Ehemalige Gaststätte „Am Kump“ wird nach 35 Jahren zurückgebaut
Wohnhaus – Kneipe – Wohnhaus

Die ehemalige Gaststätte „Am Kump“ wird zum Wohnhaus zurückgebaut, so, wie es vor 35 Jahren war. Allerdings ist das Gebäude inzwischen ein Schmuckstück – als die heutigen Eigentümer es kauften, war es eine, wenn auch denkmalgeschützte, Ruine.
  • Die ehemalige Gaststätte „Am Kump“ wird zum Wohnhaus zurückgebaut, so, wie es vor 35 Jahren war. Allerdings ist das Gebäude inzwischen ein Schmuckstück – als die heutigen Eigentümer es kauften, war es eine, wenn auch denkmalgeschützte, Ruine.
  • Foto: win
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

win Olpe. Wir schreiben das Jahr 1985. An der Ecke Winterbergstraße/Schützenstraße steht ein heruntergekommenes, kleines Fachwerk-Wohnhaus, in dem schon seit Jahren niemand mehr wohnt. Die Stadt bietet es an „wie Sauerbier“: Denn trotz der recht innenstadtnahen Lage und dem überschaubaren Preis wagt niemand den Kauf – das marode Haus steht unter Denkmalschutz, und der Aufwand, der in das Gebäude gesteckt werden müsste, steht nach allgemeiner Ansicht in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Ertrag.
Das sieht einer anders: Günther Quast aus Ottfingen. Er hat sich gerade selbstständig gemacht und hat einen Plan. Gemeinsam mit einem Freund und Geschäftspartner kauft er das Häuschen, das an einer Ecke steht, die in der Stadt nach einem ehemaligen öffentlichen Brunnen „Am Kump“ genannt wird. Und dann beginnt die Arbeit.

Unsere Erdnuss-Abende
waren legendär.
Günther Quast
Eigentümer des „Kump“

„Zwei Jahre lang haben wir Staub gefressen“

„Zwei Jahre lang haben wir Staub gefressen“, erinnert er sich. Das Haus wurde von Quast und seinem vor rund 20 Jahren verstorbenen Freund und Kollegen leergeräumt und entkernt, Lehm aus dem Fachwerk geschlagen, bis nur noch ein Gerüst übrig war. Dieses jedoch, so die Überzeugung der Eigentümer, war nicht mehr zu retten. Nach einigem Hin und Her mit der Stadt, dem Bau eines Modells und einem nachträglichen Bauantrag entsteht das Haus neu. „Wir haben das Original-Fachwerk nach alten Fotos wiederhergestellt, das Haus ist neu, aber es steht genau so da wie 1920“, ist Quast heute noch stolz auf die Arbeit.

Erst „Am Kump“, zuletzt „Mythos“

Ein Wohnhaus wird es jedoch nicht: Eine Gaststätte entsteht. Ihr Name: „Am Kump“. Und gut drei Jahrzehnte lang geht es hier rund. „Unsere Erdnuss-Abende waren legendär“, erinnert sich Quast, „auch wenn es am nächsten Tag viel Arbeit machte, alles sauberzubekommen. Überall lagen Schalen.“ Die Kneipe lief gut, wurde verpachtet, wechselte den Namen, zuletzt als Musikkneipe „Mythos“. Wie berichtet, hat Takis Dimoulas das „Mythos“ geschlossen. Und damit geht eine Ära zu Ende.
Denn, wie Günther Quast auf Anfrage der SZ bestätigte, am „Kump“ wird es keine Kneipe mehr geben. „Auch wenn es mir wehtut, aber die Zeit von Kneipen so hoch in der Stadt ist in Olpe vorbei. Die Gastronomie zieht komplett ans Wasser, und das hat eben Konsequenzen.“

Gebäude wird nun wieder ein Wohnhaus

Nun startet ein Umbau; nach 35 Jahren als Kneipe wird das Gebäude nun wieder ein Wohnhaus. „Eine Gaube kommt drauf, und hinter dem Haus wird ein richtig schöner Garten angelegt“, so Quast. „Es bleibt ein Schmuckstück.“ Auch werde er dafür sorgen, dass zum Olper Schützenfest der Verein hier seinen Schmuck anbringen kann: „Am Kump“ stoppt stets nachts der Zug vom Schützenplatz herab in die Stadt, hier intoniert die Festmusik den russischen Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“, inzwischen umstrittener Bestandteil des Zapfenstreichs.
Für die Schützen hat die Schließung aber dennoch Konsequenzen: Das schmucke Guss-Schild, das darauf hinweist, dass hier das Wachlokal der neunten Korporalschaft untergebracht ist, wurde bereits abmontiert, nun laufen die Überlegungen, wo es seinen künftigen Standort haben könnte. Denn die letzte Gastwirtschaft der Oberstadt ist nun Geschichte – auch wenn die Zukunft des „Kump“ rosiger ist als die der fast benachbarten ehemaligen Gaststätte Richard Kemper, die, wie berichtet, dem Abbruchbagger anheimfällt.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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