbücherei ihr neuestes Bühnenstück zu präsentieren. Trotz »Doppelbelastung« hatte die Künstlerin jedoch das richtige Gespür für die Interessen der rund 40 jungen Gäste, die sich zwischen Bücherregalen und Computern eingefunden hatten.

Im Nu fieberten die Kleinen mit dem »Wiesentroll«, der fast eine Stunde spannende Abenteuer erlebte. Bereits vor einigen Jahren gab sich das Heidelberger Marionettentheater im Rahmen der seit zwölf Jahren veranstalteten Projektwochen ein Stelldichein in der Stadtbücherei – mit großem Erfolg: Nicht nur Kinder und Eltern zeigten sich damals von der Aufführung begeistert, auch die Mitarbeiterinnen der Einrichtung waren fasziniert von der Vorstellung. Gerne lud man die zwei Akteure des »rollenden Theaters« deshalb wieder in die Kreisstadt. Kurzfristig ergaben sich jedoch einige Änderungen. Da Jochen Krauß, Partner von Hanne Heinstein, aus Krankheitsgründen seine Beteiligung absagen musste, übernahm Hanne Heinstein allein das Spiel mit den Marionetten – ein wahre Herausforderung, wie auch die Besucher später feststellen sollten.

Beim Heidelberger Marionettentheater ist schließlich alles »handgemacht«. Das heißt: Nicht nur die einzelnen Figuren müssen während der Vorstellung entsprechend in Pose gebracht und bewegt werden, auch das Bühnenbild will gewechselt und eine stimmungsvolle Geräuschkulisse geschaffen werden – mal ganz abgesehen von den unterschiedlichen Stimmen der einzelnen Charaktere des Stückes.

Gerade ein Kinderpublikum kann dabei sehr kritisch sein: Denn sind diese einmal in die Geschichte eines Märchens versunken, möchten sie nur ungern von kleinen »Patzern« gestört werden. Hanne Heinsteins Finger- und Stimmkünste waren also durchweg gefragt – vor allem dann, wenn drei oder sogar mehr Figuren auf der Bühne standen. Doch weder junge noch ältere Gäste hätten wohl vermutet, dass lediglich eine Person die »Mutter« der Geschichte ist. Stets wusste Hanne Heinstein, kleine Pausen geschickt zu überspielen und ihr Publikum ständig bei bester Laune zu halten. Dabei kam ihr natürlich auch eine spannende Geschichte zu Hilfe, die nicht nur die jüngsten Besucher in der Stadtbücherei restlos begeisterte.

In der Erzählung ging es um den kleinen »Wiesentroll«, der zusammen mit dem Ziegenbock Balduin über die Wiesen zieht. Auch Balduins kleine Schwester Mimi versucht stets, sich den beiden Spielkameraden anzuschließen. Gerade der kleine Wiesentroll ist davon jedoch nicht begeistert. Er hält sich selber für den Besten und Schönsten, der es nicht nötig hat, sich mit Jüngeren und Schwächeren abzugeben. Erst als er gemeinsam mit Balduin in den dunklen Wald aufbricht und durch die Hexe Wanda die Gesetze des Waldes kennen lernt, weicht er von seiner Meinung ab. Die kleine Mimi ist den beiden Abenteurern nämlich trotz ihrer Angst ganz alleine in den Wald gefolgt und hat sich prompt mit einem kleinen Waldtroll angefreundet. Als alle vier später aufeinander treffen, lernt auch der Wiesentroll, dass Jüngere und Schwächere gute Spielkameraden sein können.

Vor diesem Hintergrund sollte natürlich auch den jungen Zuschauern eine gewisse Botschaft übermittelt werden. Dabei spielte nicht nur der Umweltgedanke, sondern auch der pädagogische Wert eine große Rolle. Durch die menschlichen Charakterzüge der Figuren sollten auch die Kinder ihr Sozialverhalten schärfen und auf freundliche und ungezwungene Weise darin geschult werden, andere Kinder zu respektieren und zu integrieren. Ferner wurde den kleinen Gästen die Wertschätzung der Natur mit ihren Tieren und Pflanzen näher gebracht Dieser Hintergedanke war es letztlich, der die Veranstalter maßgeblich dazu bewegte, das Heidelberger Marionettentheater zu engagieren. Schließlich wurde die Aufführung in Zusammenarbeit mit der Umweltbeauftragten für die Stadt Olpe, Sabine Melzer, organisiert.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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