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Ausbildungs- und Studienmesse Biedenkopf 2022

Auf der Suche nach Azubis

BIEDENKOPF: Unternehmen müssen sich heute schon etwas einfallen lassen, um junge Menschen für sich zu begeistern

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Gute Bewerbungsgespräche münden nicht selten in den erwünschten Ausbildungsvertrag. Worauf es bei der Suche nach der passenden Ausbildungsstelle ankommt, verrät Dr. Gerd Hackenbracht von der IHK Lahn-Dill. Fotos: AdobeStock

Der Aus- und Weiterbildungsexperte Dr. Gerd Hackenberg gibt wichtige Tipps für Azubis und Betriebe.Das Ziel ist klar, doch der Weg nicht einfach: Wie bekommt man eigentlich die besten Azubis? Wir haben nachgefragt bei Dr. Gerd Hackenberg, dem Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung von der IHK Lahn-Dill.Azubis sind Mangelware. Viele junge Menschen ziehen heute eine akademische der dualen Ausbildung vor. Wie können Unternehmen junge Menschen auf sich aufmerksam machen?- Wir beobachten seit Jahren, dass die herkömmlichen Wege über die weiterführenden Schulen und die Berufsberatung allein nicht mehr ausreichen, junge Menschen von der Wertigkeit einer dualen Ausbildung zu überzeugen. Unternehmen müssen sich heute etwas einfallen lassen, um potenzielle Bewerber zu erreichen. Dazu sollten Betriebe zusätzlich unbedingt auf digitale Medien setzen. Im besten Fall ist der Webauftritt eines Unternehmens so gestaltet, dass er nicht nur Kunden, sondern auch junge Menschen auf Ausbildungsplatzsuche anspricht. In einem eigens eingerichteten Ausbildungsbereich können die Vorteile einer Ausbildung im Unternehmen dargestellt werden, am besten unterfüttert mit Tipps, wie die Bewerbung aussehen sollte, und was auf potenzielle Bewerber in einem Bewerbungsgespräch zukommt.Wann sollten Unternehmen mit der Suche nach geeigneten Auszubildenden beginnen?- So früh wie möglich. Je eher ein Unternehmen mit der Suche beginnt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, richtig gute Bewerber zu finden.In der Phase der Bewerbung gehen die meisten potenziellen Bewerber noch auf eine allgemeinbildende Schule. Wie kommen Unternehmen mit den Schulen in Kontakt?- An allen weiterführenden Schulen gibt es in der Regel Lehrer, die für die berufliche Orientierung zuständig sind. Wir von der IHK Lahn-Dill vermitteln Kontakte in die Schulen und so weit möglich auch direkt an die zuständigen Lehrkräfte. Regelmäßig bieten wir Unternehmen in unserem Kammerbezirk Möglichkeiten an, mit den Schülern in Berufsorientierungsprojekten in Kontakt zu treten. Derzeit starten wir grade die „IHK Adventure Tour“. Die Schüler schalten sich im Unterricht live in einen von unserer IHK durchgeführten Firmenrundgang, Azubis und Ausbilder zeigen via Bildschirm den Ausbildungsplatz, erklären, was man in dem jeweiligen Betrieb alles werden kann und antworten direkt auf Fragen der Schüler. Betriebe, die sich mit einem digitalen Betriebsrundgang in den Klassenzimmern vorstellen wollen, können sich bei uns melden.

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Wie wichtig sind Praktika?

- Praktika sind das Herz der Berufsorientierung. Wer während eines Praktikums zusammenfindet, ist so schnell nicht wieder zu trennen. Leider konnten Schulen und Unternehmen durch die Pandemie vieleSchulpraktika indenvergangenen zwei Jahren nicht durchführen. Um dennoch schnell und unbürokratisch praktische Erfahrungen sammeln zu können, haben wir 2021 die Aktion Schnupperpraktika ins Leben gerufen. Mit diesen meist zwei Tage dauernden Praktika können junge Menschen jederzeit – unabhängig von Schulpraktika – in viele verschiedene Berufe in der heimischen Wirtschaft schnuppern. Die Schüler können sich in den Unternehmen vor Ort über verschiedene Ausbildungsberufe informieren, mit Auszubildenden und Personalleitern sprechen. Mitgliedsunternehmen, die Schnupperpraktika im Kammerbezirk an Lahn und Dill anbieten wollen, können sich bei der IHK Lahn-Dill melden. Die Kammer hilft bei der Vermittlung und listet unter anderem die anbietenden Unternehmen mit Berufsbildern, Ansprechpartnern und weiteren Kontaktmöglichkeiten auf einer eigens eingerichteten Seite unter www.ihk-lahndill.de auf. In regelmäßigen Abständen bewerben wir die Offensive auch zielgruppenspezifisch in den sozialen Netzwerken.

Welche Chancen bieten die Ausbildungs- und Studienmessen der IHK?

- Eine sehr große. Hier haben Unternehmen an nur zwei Tagen die Möglichkeit, sämtliche Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 8 fast aller weiterführenden Schulen der Region zu erreichen. Unternehmen, die mit einem Stand präsent sind, treffen hier erste Absprachen für einen Besuch im Betrieb und geben Tipps für die Bewerbung. Azubis am Messestand erzählen den Schülern von ihren Erfahrungen. Dieser Austausch ist Gold wert. Denn Mund-zu-Mund-Propaganda in der jungen Generation ist der Türöffner für die duale Ausbildung. sz

„Lehrstellenradar“ zeigt freie Ausbildungsplätze

Biedenkopf. „Lehrstellenradar“ – der Name ist Programm: freie Lehrstellen- und Praktikumsplätze in der Umgebung gibt es kompakt zusammengefasst in einer App. Nach dem Download der App aus dem Apple oder Google Play Store können Interessierte direkt mit der Suche beginnen und ein persönliches Suchprofil aus den Wunschberufen und dem präferierten Umkreis anlegen. So können sie im Handumdrehen herausfinden, ob eine passende Lehr- und Praktikumsstelle in der Nähe frei ist. Aktuelle Push-Meldungen informieren über neue freie Lehrstellen und Praktika in der gewünschten Region. Ist die Ortungsfunktion („Radar“) aktiviert, werden alle Angebote im näheren Umkreis direkt angezeigt. Suchergebnisse können nach Gewerk, Postleitzahl und Umkreis gefiltert werden.

Die dazugehörigen Betriebe werden in einer Detailansicht mit Anfahrtsplan vorgestellt. Es ist auch möglich, individuelle Favoritenlisten zu erstellen. Interessante Stellen lassen sich per SMS, E-Mail oder Facebook teilen. Eine direkte Kontaktaufnahme mit dem Ausbildungsbetrieb ist auch möglich.

Handwerksbetriebe wiederum können ihre freien Stellen in die App eintragen. So ist man immer auf dem aktuellen Stand. Leichter und schneller kann man seine Zukunft nicht in die Hand nehmen. sz

- Web: www.lehrstellen-radar.de

Das Anschreiben ist der wichtigste Teil

Biedenkopf. Wer sich für ein duales Studium bewirbt, braucht im Grunde die gleichen Bewerbungsunterlagen wie für einen Ausbildungsplatz, schreibt das Portal „abi.de“. Denn dann müsse man in der Regel zuerst einen Arbeitgeber finden, bei dem die zugehörige Ausbildung oder die Praxisphasen absolviert würden.

Das gehört laut dem Portal in die Bewerbungsmappe: als wichtigster Teil vor allem ein persönliches Anschreiben, vor dem man sich gut über den möglichen Arbeitgeber informiert. Jobsuchende sollten darin deutlich herausstellen, wo es Schnittmengen zwischen den eigenen Stärken und den geforderten Qualifikationen gibt.

Außerdem ist ein gut strukturierter Lebenslauf gefragt, der mit den aktuellsten Daten beginnt. Selbst wenn es nicht extra gefordert wird, vermittelt ein Bewerbungsfoto einen authentischen Eindruck. Dazu kommen mindestens ein Schulzeugnis, gerne auch Bescheinigungen zum Beispiel über Praktika, Workshops oder Ehrenämter. Manchmal können auch Arbeitsproben von Vorteil sein.

Reguläre Studiengänge wiederum können zulassungsfrei oder zulassungsbeschränkt sein. Je nach Fach gibt es bei Beschränkungen verschiedene Verfahren. Darüber und über die nötigen Unterlagen informieren jeweils die Homepages der Unis oder die Webseite www.hochschulstart.de. Auch hier kann neben dem Zeugnis manchmal ein Motivationsschreiben gefragt sein. dpa