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„Es ist eines der schönsten Hobbys!“

GARTENFREUNDE: BZV-Vorsitzender Peter Hachen ist begeisterter Besitzer eines leingartens / Anlagen kommt auch eine ökologische Bedeutung zu

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Peter Hachen ist einer von rund fünf Millionen Menschen in Deutschland, der Freude an ihm hat: am eigenen Kleingarten. Der 64-Jährige kümmert sich mit Begeisterung seit mittlerweile 36 Jahren gemeinsam mit seiner Familie – dazu zählen inzwischen auch zwei Enkelkinder – um das rund 300 Quadratmeter große Grundstück.

Es liegt mitten in Siegen und ist Teil der Anlage des Vereins der „Gartenfreunde Am Fischbacherberg“, dessen Mitglied Peter Hachen ist: „Es ist eines der schönsten Hobbys! Man hält sich im Freien auf, wer möchte, kann selbst Obst und Gemüse anbauen, den grünen Daumen weiter entwickeln, einfach mal entspannen oder in Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen kommen.“ Der gebürtige Siegener gehört seit dem Jahr 2000 dem Vorstand des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Siegerland (BZV) an und hat hier seit 2007 den Vorsitz inne. Ein Ehrenamt, dass er mit Begeisterung ausfüllt: „Zurzeit haben wir 870 Mitglieder im Bezirksverband, verteilt auf 491 Gartenparzellen in zwölf Vereinen. Davon befinden sich neun Anlagen in Siegen und jeweils eine Anlage in Kreuztal, Attendorn und Schmallenberg.“

Die Nachfrage nach den kleinen Gärten inmitten der Städte ist groß, das zeigen die in den Vereinen ausgelegten Wartelisten. Wer das Glück hat, ein eigenes kleines Stückchen Land zu ergattern, wird herzlich in Empfang genommen. „Der Einstieg in die Kleingärtnerfamilie fällt eigentlich nicht schwer. Sie ist sehr vielfältig. Ein bisschen kommt es natürlich auch auf jeden selbst an.“ Und: „Kleingärtner kann jeder werden. Viele alteingesessene Kleingärtner haben mit dem Blumenkasten in der Wohnung oder auf dem Balkon angefangen. Heute sind sie Profis“, lacht Peter Hachen. Kleingärten sind inzwischen auch bei jüngeren Menschen äußerst beliebt. Ihr Bild habe sich in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit deutlich gewandelt, weiß Hachen: „Der Kleingarten wird nicht mehr als spießig und nur mit Auflagen versehen empfunden. Und so ist es ja auch nicht. Hier hat sich zum Glück eine Entwicklung aufgetan.“

Die Nachfrage nach Parzellen ist groß.

Eine ökologische Bedeutung komme den Kleingartenanlagen zudem im Gesamtbild einer Stadt zu: „Die Artenvielfalt ist hier groß. Nicht umsonst werden sie auch gerne als die ,grüne Lunge einer Stadt‘ bezeichnet“, erklärt Peter Hachen, dem der Naturschutz sehr am Herzen liegt. Neben Obst- und Gemüsepflanzen würden sich immer mehr Biotope in ihnen wiederfinden, wie etwa Totholzhecken, Steinhaufen, Insektenhotels, Nistkästen etc. Gartenarbeit bleibe zwar Gartenarbeit und sei mit Arbeit verbunden, meint der BZV-Vorsitzende. Aber der Trend zu naturnahen Gärten nehme zu.

„Hier ist zwar auch immer noch Arbeit angesagt, aber anders: Wenn ich mein Gartenland über einige Jahre mit viel Kompost, Gründüngung usw. versorgt habe, entfällt das schwere Umgraben im Herbst. Hier reicht dann das Durchziehen mit der Gartenkralle. Einen englischen Rasen braucht man ja nicht unbedingt. Wer einen Teil des Rasens als Blumenwiese einsät, spart sich das Rasenmähen und erfreut viele Besucher – tierischer und menschlicher Natur.“ Und welche Arbeiten stehen aktuell in den Kleingartenanlagen an?

„Bei den meisten steht nun das Aufräumen an erster Stelle. Auch hier sollte man an die Tierwelt denken, denn weniger Aufräumen ist manchmal mehr. Es können aber noch Obstbäume und Obststräucher sowie über den Winter stehengelassene Stauden geschnitten werden. Wenn der Boden sich im Frühjahr aufgewärmt hat, kann man schon einige Saaten in die Erde bringen. Aber wir dürfen hier nicht vergessen, dass wir uns im Sieger- und Sauerland nicht an den Rheinländern orientieren sollten. Bei uns ist der Winter meistens länger“, so Peter Hachen abschließend.

Informationen zum Thema Kleingarten gibt es online z. B. unter gartenfreunde-siegerland.hpage.com. Katja Wehmeyer, kano