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Fußball-Arena

Editorial

Liebe Fußballfreunde, liebe Leser

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Image: Siegener Zeitung

Nach zwei abgebrochenen Spielzeiten war die Freude riesig, dass die vergangene Saison endlich wieder regulär zu Ende gespielt werden konnte. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass auch die kommende Runde „normal“ über die Bühne gehen kann und das böse „C-Virus“ nicht (wieder) dazwischen grätscht.Klar ist aber bei aller Vorfreude auf die Saison 2022/23: Corona bleibt auf den heimischen Sportplätzen allgegenwärtig, denn nach der Sommerwelle sind auch in den Herbst- und Wintermonaten wieder hohe Infektionszahlen zu erwarten. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat jedenfalls erneut versucht, sich gegen den Einfluss der Pandemie zu wappnen. Daher lautet abermals die Maßgabe, dass 50 Prozent der Spiele einer Staffel absolviert werden müssen, damit eine Wertung der Saison erfolgen kann.Die begann für die beiden Platzhirsche der Region, den 1. FC Kaan-Marienborn und den TSV Steinbach Haiger, bereits vor zwei bzw. einer Woche. Während die Käner als Aufsteiger in die Regionalliga West mit sieben Punkten aus drei Spielen einen klasse Start erwischten (2:1 gegen Borussia Mönchengladbach 2., 1:1 gegen den 1. FC Köln 2., 1:0 beim SV Straelen), gab es für die ambitionierte Elf vom Haigerer „Haarwasen“ gleich zum Auftakt der Regionalliga Südwest einen Dämpfer durch die 0:1-Niederlage beim Neuling SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.An diesem Wochenende startet nun der große „Rest“ in die Saison 2022/23 – und die Vorfreude darauf ist bei Spielern, Verantwortlichen und Fans gleichermaßen groß. Die Zeit des Testens ist vorbei, endlich geht es wieder um Punkte und Platzierungen. Ab jetzt gilt’s!    

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In der Oberliga Westfalen sind nach dem Aufstieg des 1. FC Kaan-Marienborn nur noch drei heimische Vereine vertreten: die Sportfreunde Siegen, der TuS Erndtebrück und die SG Finnentrop/Bamenohl. Die spielen künftig wieder im alt bekannten Modus. Nach der durchaus reizvollen Hinserie mit anschließender Auf- und Abstiegsrunde werden nun – analog zu den übrigen Spielklassen in Westfalen – die Auf- und Absteiger in Hin- und Rückrunde ermittelt.

Bei den Sportfreunden Siegen ist die Sehnsucht nach besseren Zeiten groß. Die holprige Vorbereitung mit durch wachsenen Testspiel-Ergebnissen und spät verpflichteten Neuzugängen gibt allerdings nur wenig Anlass zur Hoffnung, dass der traditionsreiche Verein aus dem Leimbachtal auf vordere Tabellenplätze vorstoßen kann. Der junge Trainer Lirian Gerguri reflektierte die bisherigen Auftritte seines Teams durchaus kritisch, sagte aber auch klipp und klar: „Mein Zielpfad ist das erste Heimspiel am 14. August. In der Vorbereitung ist noch kein Aufstieg und noch kein Abstieg besiegelt worden.“ Man darf also gespannt sein, wohin die Reise der Sportfreunde gehen wird.

Das gilt auch für den TuS Erndtebrück, der in der abgelaufenen Saison zu den positiven Überraschungen der Oberliga zählte und ebenso wie die Sportfreunde Siegen die Aufstiegsrunde erreichte. Die Wittgensteiner wollen die gute Runde bestätigen, doch Kapitän Admir Terzic prophezeit: „Unterschätzen wird uns jetzt wohl niemand mehr. Daher wird diese Saison noch schwerer.“ Ergo steht für das Team von Trainer Stefan Trevisi der Klassenerhalt an erster Stelle. Aber wer weiß: Vielleicht schwingt sich das Pulverwald-Team erneut zum Überraschungsteam der Liga auf?

Die SG Finnentrop/Bamenohl als dritter heimischer Vertreter hat sich nach gelungenem Debüt in der Oberliga erneut den Ligaverbleib zum Ziel gesetzt. Dass die zweite Saison nach dem Aufstieg meist die schwierige wird, soll für die Jungs von Coach Ralf Behle eher Motivation als Hindernis sein.

Nach dem Abstieg des FSV Gerlingen aus der Westfalenliga und dem Aufstieg von Germania Salchendorf hat die Landesliga 2 aus heimischer Sicht deutlich an Attraktivität gewonnen. Vor allem die prestigeträchtigen Derbys zwischen Salchendorf und dem TSV Weißtal dürften zu Zuschauermagneten werden. Das gilt auch für die Duelle zwischen den Lokalrivalen FSV Gerlingen und Rot-Weiß Hünsborn. Neben diesem Quartett kämpfen mit der vom Ex-Kaan-Co-Trainer Mounir Saida trainierten SpVg Olpe sowie dem SV 04 Attendorn zwei weitere Klubs aus der Region um Tore und Punkte in der „LL 2“.

Im Bezirksliga-Bereich hatten nicht wenige im Vorfeld der Staffeleinteilung auf eine Siegerland-Wittgenstein-Olpe-Liga gehofft. Letztlich blieb jedoch alles beim Alten. Die „WI“-Vertreter Sportfreunde Birkelbach und Absteiger VfL Bad Berleburg spielen in der Staffel 4, während sich in der „BL 5“ die Siegerländer und Olper Vereine tummeln. Hier sagen die Experten einen spannenderen Titelkampf als in der vergangenen Spielzeit voraus, als das „Überflieger-Team“ von Germania Salchendorf die Liga nach Belieben dominierte und mit einer schier unglaublichen Siegesserie sogar bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Hoch gehandelt wird besonders Vizemeister Fortuna Freudenberg, aber auch den Wendschen Vereinen FC Altenhof, SV Ottfingen und VSV Wenden trauen die Branchenkenner viel zu. Spannend zu beobachten wird auch sein, wie sich Aufsteiger SG Hickengrund in der neuen Umgebung schlägt.

Die A-Kreisliga Siegen-Wittgenstein dürfte durch die drei Absteiger VfL Klafeld-Geisweid, 1. FC Türk Geisweid und TuS Erndtebrück 2. sowie den stark eingeschätzten Aufsteiger FC Hilchenbach an Qualität gewinnen. Titelfavorit ist für viele aber der Vizemeister SV Setzen. Nun aber genug der Vorworte: Lassen Sie sich auf den nächsten Seiten einstimmen auf die neue Saison 2022/23. Viel Spaß wünscht Ihnen dabei die Sportredaktion der Siegener Zeitung. Uwe Bauschert