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Auch Gebäude auf dem Erbscheidberg wird überprüft
Zweiter Anlauf für Solarstrom in Olpe

Die riesigen Hallen der Kreiswerke auf dem Erbscheidberg bei Sondern: Auf Attendorner Areal erzeugen die Kreiswerke Trinkwasser aus dem Rohwasser der Listertalsperre. Die Dächer sollen nun erneut auf ihre Eignung geprüft werden, Solarzellen zu tragen.	Foto:
  • Die riesigen Hallen der Kreiswerke auf dem Erbscheidberg bei Sondern: Auf Attendorner Areal erzeugen die Kreiswerke Trinkwasser aus dem Rohwasser der Listertalsperre. Die Dächer sollen nun erneut auf ihre Eignung geprüft werden, Solarzellen zu tragen. Foto:
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win Olpe/Erbscheid. Landrat Theo Melcher (CDU) hat in seiner Antrittsrede vor dem neuen Kreistag betont, dass er dem Klimaschutz in seiner Amtszeit Priorität einräumen will. Nun beginnt er mit der Umsetzung. Am Mittwoch tagte der Betriebsausschuss der Kreiswerke und wurde im Zuge dieser Sitzung über den Plan informiert, kreiseigene Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen auszurüsten und sie somit zu umweltfreundlichen Solarkraftwerken zu machen.
Technische Machbarkeit von PhotovoltaikanlagenIn der Beschlussvorlage wird erklärt, dass die Kreiswerke, die eigenwirtschaftliche Tochterfirma des Kreises Olpe, bereits 2011 ein entsprechendes Fachgutachten haben erstellen lassen. In diesem werde die generelle technische Machbarkeit von Photovoltaikanlagen untersucht.

win Olpe/Erbscheid. Landrat Theo Melcher (CDU) hat in seiner Antrittsrede vor dem neuen Kreistag betont, dass er dem Klimaschutz in seiner Amtszeit Priorität einräumen will. Nun beginnt er mit der Umsetzung. Am Mittwoch tagte der Betriebsausschuss der Kreiswerke und wurde im Zuge dieser Sitzung über den Plan informiert, kreiseigene Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen auszurüsten und sie somit zu umweltfreundlichen Solarkraftwerken zu machen.

Technische Machbarkeit von Photovoltaikanlagen

In der Beschlussvorlage wird erklärt, dass die Kreiswerke, die eigenwirtschaftliche Tochterfirma des Kreises Olpe, bereits 2011 ein entsprechendes Fachgutachten haben erstellen lassen. In diesem werde die generelle technische Machbarkeit von Photovoltaikanlagen untersucht. Zwölf Gebäude der Betriebssparten Gebäude und Straßen sowie 14 Gebäude der Betriebssparte Wasser seien in die Untersuchung einbezogen worden. „Im Ergebnis wurden seinerzeit von den untersuchten 26 Gebäuden nur acht als gut geeignet beschrieben. Von diesen acht Gebäuden sind fünf der Betriebssparte Wasser zuzuordnen.“ Die anderen Gebäude seien als „bedingt“ oder „nicht geeignet“ bewertet worden. Die Gründe dafür seien vielfältig gewesen: „Bei einigen Gebäuden war die Sonneneinstrahlung je nach Lage zu gering, um die Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können. Bei anderen, insbesondere bei hohen Schieferdächern, waren aufwendige Unterkonstruktionen erforderlich, die ebenfalls eine wirtschaftliche Betrachtung ausschlossen. In der Betriebssparte Wasser standen statische Bedenken und damit die jederzeitige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Mittelpunkt einer damals ablehnenden Haltung bei den fünf als gut geeignet bezeichneten Gebäuden.“

Neue Untersuchung erforderlich

Seit 2011 hätten sich allerdings die technischen und wohl auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Einsatz von Photovoltaik verändert, die eine erneute Untersuchung bereits aus diesem Grund erforderlich machten. „Hinzu kommen die immer deutlicher hervortretenden, gravierenden Auswirkungen des Klimawandels. Als große Herausforderung der Zukunft sollte dabei als eines der Ziele des Kreises und damit der Kreiswerke angestrebt werden, die Kreisverwaltung klimaneutral zu machen, unter anderem durch Photovoltaikanlagen auf den kreiseigenen Gebäuden.“ Die Betriebsleitung beabsichtige daher ein erneutes Gutachten nach heutigen technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingung zu beauftragen.

"Besser hinterherlaufen als stehenbleiben"

Elmar Holterhof (Grüne) freute sich: Der Landrat fülle seine Ansage aus der Antrittsrede zügig mit Leben. Freilich sei zu bedenken, dass der Kreis reichlich spät an diesem Thema sei. „Der Kreis und die Kommunen haben Vorbildfunktion. Wir laufen jetzt eigentlich hinterher, aber besser hinterherlaufen als stehenbleiben“, so der Hünsborner. Er regte an, dass die Betriebsleitung, wie er es aus der Gemeinde Wenden kenne, ausführliche Energiebilanzen der jeweiligen Gebäude vorlege.

Gebäude auf dem Erbscheidberg bei Sondern

Der Betriebsleiter der Kreiswerke, Andreas Sprenger, erklärte, solche Zahlen lägen detailliert vor, „wir haben ein qualifiziertes Gebäudemanagement“, es sei kein Problem, dem Ausschuss diese Informationen zur Verfügung zu stellen. Er führte aus, dass es bei den Planungen insbesondere um die Dächer der Hallen der Trinkwasseraufbereitungsanlage auf dem Erbscheidberg bei Sondern gehe. Diese sei bei der ersten Überprüfung statisch nicht in der Lage gewesen, eine Photovoltaikanlage zu tragen. Sie sei aber vor einigen Jahren angesichts zunehmender Schneelasten in Katastrophen-Wintern verstärkt worden, sodass eine erneute Überprüfung vermutlich ergeben werde, dass hier Solarkraftwerke gebaut werden könnten. Allerdings sei dafür eine grundsätzliche wirtschaftliche Betrachtung notwendig. Aber bei der Trinkwasseraufbereitung seien die Stromkosten der teuerste Faktor, sodass hier eine Wirtschaftlichkeit wahrscheinlich sei.

Büro von 2011 wieder im Boot

Klaus Heger (AfD) fragte, warum bereits ein konkreter Preis für ein Gutachten vorliege und warum ein solches nicht ausgeschrieben werde. Sprenger entgegnete, dass dasselbe Unternehmen wie 2011 die Untersuchung vornehmen werde, denn diese verfüge bereits über den Großteil der nötigen Daten und könne daher weit kostengünstiger arbeiten als ein neues Büro, das alles neu aufnehmen müsse.
Ein Beschluss stand nicht an, der Ausschuss nahm die Ausführungen zur Kenntnis, sodass das Gutachten mit Spannung erwartet werden darf. Entscheiden darf der Betriebsausschuss ohnehin nur über Dinge, die mit dem Betriebszweig Wasser zu tun haben, für alles andere ist der Kreistag zuständig.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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