»Wir kämpfen weiter«

Gleichstand von Erwerbs- und Familienarbeit gefordert

sz Oberveischede. Eine gemeinsame Veranstaltung des Bezirksvorstandes Sauer-/Siegerland und des Kreisvorstandes Olpe der Frauen-Union beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Familienpolitik und den aktuellen familienpolitischen Debatten. Die Bezirksvorsitzende Anne-Marie Kreckel aus Iserlohn konnte zu dieser Diskussion hochkarätige Gäste als Gesprächspartner sowie 28 Teilnehmerinnen begrüßen: Wiltraud Beckenbach aus Grünstadt, Bundesvorsitzende des Verbandes Familienfrauen und –männer e.V., Marianne Heipel aus Olpe, Mitglied im Landesvorstand NRW dieses Verbandes, sowie die Abgeordneten Hartmut Schauerte aus Flape (MdB) und Monika Brunert-Jetter (MdL) aus Meschede.

Zunächst stellte Wiltraud Beckenbach ihren Verband (früher: Deutsche Hausfrauengewerkschaft) und dessen Arbeit vor. Sie berichtete über die Erfolge, so u.a. die Berücksichtigung von Erziehungszeiten in der Rente und die Einführung von Elternzeit (früher Erziehungsurlaub). Zudem informierte sie über weitere zentrale familienpolitische Forderungen des Verbandes: Familiengeld und Familien- statt Ehegattensplitting. Das Familiengeld sollte über sechs Jahre in Höhe des durchschnittlichen Erwerbseinkommens gezahlt werden. »Unser Ziel ist es«, so Waltraud Beckenbach, »einen Gleichstand zwischen Erwerbs- und Familienarbeit zu erreichen. Nur so wird Eltern eine wirkliche Wahlfreiheit eingeräumt.«

Hartmut Schauerte wies darauf hin, dass die bis jetzt erreichten fundamentalen Entscheidungen zugunsten von Familien unter CDU/CSU-geführten Bundesregierungen getroffen worden seien. Er schloss aber eine Finanzierbarkeit eines Familiengeldes in der vom Verband vorgesehenen Höhe von ca. 2000 bis 2500e monatlich aus. Er forderte aber dazu auf, die familienpolitische Offensive der CDU, mit dem gestaffelten Kindergeld, zu unterstützen.

Monika Brunert-Jetter erläuterte in ihrem Beitrag, dass der finanzielle Aspekt nur einen Teil der heutigen Problematik betrifft. »Vielfach, insbesondere bei hoch qualifizierten jungen Frauen, die Familie und Beruf miteinander verbinden möchten, scheitert dies nicht an den Finanzen, sondern an fehlenden Angeboten für eine Ganztagsbetreuung. Hier ist vordringlicher Handlungsbedarf gegeben«, so die Landtagsabgeordnete. In vielen Fällen bedeute doch eine längere Unterbrechung der Erwerbstätigkeit den Verlust beruflicher Perspektiven. Diesen Ausführungen stellte Marianne Heipel entgegen, dass wissenschaftliche Untersuchungen ergeben hätten, dass Familienfrauen 44 zusätzliche Qualifikationen in der Erziehungszeit erwerben.

Insgesamt zeigte die kontrovers geführte Diskussion, dass die wirkliche Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf noch nicht gegeben ist. Anne Marie Kreckel formulierte in ihrer Zusammenfassung: »Es ist schön, dass wir heute so viel verbale Aufgeschlossenheit in der Politik vorfinden. Dennoch müssen wir auch in der Zukunft davon ausgehen, dass wir auf Widerstände stoßen, wenn wir eine gleichberechtigte Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen einfordern, und diese sowohl in der Politik, wie auch in Wirtschaft und Gesellschaft. Dies hält uns aber nicht ab, weiter dafür zu kämpfen.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen