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Zoff zwischen Landesliga-Rivalen
VSV Wenden und SpVg Olpe streiten wegen Derby-Absage

Das Kreisderby, das ursprünglich am 18. Dezember im Olper Kreuzbergstadion ausgetragen werden sollte, wurde wegen eines Corona-Falls in Reihen der SpVg wenige Minuten vor dem Anpfiff abgesagt.
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sila Olpe. Björn Schneider spricht von einer „unglaublichen Entscheidung“ des Lokalrivalen VSV Wenden. Der Sportliche Leiter der SpVg Olpe zeigt sich angesichts des Einspruches, den der VSV gegen die Neuansetzung des ursprünglich für den 18. Dezember geplanten Landesliga-Duells beider Vereine einlegte, fassungslos: „Ich würde die Verantwortlichen in Wenden gerne fragen: Was hättet ihr in einer solchen Situation gemacht?“

Was war passiert? Um 15.15 Uhr, also 45 Minuten vor dem Anpfiff des Kreisderbys zwischen der SpVg Olpe (3.) und dem VSV Wenden (12.), erhielt ein Spieler der Kreisstädter in der Teamsitzung ein positives Corona-Testergebnis auf sein Handy. Der Akteur hatte sich am Morgen testen lassen, da er tags darauf an einer privaten Familienfeier teilnehmen wollte.

sila Olpe. Björn Schneider spricht von einer „unglaublichen Entscheidung“ des Lokalrivalen VSV Wenden. Der Sportliche Leiter der SpVg Olpe zeigt sich angesichts des Einspruches, den der VSV gegen die Neuansetzung des ursprünglich für den 18. Dezember geplanten Landesliga-Duells beider Vereine einlegte, fassungslos: „Ich würde die Verantwortlichen in Wenden gerne fragen: Was hättet ihr in einer solchen Situation gemacht?“

Was war passiert? Um 15.15 Uhr, also 45 Minuten vor dem Anpfiff des Kreisderbys zwischen der SpVg Olpe (3.) und dem VSV Wenden (12.), erhielt ein Spieler der Kreisstädter in der Teamsitzung ein positives Corona-Testergebnis auf sein Handy. Der Akteur hatte sich am Morgen testen lassen, da er tags darauf an einer privaten Familienfeier teilnehmen wollte. Auf den Rängen des Kreuzbergstadions, in dem die Partie ausgetragen werden sollte, hatten sich bereits die ersten Zuschauer eingefunden, Würstchen und Getränke standen ebenfalls parat.

Nach Absprache mit den Schiedsrichtern, die sich angesichts des Corona-Falls weigerten, die Partie zu pfeifen, griff Björn Schneider zum Telefon, um Ernst Moss zu kontaktieren. Der Rinsdorfer, qua seiner Stellung als Landesliga-Staffelleiter befugt, ein Spiel abzusetzen, war zur gegeben Zeit allerdings fernab der Heimat – und deshalb nicht zu erreichen. „Wir haben uns dann an Alfred Link gewandt, um einen Rat zu bekommen, wie wir am besten vorgehen“, erinnert sich Schneider. Das Verbandsfußballausschuss-Mitglied, das zudem auch Staffelleiter der Westfalenliga 2 ist, gab schließlich die Empfehlung, das Derby sicherheitshalber abzusagen.

„Das war ein Risiko, das wir nicht eingehen konnten und wollten. Insofern hat sich die Frage, ob das Duell trotz der gegebenen Umstände stattfindet, für uns nie wirklich gestellt“, stellt der Sportliche Leiter der Gastgeber klar.

Auch die Beteiligten von Wendener Seite seien am Tag des Geschehens mit der Spielabsetzung d’accord gegangen, meint Schneider: „Natürlich haben wir auch mit dem VSV gesprochen und es wurde gesagt, dass wir das Spiel einfach zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.“ Davon ging auch Ernst Moos aus. Der Staffelleiter bestätigte damals, dass es geplant sei, die Partie frühestmöglich neu anzusetzen.

Umso überraschender seien deshalb die Anträge gewesen, die Moos am Montag von VSV-Seite zugesandt bekam: „Wenden hat nicht nur Beschwerde gegen die Neuansetzung eingelegt, sondern auch beantragt, die drei Punkte zugesprochen zu bekommen“, erklärt der Rinsdorfer auf SZ-Nachfrage. Er sei selbst „überrascht und, ehrlich gesagt, auch ein Stück weit enttäuscht gewesen, dass der VSV diese Entscheidung getroffen hat.“ Wenn er sich in der Position der Olper Verantwortlichen befunden hätte, hätte er „exakt genau so entschieden“, sagt Moos. „Hinzu kam ja, dass mein Stellvertreter angerufen wurde und eindeutig empfohlen hat, die Partie keinesfalls anzupfeifen.“ Dennoch sei es das gute Recht des VSV, diesen Weg zu gehen.

Etwas anders stellt Jörg Rokitte die Gemengelage dar. Der Trainer der Wendener verweist darauf, dass man beim Staffelleiter lediglich erfragt hätte, wie die Abläufe in einem solchen Fall aussähen: „Erst einmal muss man natürlich sagen, dass es völlig klar ist, dass man beim Thema Corona kein Risiko eingehen möchte. Wir wollten aber wissen, ob in diesem Fall die alles regelkonform abgelaufen ist.“ Nach Ansicht der Sportlichen Leitung des VSV waren die Bedingungen, um das Spiel abzusagen, nicht erfüllt. „In der Corona-Schutzverordnung steht ganz klar, dass ein Spiel nur dann abgesagt werden darf, wenn mindestens drei Spieler einer Mannschaft wegen Corona ausfallen. Das war in diesem Fall eindeutig nicht gegeben“, sagt Christoph Clemens, der beim VSV für den Spiel- und Trainingsbetrieb zuständig ist.

Ob man anders gehandelt hätte, wenn man selber in der Position der Olper Verantwortlichen gesteckt hätte, vermag Clemens nicht zu beurteilen: „Ich weiß nicht, wie wir entschieden hätten. Aber so, wie die SpVg Olpe es gemacht hat, war es definitiv zu einseitig. Deshalb haben wir im Vorstand beschlossen, das so nicht hinzunehmen. Wenn man auf die Reglen schaut, hätte das Spiel stattfinden müssen.“
Das Argument der Einseitigkeit will Björn Schneider nicht gelten lassen: „Es ist doch vollkommen egal, ob wir Wenden bei der Entscheidung miteinbezogen hätten, das Ergebnis wäre so oder so das gewesen, dass die Partie abgesagt wird.“

Zudem hätte es auch niemanden gegeben, der das Spiel geleitet hätte, sagt Schneider: „Wer hätte pfeifen sollen, wenn die Schiedsrichter schon weg waren? Es ist doch so, dass wir uns durch die Absage selber ins Bein geschossen haben, weil wir alle wieder nach Hause schicken und das ganze Essen wegschmeißen mussten. Das war für uns auch in finanzieller Hinsicht schlecht.“ Obwohl die Enttäuschung, ohne ein Kreisderby gesehen zu haben nach Hause fahren zu müssen, groß gewesen sei, sei der Tenor unter allen anwesenden Zuschauern einhellig gewesen: „Bis auf die Verantwortlichen des VSV Wenden habe ich bis heute niemanden gehört, der gesagt hat, dass wir falsch gehandelt hätten.“

Ob das Spiel nun am grünen Tisch oder doch auf grünem Rasen entschieden wird – das letzte Wort im Zwist zwischen beiden Lokalrivalen hat jetzt das Verbandssportgericht.

Autor:

Silas Münker aus Siegen

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