»Wir werden Opfer abverlangen«

CDU-Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers besuchte Senioren-Union / Ehrlicher Wahlkampf

hobö Oberveischede. Eins hat sich Jürgen Rüttgers, CDU-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl am 22. Mai, fest vorgenommen: »Ich werde mich am Wahlabend nicht nach der ersten Hochrechnung um 18.05 Uhr vor die Kameras stellen und mich als Sieger feiern lassen.« Das erklärte der nordrhein-westfälische CDU-Parteivorsitzende gestern augenzwinkernd in der Dorfgemeinschaftshalle Oberveischede und blickte damit natürlich auf die Wahl in Schleswig-Holstein zurück. Dort sah der CDU-Mann erst wie der neue Ministerpräsident aus, ließ sich feiern, wurde es aber bekanntlich dann doch nicht. Gleichwohl ist sich Jürgen Rüttgers »im Bauch sehr sicher, dass wir die Wahl gewinnen«. Er erntete für diese Aussage lang anhaltenden Applaus in Oberveischede. Dorthin hatte der Landesverband der CDU-Senioren-Union eingeladen, um sich – sozusagen aus erster Hand – über das Wahlkampfprogramm der CDU zu informieren.

Der Einladung war nicht nur Rüttgers gefolgt. Mehr als 400 Mitglieder der Senioren-Union aus allen Teilen des Landes lauschten bei Kaffee und Kuchen den Ausführungen. Zunächst hatte der Olper Landrat Frank Beckehoff die Gäste begrüßt, zu denen auch der Bundesvorsitzende der CDU-Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff, Landesvorsitzender Leonhard Kuckart, Bezirksvorsitzender Hubert Schürholz und die Kreisvorsitzende, Wilma Ohly, zählten.

Landrat Beckehoff (CDU) erinnerte daran, dass die Senioren maßgeblichen Anteil nicht nur an den herausragenden Erfolgen der CDU im Kreis Olpe gehabt hätten. Auch die guten Rahmendaten des Kreises fußten auf ihren Errungenschaften. Und doch: »Die gute Gesamtsituation des Kreises Olpe könnte noch besser sein, wenn in Düsseldorf bessere Rahmenbedingungen geschaffen würden.« Es sei höchste Zeit für den Regierungswechsel am Rhein.

»Wir entscheiden, ob unser Land von den Fesseln 40-jähriger SPD-Herrschaft befreit wird«, sieht Leonhard Kuckart die ältere Wählerschaft in entscheidender Rolle. »Wir Älteren haben eine große Verantwortung. Wir werden immer mehr, können die Wahl entscheiden und Jürgen Rüttgers zum Ministerpräsidenten machen.«

Rüttgers selbst versprach in seiner knapp einstündigen Rede keine »blühenden Landschaften«. »Wer CDU wählt, wählt nicht den leichten Weg, aber eine gerechte Politik mit Zukunftsperspektiven.« Man werde nach einem Wahlsieg Opfer von den Bürgern verlangen müssen, aber die CDU lege die Weichen für eine bessere Zukunft. Mit Rot-Grün hingegen, so der CDU-Spitzenkandidat, werde es weiter bergab gehen.

Die Richtung der Politik müsse in Düsseldorf geändert werden. Mehr als eine Millionen Arbeitslose sprächen eine klare Sprache. Außerdem ächze das Land unter den 110 Mrd.e Schulden, die täglich die Zahlung von 13Mille an Zinsen und Tilgung erforderten. 5Mill. Stunden Unterricht würden in NRW jährlich wegen Lehrermangels ausfallen, bemängelte Rüttgers. Und auch die 1,5Mill. Straftaten im vergangenen Jahr seien zu viel. Für diese Zahlen sei die verfehlte Politik von SPD und Grünen verantwortlich. Die CDU wolle dafür sorgen, dass diese negative Entwicklung gestoppt würde.

Die Christdemokraten, erklärte der Parteivorsitzende, könnten die Problemfelder natürlich nicht sofort erfolgreich beseitigen. »Aber wir sind gut vorbereitet, eine Kehrtwendung einzuleiten.« Rüttgers forderte, dass die Menschen in diesem Land für das gleiche Geld künftig mehr arbeiten. Auch der Frühverrentung müsse Einhalt geboten werden. Überdies brauche man ein einfaches Steuersystem, wie es Friedrich Merz konzipiert habe.

Der öffentlichen Verschuldung müsse mit Konsolidierungspolitik entgegengewirkt und die Subventionen für Steinkohle und Windenergie müssten drastisch gekürzt werden. Ferner sagte Jürgen Rüttgers dem »Bürokratiedschungel« den Kampf an. Dieser zerstöre die Eigeninitiative und die Investitionsbereitschaft im Lande. Und die Bildungsmisere, kritisierte der Christdemokrat, sei nicht mit der von Rot-Grün beabsichtigten Einheitsschule zu entgegnen, sondern mit dem gegliederten Schulsystem und mit 4000 zusätzlichen Lehrern.

»Wir wollen den Bürgern nichts vormachen. Wir werden in diesem Wahlkampf die Strategie der Ehrlichkeit verfolgen«, versprach Rüttgers abschließend. Die ersten Jahre würden nicht leicht, aber diese Politik der CDU werde das Land Nordrhein-Westfalen wieder auf Erfolgskurs bringen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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