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Kein normaler Aufsteiger 

Salchendorf: Bezirksliga-Meister Germania will in der Landesliga mehr als nur den Klassenerhalt

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Im Westfalenpokal fegten die Germanen aus Salchendorf (links: Jasmin Cehajic, rechts: Samuel Birkner) den Mitaufsteiger Kiersper SC mit sage und schreibe 9:0 vom „Wüstefeld“. Foto: hajo

Ein Kader, der mit zahlreichen Talenten, aber auch mit erfahrenen Säulen bestückt ist.Diese Bilanz ist eine für die Geschichtsbücher: 28 Siege aus 30 Saisonspielen, keine einzige Niederlage und 129 eigene Treffer bei gerade einmal 26 Gegentoren machten die Bezirksliga-Saison 2021/22 von Germania Salchendorf zu einer ganz besonderen, die allen Beteiligten ewig im Gedächtnis bleiben wird. Hochverdient und unangefochten gab es den Landesliga-Aufstieg als Lohn für die Kicker vom „Wüstefeld“, doch der Sport wäre nicht der Sport, wenn alles Erreichte nicht wenige Wochen später nur noch eine schöne Erinnerung wäre. „Das ist jetzt alles vorbei. Wir müssen wieder ganz von vorne anfangen“, weiß Erfolgstrainer Thomas Scherzer, der genau das seinen Spielern zum Start in die Vorbereitung mit auf den Weg gegeben hat.In den Wochen vor dem Saisonstart setzten die Germanen jedoch weitere Ausrufezeichen, schalteten beispielsweise bei ihrem eigenen Turnier den Oberligisten Sportfreunde Siegen mit einem Sieg im Elfmeterschießen aus, waren aber auch in den 90 Minuten zuvor keinen Deut schlechter, sonderninsgesamt gefährlicher als der große Favorit von der Leimbachstraße, der die Kicker vom „Wüstefeld“ ebenso wenig bezwingen konnte wie alle Liga-Konkurrenten in der abgelaufenen Spielzeit.

"Natürlich wollen wir die Euphorie durch den Aufstieg mittransportieren, aber ich sehe das ganz realistisch und weiß, dass auf uns jetzt andere Mannschaften zukommen, die es uns nicht mehr so leicht machen werden."

Thomas Scherzer
Trainer Germania Salchendorf

Dabei war frühzeitig klar, dass die Salchendorfer der große Favorit sein würden, den es zu schlagen galt. Entsprechend sahen die Spiele aus, in denen die Scherzer-Mannen zumeist auf tief stehende Gegner trafen und die meiste Zeit den Ball hatten. Am vergangenen Sonntag folgte mit dem 9:0-Triumph im Westfalen-Pokal gegen Mit-Aufsteiger Kiersper SC die nächste echte „Duftmarke“. Dennoch gehen die Germanen nicht davon aus, dass es genau so weiter geht. „Natürlich wollen wir die Euphorie durch den Aufstieg mittransportieren, aber ich sehe das ganz realistisch und weiß, dass auf uns jetzt andere Mannschaften zukommen, die es uns nicht mehr so leicht machen werden. Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen“, so Scherzer.

Und dennoch: Nicht nur beim Blick auf die Erfolgsbilanz des Vorjahres, sondern auch auf die Qualität des Kaders wird klar, dass die Germania wohl kaum ein „normaler“ Aufsteiger sein wird, für den es von der ersten Minute an ausschließlich um den Kampf um den Klassenerhalt geht. „Es geht darum, so schnell wie möglich Punkte zu sammeln, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten“, sagt zwar auch Scherzer, doch der 49-Jährige schiebt nach: „Unser Ziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz und uns in der Klasse zu etablieren.“

Helfen könnte dem Aufsteiger in der neuen Umgebung die interessante Mischung im Kader, der mit zahlreichen jungen Talenten, aber eben auch mit erfahrenen Säulen wie dem spielenden Co-Trainer Jan-Philipp Gelber, Torjäger Alexander Völkel oder Kapitän Thomas Klöckner bestückt ist. Im Kern soll es die Aufstiegsmannschaft auch eine Klasse drüber richten, mit Robin Kilic (TSV Siegen) und Bayram Basyigit (SV Setzen) gibt es auch nur zwei Abgänge zu beklagen. Dem gegenüber stehen „Königstransfer“ Daniel Wadolowski (TSV Steinbach 2.) sowie die Youngster Mohammed Ali Mackfaye (VfL Klafeld-Geisweid), Felix Meyners, Jakob Eberle (beide A-Jugend JSG Dielfen/Weißtal), Ernesto Özdemir (eigene Jugend) und Simone Giarruffo (TuS Deuz).

„Ich glaube, wir haben wieder einen guten Kader zusammen, mit dem wir uns nicht verstecken müssen“, findet Scherzer. Der ehemalige Regionalliga-Spieler nimmt sein Team, aber auch sich selbst in die Pflicht, schnellstmöglich mit der Umstellung auf Landesliga-Fußball zurecht zu kommen. „Es wird eine neue Situation, wir werden nicht mehr so viel Ballbesitz haben und auch mal hinterherlaufen. Es ist meine Aufgabe, die richtige taktische Ausrichtung zu finden“, unterstreicht Scherzer. Die Erfolge der Vergangenheit wird der 49-jährige Germanen-Coach dabei immer im Hinterkopf haben. Für die Zukunft zählen diese aber nichts mehr. pm