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Paukenschlag bei der SG
Kleusheim fährt LOK vor die Wand

mt Lütringhausen/Oberveischede/Kleusheim. Die Bombe platzte am Freitagabend. Die Spielgemeischaft der Fußball-Vereine aus Lütringhausen, Oberveischede und Kleusheim löst sich auf – und das schon am Saisonende. Der Vorstand des SV Eintracht Kleusheim hat den beiden anderen Clubs einen Tag vor den Feierlichkeiten zu seinem 100. Geburtstag mitgeteilt, dass er künftig wieder eigene Wege gehen werde. Der SV Grün-Weiß Lütringhausen und die SpVg Blau-Weiß Oberveischede hingegen halten an ihrem Bündnis fest und werden auch in der nächsten Spielzeit unter einer Flagge an den Start gehen.
Doch wie konnte es soweit kommen?

Schließlich steht die S

mt Lütringhausen/Oberveischede/Kleusheim. Die Bombe platzte am Freitagabend. Die Spielgemeischaft der Fußball-Vereine aus Lütringhausen, Oberveischede und Kleusheim löst sich auf – und das schon am Saisonende. Der Vorstand des SV Eintracht Kleusheim hat den beiden anderen Clubs einen Tag vor den Feierlichkeiten zu seinem 100. Geburtstag mitgeteilt, dass er künftig wieder eigene Wege gehen werde. Der SV Grün-Weiß Lütringhausen und die SpVg Blau-Weiß Oberveischede hingegen halten an ihrem Bündnis fest und werden auch in der nächsten Spielzeit unter einer Flagge an den Start gehen.
Doch wie konnte es soweit kommen?

Schließlich steht die SG L.O.K. sportlich so gut da wie nie zuvor. Den beiden Herren-Mannschaften winkt der Aufstieg in die A- bzw. C-Kreisliga, die Frauen-Mannschaft hat sich die Vize-Meisterschaft in der Kreisliga gesichert und die Altherren-Mannschaft Ü 50 steht sogar im Kreispokal-Endspiel. Darüber hinaus genießt auch die gute Jugendarbeit kreisweit ein hohes Ansehen. Aber trotz all dieser Erfolge ist die SG in Kürze Geschichte.

Fortführung der SG oberste Priorität

Wie aus einer Stellungnahme aus Lütringhausen und Oberveischede zu entnehmen ist, habe es schon seit einiger Zeit gebrodelt. Meinhard Remberg als Vorsitzender des Beirats der SpVg BW Oberveischede und gleichzeitig Trainer der 1. Mannschaft, sowie Thorsten Dettmer, Vorstandsmitglied bei GW Lütringhausen und ebenfalls Trainer der 1. Mannschaft, wurden von ihren Vereinen beauftragt, die folgenschwere Entscheidung der Kleusheimer zu verhindern und konstruktiv an Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten. Auch seitens der Spielerinnen und Spieler sowie den Eltern der Juniorenspieler war deutlich zu vernehmen, dass die Fortführung der SG oberste Priorität genießen sollte.

„Die erhobenen Vorwürfe, warum die Kleusheimer eine Abspaltung in Erwägung zogen, waren teilweise nachvollziehbar und führten in der Folge zu einigen personellen Änderungen in den Vorstandsbesetzungen beider Vereine. In mehreren Gesprächen wurden somit sämtliche Kritikpunkte aus Kleusheimer Sicht aufgearbeitet und beseitigt, so dass man glaubte auf einem guten Weg zu sein“, heißt es aus Lütringhausen und Oberveischede. 

An keiner einvernehmlichen Lösung interessiert

Umso überraschender sei am Freitagabend in einem persönlichen Gespräch der Beteiligten dann das Aus von Kleusheimer Seite gekommen, was den Schluss nahelege, dass man von Anfang an nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert gewesen sei. „Vorstände und Mitglieder aus Lütringhausen und Oberveischede fühlen sich durch den indiskutablen Zeitpunkt und das Verhalten von Kleusheim vorgeführt, ausgenutzt und schlichtweg betrogen. Leider hat die Kleusheimer Seite den ’SG-Gedanken’ wohl nie verinnerlicht und wie damals in der Spielgemeinschaft mit Elben immer auf eine erneute Eigenständigkeit hingearbeitet. Dieses Ziel ist mit der jetzigen Entscheidung erreicht und die SG LOK in der bisherigen Form zerstört“, lauten die schweren Vorwürfe in Richtung Kleusheim.

Doch damit nicht genug: Während der gesamten Gespräche seit Ende März seien die aktiven Spieler der SG bereits von Kleusheimer Seite angesprochen und massiv zu einem Vereinswechsel gedrängt worden. Sogar vor dem finalen Gesprächstermin mit Lütringhausen und Oberveischede habe Kleusheim bereits Unterschriften für die Wechselvorbereitung von Spielern eingeholt. Dies sei an Hinterhältigkeit und Dreistigkeit wohl kaum noch zu überbieten. „Vielleicht hätten wir wissen müssen, dass man den Kleusheimern nach der Aktion mit Elben nicht vertrauen kann“, wird ein Verantwortlicher aus Oberveischede zitiert. 

Aufstiege der SG wird es nicht geben

Was bedeutet das Aus der Spielgemeinschaft nun für die sportliche Zukunft?
Die möglichen Aufstiege der 1. und 2. Herren-Mannschaft der SG L.O.K. in die Kreisliga A bzw. C wird es nicht geben. „Eine SG, die sich auflöst, kann nicht aufsteigen“, fasst es Olpes Kreisvorsitzender Joachim Schlüter zusammen. Stattdessen werde die weiter bestehende SG Lütringhausen/Oberveischede in der neuen Saison in der Kreisliga B an den Start gehen. Der SV Eintracht Kleusheim hingegen hat seinen Startplatz in der A-Kreisliga sicher.

„Kleusheim ist als A-Kreisligist in die SG eingetreten, daher haben sie nun auch das Recht, in dieser Liga den Spielbetrieb fortzusetzen“, so Schlüter, der nicht unerwähnt ließ, dass auch die Frauen-Mannschaft bei einem Verzicht des FC Ebenau als Vizemeister nicht in die Bezirksliga aufsteigen dürfe. „Die große Enttäuschung gibt es vor allen Dingen bei den Senioren-Mannschaften, denen wohl der zu erwartende sportliche Erfolg auf diese Art und Weise von den Kleusheimern genommen wird. Diejenigen Spieler, die dem Werben von Kleusheim nachgeben wollen, welche auf ihre ursprünglich eigenständige Zugehörigkeit in der Kreisliga A zurückgreifen können, sollten sich mal den Fairnessgedanken ins Gedächtnis rufen und in den Vordergrund stellen, insbesondere auch gegenüber ihren Sportkameraden, die den Schritt nach Kleusheim nicht mitgehen wollen oder können“, heißt es aus Lütringhausen und Oberveischede.

Einschnitte auch in der Jugend

Doch nicht nur die Senioren trifft die Trennung der Vereine hart. Auch in der Jugend dürfte es zu einem mittelgroßen Einschnitt kommen. „Ich denke, dass wir nicht alle neun Jugend-Mannschaften aufrecht erhalten können“, prognostiziert Mike Wurm von Seiten der SG. 

Als wäre der sportliche K.o. nicht schon bitter genug, so scheinen auch abseits des Rasens Risse entstanden zu sein, die nicht mehr zu kitten sind.  „Wir wollten Eintracht Kleusheim natürlich zu ihrem 100. Geburtstag herzlich gratulieren und die (gedachte) Freundschaft zwischen den Vereinen weiter pflegen. Allerdings müssen wir uns aber angesichts der beschriebenen Situation leider dazu entscheiden, sie bei ihren geplanten Feierlichkeiten allein feiern zu lassen, da man uns unmissverständlich mitgeteilt hat, dass man doch lieber ohne Lütringhauser und Oberveischeder Sportkameraden feiern möchte, das verstehen wir natürlich“, heißt es aus Lütringhausen und Oberveischede mit starker Betroffenheit.

Die Siegener Zeitung hat sich zu den Vorwürfen natürlich auch im Kleusheimer Lager umgehört, allerdings wollten die Vorstandsmitglieder erst gemeinsam beraten, wie und in welcher Form sie auf die Stellungnahme der beiden anderen Vereine reagieren.

Autor:

Marc Thomas

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