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Lotsen für volle Schulbusse nicht zielführend
ZWS: "ÖPNV ist keine Virenschleuder"

Die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, ist unabdingbar, um im Schulbusverkehr einen gewissen Ansteckungsschutz zu wahren. Die sonst vorgeschriebenen Mindestabstände sind hier nicht umsetzbar.
  • Die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, ist unabdingbar, um im Schulbusverkehr einen gewissen Ansteckungsschutz zu wahren. Die sonst vorgeschriebenen Mindestabstände sind hier nicht umsetzbar.
  • Foto: bjö (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. Häufig ist Kritik an der Tatsache zu hören, dass in den Schulen zwar viel Wert auf die Einhaltung der Corona-Regeln gelegt wird – dass aber dieselben Schülerinnen und Schüler, die im Klassenraum durch regelmäßiges Lüften und Trennwände das Infektionsrisiko minimieren, vor und nach dem Unterricht im Linienbus dicht an dicht sitzen. Dies war auch Thema, als am Dienstag die Mitglieder des neugegründeten Arbeitskreises Gesundheit/Corona des Kreises Olpe im Kreishaus zusammenkamen. Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personenverkehr Westfalen-Süd (ZWS), war gekommen, um zu diesem Thema Rede und Antwort zu stehen.

win Olpe. Häufig ist Kritik an der Tatsache zu hören, dass in den Schulen zwar viel Wert auf die Einhaltung der Corona-Regeln gelegt wird – dass aber dieselben Schülerinnen und Schüler, die im Klassenraum durch regelmäßiges Lüften und Trennwände das Infektionsrisiko minimieren, vor und nach dem Unterricht im Linienbus dicht an dicht sitzen. Dies war auch Thema, als am Dienstag die Mitglieder des neugegründeten Arbeitskreises Gesundheit/Corona des Kreises Olpe im Kreishaus zusammenkamen. Günter Padt, Geschäftsführer des Zweckverbands Personenverkehr Westfalen-Süd (ZWS), war gekommen, um zu diesem Thema Rede und Antwort zu stehen.

Verteilung der Fahrten von Schulen aufgehoben

Padt berichtete, der ZWS habe, wie in der vorausgegangenen Sitzung des Arbeitskreises besprochen, ein Gespräch mit allen Bürgermeistern aus dem Kreis Olpe geführt. Darin sei es um besondere Spitzen bei der Busnutzung durch Schülerinnen und Schüler gegangen. Padt: „Dabei haben wir festgestellt, dass die Schulzeitstaffelung zum Teil von den Schulen ausgehebelt worden ist.“ Die vom Zweckverband vorgesehene Verteilung auf mehrere Abfahrten werde damit aufgehoben. „Dadurch werden die Busse dann voll, wenn auch immer innerhalb der Grenzen dessen, was laut Nahverkehrsplan zulässig ist.“ Padt machte deutlich, dass es innerhalb des öffentlichen Personenverkehrs keine Mindestabstände und keine Verringerung des Platzangebots in Bussen und Bahnen gebe, dies lasse sich nur durch entsprechende Angebote steuern. „Aber jeder weiß das noch aus seiner eigenen Zeit als Schüler: Morgens nimmt man den letztmöglichen Bus, nachmittags den ersten.“

Zusätzliche Busse in Lennestadt

Dennoch sei die Situation im Kreis Olpe noch sehr überschaubar, die Möglichkeit, Verstärkungsbusse zusätzlich einzusetzen, werde derzeit in Lennestadt praktiziert, doch könnte auf diese Busse auch verzichtet werden, ohne dass dies dramatische Folgen haben würde. Dennoch halte er es für dringend nötig, dass die Schulen angehalten würden, wieder zurück zu zwei getrennten Abfahrten zu kommen, wie es durch die Schulzeitstaffelung in die Wege geleitet worden sei.

Eltern fahren Kinder vermehrt

Landrat Theo Melcher (CDU) ergänzte, letztlich lasse sich die Verteilung der Schülerinnen und Schüler nur durch die Eltern regeln. Diese müssten ihre Kinder anhalten, die Busse so zu nutzen, dass es zu einer gleichmäßigen Auslastung komme. Hiltrud Ochel (Grüne) wies darauf hin, dass viele Eltern dazu übergegangen seien, ihre Kinder per Auto zur Schule zu bringen bzw. sie dort wieder abzuholen, was die Verkehrssituation verschlechtere. Ob denn nicht beispielsweise Buslotsen dafür sorgen könnten, dass die Busse in der derzeitigen Corona-Krise weniger dicht besetzt würden als erlaubt.

Buslotsen keine Lösung

Padt widersprach, dies sei nicht möglich. Es gebe keine Handlungsmöglichkeiten, um einen Bus vorab für „voll“ zu erklären. Ein Solo-Bus biete etwa 30 Sitz- und 40 Stehplätze, und bevor die nicht besetzt seien, könne weder der Fahrer noch ein Buslotse einem Fahrgast mit gültiger Karte den Zutritt verwehren. Melcher: „Das Risiko nehmen wir als Gesellschaft in Kauf“, es gebe das Grundrecht auf Mitnahme, und dies sei höher zu bewerten als beispielsweise der Besuch einer Gaststätte. Anders lasse sich der ÖPNV auch nicht aufrechterhalten.

ÖPNV keine Virenschleuder

Melcher: „Wie viele Menschen würden sonst in einem Bus mitfahren können? Vielleicht acht, vielleicht 15 – daher wird hier bewusst auf die Mindestabstände verzichtet.“ Padt ergänzte, bei aller verständlichen Kritik gelte es zu betonen, dass der öffentliche Personennahverkehr keine Virenschleuder sei.
Hiltrud Ochel ergänzte, insbesondere die Regionalbahn Olpe-Finnentrop weise das Problem auf, dass die Züge der Hessischen Landesbahn schlecht gelüftet würden. Melcher antwortete, dies sei bekannt, der Zweckverband sei in Gesprächen mit dem Anbieter.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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