Tischtennis-Kreitag
Lattek geehrt, Braun bleibt Kreisvorsitzender

Peter Lattek (rechts) wurde vom Kreisvorsitzenden Henning Braun mit der Goldenen Spielernadel des WTTV geehrt. Foto: jb
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jb Olpe. Die eigentlichen Regularien beim ordentlichen Kreistag des Tischtennis-Kreisverbandes Siegen im Olper Kolpinghaus waren bereits nach etwa 45 Minuten abgehandelt. Trotzdem wurde es noch ein langer Abend. Nach über zweieinhalb Stunden intensiver Diskussion über die Zukunft des Spielbetriebs in den unteren Spielklassen war die Tagung erst am späten Abend beendet.

Goldene Spielernadel für Peter Lattek

Am erfreulichsten sind stets die Ehrungen. Dabei stand der Hilchenbacher Peter Lattek im Mittelpunkt. Er ist ein nimmermüder Spieler, der auch in höheren Spielklassen erfolgreich war. Jetzt ist Lattek seit 50 Jahren aktiv, derzeit spielt er für die TTG Netphen. Der Westdeutsche Tischtennis-Verband (WTTV) ehrte ihn mit der Goldenen Spielernadel.

Henning Braun wiedergewählt

Die Vorstandswahlen brachten eine Ergänzung. Wiedergewählt wurde der Kreisvorsitzende Henning Braun aus Oberdielfen, der aktiv für die DJK TuS 02 Siegen spielt. Sport- und Seniorenwart bleibt Rüdiger Heidersdorf (TTV Lennestadt). Der 77-Jährige, der vor zwei Jahren seine bemerkenswerte Spielerlaufbahn beendet hatte und seit einigen Jahren den kompletten Spielbetrieb managt, kündigte an, dass es seine letzte Amtszeit sei.

Amtsmüde zeigte sich auch Schülerwart Patrick Flender. Er ist frustriert, dass sein großes Engagement in Sachen Talentförderung auf Kreisebene bei den Kindern nur auf wenig Resonanz stößt. Man habe oft nur mit drei Spielern in einer extra besorgten Halle gestanden. Dieses Zusatztraining ist inzwischen wieder abgeschafft worden. Dennoch stellte sich Patrick Flender als Schülerwart erneut zur Verfügung und wurde einstimmig wiedergewählt. Dies galt auch für Pressewart Wolfgang Meister (VfL Bad Berleburg) und für Stefanie Pontz (TG Friesen Klafeld-Geisweid). Sie ist für den kompletten weiblichen Bereich von den Schülerinnen bis zu den Damen zuständig.

Für den in die Zukunft gerichteten Aufgabenbereich als Beauftragter für Vereinsentwicklung und Breitensport gab es sogar zwei Bewerber. Nach der Stichwahl einigte man sich darauf, dass der bisherige Amtsinhaber Markus Wagner (VTV Freier Grund) es genauso weiter machen solle. Der unterlegene Jörn Meister (TV Freudenberg) wird sein Stellvertreter. Der Sache könnten zwei Ideengeber nicht schaden, hieß es.

Anträge der SpVg 09 Bürbach sorgen für längere Diskussionen

Auslöser einer längeren Diskussion waren gleich drei Anträge, die die SpVg 09 Bürbach eingereicht hatte. Davon waren zwei vom „Durchkommen“ des ersten Antrags abhängig. Die Bürbacher beantragten, dass bereits ab der kommenden Saison in der 2. Kreisklasse in Vierer-Teams statt in Sechser-Teams gespielt werde. Hintergrund sind die die seit Jahrzehnten schleichend, aber stetig zurückgehenden Zahlen an aktiven Spielen (bundesweit besteht ein Rückgang von 430 000 Spielern seit 1989 / pro Jahr 11 300 im Durchschnitt). In den Mannschaften dieser Spielklassen sind sehr häufig 50- bis 60-Jährige – oft auch noch Ältere – aktiv. Manche Vereine können diese Anzahl an Spielern nicht mehr aufbringen. Die stets in der Woche ausgetragenen Meisterschaftsspiele würden öfter erst gegen Mitternacht enden. Und dann hätte die Gastmannschaft zuweilen auch noch eine weite Heimreise. Bei nur noch vier Spielern pro Team, die dann im „Bundessystem“ spielen würden, wäre so ein Match wesentlich schneller vorbei, begründeten die Bürbacher in ihrem Antrag. Am Ende wurde dieser aber mit 13:24 Stimmen abgelehnt. In erster Linie auch deshalb, weil man das so kurzfristig bis zur neuen Saison nicht umsetzen könne. Aber der Kreisvorstand ließ durchblicken, dass man z.B. im Herbst einen außerordentlichen Kreistag einberufen könne, um dann Entsprechendes zu beschließen, damit auch die Vereine Zeit erhielten, sich auf die neue Situation einzustellen.

Thema Strukturreform im WTTV klein gehalten

Erstaunlicherweise wurde das Thema Strukturreform im Westdeutschen Tischtennisverband klein gehalten. Dieser plant, die erst 2005 vollzogene letzte Strukturreform erneut zu reformieren. Dabei sollen die damals eingerichteten Bezirke wieder abgeschafft und die Anzahl der Kreisverbände reduziert werden. Insbesondere kleine Kreisverbände, die allein nicht mehr „lebensfähig“ sind, sollen sich mit einem Nachbarn zusammenschließen. Im Kreisverband Lüdenscheid, der nur noch über 16 Vereine verfügt, wurde dieses Thema beim Kreistag vor einer Woche „hoch gekocht“. Der Tischtenniskreis Siegen gehört mit 55 Vereinen zu den größten im WTTV. Hier sind aber auch schon lange die Vereine aus dem Siegerland, dem Wittgensteiner Land und dem Kreis Olpe zusammengeschlossen.

Überalterung ein Problem

Nichtsdestotrotz muss sich auch der Tischtenniskreis Siegen Sorgen um die Zukunft machen, denn viele Vereine können eine Überalterung nicht leugnen. Nur noch 23 Vereine betreiben aktive Jugendarbeit. Und 15 Vereine sind so klein, dass sie nur noch eine Männermannschaft zusammenstellen können.

Deutlich zurückgegangen ist auch die Beteiligung an den Einzel-Kreismeisterschaften. 2018 habe man mit nur 150 Spielern die geringste Teilnehmerzahl überhaupt gehabt. Für die Titelkämpfe 2019, die der VfB Burbach vom 13. bis 15. September ausrichtet, versprechen die Gastgeber ein attraktives Rahmenprogramm.

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