»Wir haben die Besten der Besten«

»Circus Krone« feierte gelungene Premiere / Größter Zirkus Europas gastiert in Kreisstadt

mari Olpe. »Manege frei« heißt es seit Samstag in der Kreisstadt. Auf dem Messegelände »In der Trift« gastiert in seinem 100-jährigen Jubiläumsjahr der »Circus Krone«, der als größter und erfolgreichster Zirkus in Europa gilt. Jede Menge Zuschauer sahen in den vier Aufführungen am Samstag und Sonntag bereits das Weltklasse-Programm, das einen Höhepunkt nach dem anderen hergibt. Der Salto Mortale vom Todesrad und der Todessprung von Olga sorgten für atemberaubende und spektakuläre Szenen.

In der Tat grenzt sich der renommierte Zirkus, dessen Gründer Carl Krone am Samstag vor 146 Jahren geboren wurde, von den vielen anderen Zirkus-Unternehmen ab, deren Akteure mit Sammelbüchsen unterwegs sind, damit die Tiere nicht verhungern. »Wir haben die Besten der Besten«, machte Pressesprecherin Dr. Susanne Matzenau auf die Krone-Artisten aufmerksam, von denen ein großer Teil in Monte Carlo, Verona und Paris ausgezeichnet wurden. Daneben gehören dem »Circus Krone« der größte Elefantenbulle der Welt »Colonell Joe« – sieben Tonnen schwer, 3,50 Meter groß mit 1,80 Meter langen schneeweißen Stoßzähnen ––und der einzige weiße Zirkuslöwe »King Tonga« an.

Bevor jedoch die Besten der Besten ihre Künste in der Manege zeigten, waren die Kinder aus Olpe und Umgebung eingeladen, einige Kunststücke zu probieren. Sie durften an der Longe reiten, jonglieren und sich von den Zirkusclowns schminken lassen. Alle Geburtstagskinder bekamen zudem ein Geschenk und ein Ständchen. Mit einem turbulenten Opening begann das dreistündige Programm »Jubilee«. Alle Akteure tanzten um eine riesige Geburtstagstorte, die mitten in der Manege zum 100. Geburtstag aufgestellt war. Ein buntes, prächtiges Bild. Direkt im Anschluss wechselten Tierdressur, Artistik und Clownerie vom Feinsten. Die begeisterten Zuschauer erlebten tollkühne Schleuderträume, fernöstliche Impressionen, chinesische Kampfspiele und orientalische Fantasien. Als »Crazy Wilson« tollkühne Stunts am Todesrad in luftiger Höhe zeigte, wo er bei 120 Stundenkilometern einen Salto Mortale zum Besten gab, gab es sicher manche Atemaussetzer im Publikum.

Eine Premiere erlebten die Zuschauer in Olpe, als Olga von der Truppe Borzovi nach einem atemberaubenden Luftschauspiel einen Distanzflug über 15 Meter quer durch die Manege zu einem schwingenden Fänger versuchte. Bei den beiden Aufführungen am Samstag verfehlte sie zweimal knapp die Hände des Fängers und ließ den Adrenalinspiegel der Gäste in die Höhe schnellen. Beim dritten Mal klappte der spektakuläre Sprung und die grazile Olga erntete großen Applaus.

Bei lustigen Clownsszenen und tollen Tänzen des zwölfköpfigen Showballetts konnte sich das Publikum ein wenig von den Luftsensationen erholen. Um bei den Tierdressuren wieder in volle Bewunderung auszubrechen. Dalmatiner und Pudel durchliefen galoppierende Ponybeine, sprangen den niedlichen Shetlands auf den Rücken und ritten durch die Manege. Zu guter letzt standen vier Hunde auf einem Pony. Wer hätte gedacht, dass Elefanten, die im allgemeinen als schwerfällig gelten, tanzen können? Sie können. Im »Circus Krone« traten sie als Musical-Stars auf, es wirkte beinahe elegant. Viele Gäste hielten sich die Augen zu, als sich Dompteur James Puydebois auf den Boden legte und einer der Elefanten Fuß für Fuß über seinen Körper hob. Wunderschön anzusehen waren die Pferde und Zebras, die den Gästen ein hippologisches Potpourri und eine wilde Show boten. Dass sogar eigentlich wilde Tiere handzahm sein können, bewiesen elf braune Bären und der einzigartige weiße Löwe »King Tonga« in einer spannungsgeladenen Dressurshow. Für diese Vorführung wurden sicherheitshalber Käfige aufgebaut.

Es war einfach beeindruckend, was die 54 Darsteller aus 14 Nationen den Gästen boten. Da saß jede Bewegung. Selbst die Männer, die zwischen den Programmpunkten die Manege für die nächste Vorführung startklar machten, waren zu 100 Prozent aufeinander eingespielt. Eine solche Leistung ist nur durch kontinuierliches Training möglich. Der »Circus Krone« besucht im Jahr etwa 30 Städte, wo täglich zwei Vorführungen stattfinden, und kommt so auf 190 Spieltage im Jahr. Die restliche Zeit geht für Fahrten und den Auf- und Abbau der größten rollenden Zirkusstadt Europas drauf, zu der fast 400 Menschen und 250 Tiere gehören. Zwischendurch wird immer wieder trainiert, und es werden neue Nummern einstudiert. Der jüngste Artist ist ein 22-jähriger Kosakenjunge, der älteste ist 38, heiß Sergej und kommt aus Russland.

»Guter Zirkus lebt durch Qualität, Anspruch und Innovation« – dieses Motto nimmt das Krone-Unternehmen ernst. Nicht ohne Grund wurden in den letzten Jahren absolute Besucherrekorde verzeichnet. In Olpe kamen vor fünf Jahren 25000 Zuschauer. Morgen entscheidet sich, ob diese Zahl getoppt wird. Am heutigen Montag finden um 15.30 Uhr und 20 Uhr Vorführungen statt, am morgigen Dienstag gibt es um 20 Uhr die Abschiedsvorstellung. Karten gibt es an der Circus-Kasse oder unter der Hotline, Z(01805) 247287.

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